Unsere Reise dauerte nicht lange an, auch wenn es sich für mich durchaus wie eine Ewigkeit anfühlte. Doch in Wahrheit, war nicht viel Zeit vergangen. Nur viele Gänge durchquerten wir. Manchmal bekam ich das Gefühl nicht los, dass er mich nur in die Irre führen wollte.
Vielleicht achtet er aber auch nur darauf, dass uns niemand sieht.
Immerhin wusste nur er und Crowley von meiner Existenz in Sanguinem.
Und Alvar.
Niemand anderes und es wäre bestimmt nur nervenaufreibender für mich, wenn noch mehr in diese Sache eingeführt werden würden. So dankte ich Ferid insgeheim doch dafür, dass er eben dies beachtete, während ich ihm folgte. Zwar sah ich ab und an die gewohnten Kapuzenträger, aber niemand von ihnen entdeckte uns. Allgemein herrschte eine gewisse Ruhe in Sanguinem und gleichzeitig konnte ich doch eine gewisse Spannung in der Luft spüren, welche sich in der Stadt ausbreitete. Egal was es war, es fühlte sich fremd an.
Ob es an dem menschlichen Militär liegt?
Mit einem gewissen Abstand zum Langhaarigen, starrte ich auf seinen Rücken. Geradlinig und gewohnt elegant durchquerte er die Gänge. Und ich? Ich folgte ihm beinahe unsicher, ja voller Angst. Noch immer hatte ich keine Ahnung, was Ferid mir zeigen und was ich angeblich sehen wollte.
Wenn ich ehrlich war, wollte ich nichts von Ferid gezeigt bekommen. Hinter jeder seiner Taten vermutete ich Hinterhalt, der mit meinem Tod enden würde. Also wieso folgte ich ihm dann? Weil ich nicht anders konnte. Mir war durchaus bewusst, dass ich keine andere Chance hatte, als ihm zu gehorchen. Seine gesamte Art strahlte es aus und ich wusste es.
Er duldet keine Widerworte.
Niemand stellte sich ihm in den Weg, ohne die Konsequenzen dafür zu bezahlen.
Vermutlich vertraut Crowley ihm deswegen so, weil es keine andere Möglichkeit gibt.
Mein tödlicher Begleiter, welcher leise summend vor mir herging, war nur Angst gegenüber seines Wesen gewohnt. Angst und Furcht, das wollte er bei seinen Opfern sehen und nichts anderes. Unterbewusst ballte ich meine Hände zu Fäusten. Mich machte es so wütend und gleichzeitig drohte ich vor Angst daran kaputtzugehen. In seiner Nähe war mir einfach nicht wohl und trotzdem konnte ich auf keine Rettung hoffen. Niemand würde kommen, auch nicht Alvar. Nein, dieses Mal war ich mit ihm alleine und es schien nicht gut für mich auszusehen. Doch eine andere Wahl hatte ich nicht und so folgte ich ihm weiter. Schweigend und meine Augen auf den wehenden Stoff gefestigt, der ihn als Umhang umsäumte.
Ein paar Mal wandte er seinen Kopf zu mir und schenkte mir dieses geheimnisvolle Lächeln, was mehr wie tausend Worte aussagte. Hinterhältig und Kalt wirkte es. Ja, beinahe fehl am Platz und ziemlich überflüssig, wenn es nach mir ging.
Er braucht nicht zu kontrollieren ob ich noch da bin, er weiß es auch so.
Nur wollte er mich noch mehr damit aufziehen, oder gar erniedrigen, vielleicht spielte er aber gerade eines seiner kranken Spielchen. So genau wusste ich es bei ihm nicht. Ferid konnte man eben nicht eindeutig einschätzen und so beließ ich es bei dieser Tatsache und ließ diese Dinge über mich ergehen.
Erst als wir vor einer großen Türe stehenblieben, schenkte er mir endgültig seine Aufmerksamkeit. Langsam drehte er sich um, sah mich von oben herab an, während ich nur noch Fragen im Kopf hatte. Die Gefahr fast komplett ausgeblendet, wollte ich nur wissen, wo wir waren und wieso wir hier waren.
Fragend sah ich den Langhaarigen an, der sich sehr gerne, sehr viel Zeit ließ.
„Da wären wir", begann er kurz und wartete auf meine Reaktion, die auch sofort kam.
DU LIEST GERADE
Blutrot
FanfictionEine Welt die nur von Chaos geprägt ist. Man lebt und überlebt. Wenn man es nicht macht, dann stirbt man. So hat man sich anzupassen, doch manchmal, da fordert einen das Schicksal hinaus. Manchmal, da ist man gezwungen von seinem gewohnten Pfad sich...
