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Es ist schon eine Woche her seitdem Emily hier ist. Heute ist endlich der Tag wo sie nach Hause gefahren wird. Meine Mutter kommt sicherlich um vor Sorgen. Sie sitzt gerade im Auto und wird von irgendeinem Typen den Jax bezahlt hat nach Hause gefahren. Ich hoffe dass alles klappt.

Ich lieg mit Jax auf der Couch und lese ein Buch was Dr. Lecter mir geschenkt hatte. Jax hatte mich in den letzten Tagen auf Schritt und Tritt verfolgt. Er wollte sichergehen dass ich Emily nicht unseren Standort oder was auch immer erzähle.

Ich merkte wie Jax mich die ganze Zeit aus der Ecke beobachtete. Ich lag am anderen Ende der Couch. Denn ich hatte einfach keine Lust auf ihn. Er ist mit Harry echt einen Schritt zu weit gegangen. Natürlich habe ich es provoziert dass er kommt, aber dass Jax die ganze Zeit wusste, dass er mich anfasste und das alles einfach Teil seines kranken Plans war, ist einfach nur räudig. Das werde ich ihm niemals verzeihen. Ich guckte kurz runter an mein Bein. Dort war Jax Name als Narbe verewigt. Das verzeihe ich ihm auch nicht. Die ganzen Male die er mich schon vergewaltigt oder Missbraucht hat verzeihe ich ihm auch nicht. Der psychische Stress den er mir antut verzeihe ich ihm auch nicht. Es gibt so viele Sachen die ich ihm nicht verzeihe und trotzdem sitze ich seelenruhig mit ihm hier auf der Couch und lese wie eine alte Oma ein Buch.
"Kannst du mal bitte aufhören mich die ganze Zeit anzugucken?"
"Was mir gehört kann ich so viel angucken wie ich will."
"Ich gehör dir nicht du Penner!"
"Warum bist du so zickig? Ich will einfach nur einen schönen Abend."
"Schieb dir deinen schönen Abend sonst wo hin. Lass mich einfach in Ruhe."

Jax stand auf und ging auf mich zu. "Was hast du denn jetzt auf einmal? Ich hab dir doch nichts getan."
"Mh. Du hast mich nur mehrmals vergewaltigt und tust mir ständig weh. Aber wenn das nichts für dich ist, dann ist ja gut."
"Baby sei doch jetzt nicht so." Er streichelte über mein Bein
"Fass mich nicht an!" Ich wollte aufstehen und in mein Zimmer gehen. Doch Jax packte mich am Arm und zog mich wieder zurück. "Du bleibst hier junge Dame! Erklär mir warum du jetzt so bist. Deine Schwester ist bald wieder Zuhause und heute habe ich dich kaum falsch angefasst."
"Lass mich los." Jax drückte noch fester zu. "Du tust mir weh du Arschloch."

Jax ging vor mir in die Hocke und wollte mir was sagen. Doch ich ließ das nicht länger mit mir machen und schubste ihn um. So schnell es ging rannte ich nach unten in mein Zimmer. Dort setzte ich mich aufs Bett und zog mir die Decke über den Kopf. Ich wollte Jax einfach nicht mehr sehen.

"Josielein ich weiß dass du hier drin bist. Es nützt nichts vor mir wegzurennen." Jax pfiff eine ausgedachte Melodie und ich hörte wie er das Zimmer betrat. So langsam fing ich an zu zittern da ich jetzt doch etwas Angst vor ihm hatte. Wieso rastete er nicht aus? Er sollte mich anschreien und rumbrüllen so wie er es immer macht. Er wahr viel zu ruhig.

Plötzlich wurde mir die Decke vom Kopf gerissen. Ich zuckte zusammen und drückte mich noch weiter an die Wand.

"Lass mich in Ruhe!" brachte ich kämpferisch hervor.
"Ach meine süße kleine Josie, du bist immer so tapfer. Auch wenn du weißt wie sehr du verkackt hast." Jax packte mein Fußgelenk und zog mich zu sich. Blitzschnell drückte er mit seinem Daumen auf die Wunden an meinem Oberschenkel. Ich schrie auf und versuchte Jax wegzudrücken. Doch ich hatte keine Chance.

"Warum bist du nur so zickig. Ich verstehs einfach nicht."

"Ach ja? Bist du wirklich so dumm?" Schrie ich ihn voller Wut und Schmerzen an.

"Rede einfach mit mir Püppchen. Ich will wissen was in dir vorgeht."
"Das hast du Wichser aber nicht verdient. Wenn du da nicht selber drauf kommst dann bist du dümmer als ich dachte."
Nach kurzer Überlegung guckte er mich fragend an.
"Harry (...). Ist es wegen Harry?" Ich sagte gar nichts.
"Baby ich hab ihn hergeholt weil du mir was beweisen wolltest."
"Willst du mich verarschen? Wärend ich ohnmächtig wurde, wohlgemerkt wegen ihm, hast du dir mit ihm einen ekelhaften Plan ausgedacht um mich fertig zu machen! Glaub ja nicht dass ich dir das verzeihe. Du weißt ganz genau wie ich darunter gelitten habe und dann erlaubst du gerade ihm auch noch mich anzufassen. Sag mal geht's dir eigentlich noch ganz gut?"
Jax berührte ganz sanft meinen anderen Oberschenkel und guckte mich einfach nur an.
"Du bist also enttäuscht von mir?"

Jax Parker - Sociopath Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt