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Ich darf also nicht zu langweilig werden? Ich bin die Langeweile in Person! Ich habe eine normale Familie und spiele Tennis, mehr nicht. Ich bin eine durchschnittliche Schülerin und habe ein paar gute Freunde, mehr ist da nicht. Mein Klamottenstyle ist, hmm wie soll ich es ausdrücken, normal und langweilig. Ich will keine Schlampe sein und mich in meinen jungen Jahren so aufbrezeln, das kann ich später noch genug machen.

"Josie!" Ich zuckte auf und guckte mich um. Jax stand vor mir und hielt mir ein weißes Shirt hin.

"Nenn mich nicht Josie, dass dürfen nur meine Freunde und meine Familie!"

"Aber wir sind doch jetzt Freunde!" Grinste er und hielt mir das Shirt noch weiter unter die Nase

"Einen Scheiß sind wir!" Motzte ich und verschränkte meine Arme vor meiner Brust. Ich hatte tierisch Hunger und dann kommt der mir auch noch mit Freundschaft!

"Wenn du jetzt nicht dein T-Shirt ausziehst und das verfickte Shirt hier anziehst, hack ich dir deinen hübschen Kopf ab!" Er war angespannt und hatte sich kaum unter Kontrolle. "Los mach, bitte erlös mich von dir!" Sagte ich provozierend. "Oder wir machen das anders, ich schließe dich so lange in meinen kleinen Keller ein, bis du darum bettelst das Shirt anzuziehen." Ich hatte keine Angst, er würde seine Idee eh niemals umsetzten, so wie ich das gehört habe braucht er Gesellschaft, und wenn ich im Keller bin bekommt er die nicht mehr. Fazit: Er macht nur leere Drohungen.

"Ich dachte du brauchst meine Gesellschaft?"

Er schnaufte belustigt und strich über sein Kinn. "Ich kann sicherlich ein paar Tage darauf verzichten." Er packte meinen Oberarm und zog mich zu einer etwas kleineren Tür. "Letzte Chance." Ich schüttelte den Kopf, er bluffte nur. Er würde mich hier nicht einschließen! "Okay du wolltest es ja nicht anders." Er machte die Tür auf und schubste mich in einen dunklen Raum. "Musst gucken ob das Licht funktioniert. Wenn nicht dann hast du Pech gehabt." Hörte ich durch die Tür und auf einmal hörte ich ein kleines klicken. Er schloss die Tür wirklich ab! Ich stand auf einer Treppe die einfach ins Nichts führte. Es war einfach viel zu gruselig. Früher als Kind hatte ich Angst im Dunkeln. Es war komisch nichts zu sehen, jeder hätte vor meinem Bett stehen können und ich hätte das nicht gemerkt deswegen schlief ich immer mit Licht. Ein bisschen von früher ist noch hängengeblieben. Ich hasse es alleine im Dunkeln zu sein.

Ich stand auf und suchte nach einem Lichtschalter. Ich tastete mich voran und fühlte etwas was einen Lichtschalter ähnelte. Ich drückte dies und eine kleine Glühbirne ging an. Ich wurde etwas ruhiger und stieg die ersten Treppenstufen hinab. Es war ein normaler Keller mit viel Krimskrams. Ein Paar Kartons und ein paar Säcke voll mit Kleidung, eigentlich ganz normal. Naja wenn da nicht dieser unangenehme Geruch wäre. Es stinkt hier unten richtig, oben auf den Treppen hat man kaum was mitbekommen. Ich ging noch etwas weiter nach hinten und stolperte über etwas.

"Fuck!" Ich hatte mir die Knie aufgeschürft und jetzt blutete es! Ich stand langsam auf und suchte weswegen ich hingefallen war.

Ich sah den Grund und würde mich am liebsten übergeben! Sekunden später passierte dies auch. Unfreiwillig beugte ich mich rüber und kotzte alles voll. Ich bin über einen Fuß gestolpert. Über einen menschlichen Fuß.
An diesem Fuß war auch noch ein ganzer Körper dran. Eine Leiche! Ich hielt schlagartig meine Hand vor den Mund, so dass ich meinen Wunsch nicht wahr werden ließ.

Eine tote rothaarige Frau lag vor mir, ihr Schädel war eingeschlagen und sie hatte nichts mehr an. Überall war getrocknetes Blut. Sie war definitiv schon länger tot!

Zitternd machte ich ein paar Schritte nach hinten. Ich knallte gegen ein paar hochgestapelte Kartons die ins Schwanken gerieten und umkippten. Komplett traumatisiert ging ich rückwärts die Treppe hoch. Und setzte mich mit dem Rücken an die Tür. Ich konnte kaum atmen. Dieser Anblick, diese Person tot auf den Boden liegen zu sehen. Ihre Offenen Augen werden mich ein Leben lang verfolgen. Ich winkelte meine Beine an meinen Körper und ließ meinen Emotionen freien lauf! Heiße Tränen kullerten über meine erhitzten Wangen.

Jax Parker - Sociopath Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt