-Dreiundzwanzig-

2.3K 261 55
                                        

"Das geht dich nichts an." sage ich kalt und sie zuckt zusammen. "Magnus, ich weiß, ich habe dich sehr verletzt und das kann ich nicht mehr gut machen, aber erlaube mir doch, mich für dein Leben zu interessieren."
"Gar nichts weißt du Camille. Du interessierst dich nur für eine Person und das bist du selbst." Sie beisst sich auf die Unterlippe. " Das ist nicht wahr. Ich habe dich geliebt Magnus." Ich kneife die Augen zusammen. "Bitte. Lass es gut sein. Ich will weder mit dir über uns reden, noch über Alec, denn es gibt nichts zu erzählen. Ich geh wieder ins Bett." Damit schnappe ich mir meinen Kaffee und gehe zurück in mein Schlafzimmer.

So vergehen die Tage. Camille ist noch immer da und wir haben uns miteinander arrangiert. Viel sprechen wir nicht miteinander aber ich weiß, dass sie sich bemüht, eine eigene Wohnung zu finden. Die Arbeit zieht sich noch mehr als vorher und Jace hat aufgegeben, mich nach einem Treffen zu fragen, denn immer habe ich es abgeschmettert. Ich fühle mich weder nach Schwimmen, noch nach Reden oder Trinken.

Alec hat mehrmals versucht anzurufen, aber ich habe ihn immer wieder weggedrückt. Es ist besser, wenn wir uns nicht mehr sehen. Mittlerweile sind die zwei Wochen um und er ist wieder da aber gesehen habe ich ihn nicht.

Heute komme ich wieder völlig erschöpft nach Hause und Camille hebt den Kopf, als ich herein komme. "Du bist spät." Ich nicke. "Ich weiß." Sie steht auf. "Magst du etwas essen?" Erstaunt sehe ich sie an, denn bisher hat sie zwar Kaffee gekocht, sich aber sonst von Salat ernährt, auf den ich dankend verzichtet habe.

"Ich hab dir ein paar Sandwiches gemacht, wenn du magst." Ich sehe sie an. "Danke." Strahlend kommt sie auf mich zu und klopft mir auf die Schulter. "Zieh deine Schuhe aus und leg die Füße hoch. Ich mache uns einen Wein auf."

Nach einigen Minuten kommt sie mit einem Teller voller Sandwiches zurück, eine Flasche Wein unter den Arm geklemmt und in der anderen Hand zwei Gläser. Wir essen schweigend und ich öffne die Flasche und schenke uns etwas ein.

Wir stoßen an und lehnen uns beide auf dem Sofa zurück. "Ich hab mich heute mit Lorenzo getroffen." platzt sie plötzlich heraus und ich sehe sie von der Seite an. "Und?" frage ich neugierig und sie seufzt. "Ich habe mich entschuldigt und er hat es angenommen. Die Flecken waren kein Lippenstift sondern Farbe, von der Renovierung in seinem Büro." Ich grinse. "Glaubst du es?" Sie zuckt mit den Schultern. "Mir bleibt nichts anderes übrig oder. Ich liebe ihn wirklich."

Nachdenklich sehe ich sie an. "Hast du mich jemals geliebt?" frage ich aus einem Instinkt heraus. Sie trinkt einen Schluck. "Ja natürlich habe ich das Mags. Wir waren jung und so verliebt. Ich habe gedacht, uns steht die ganze Welt offen und wir schaffen alles zusammen."

Zustimmend nicke ich. "Wir waren einfach zu naiv. Wie haben geglaubt, es geht gut, wenn wir früh zusammen ziehen und heiraten, aber ab diesem Moment ging alles schief. Wir hatten uns kaum noch etwas zu sagen und dann habe ich Lorenzo kennen gelernt. Ich habe mich dagegen gewehrt, aber es war Liebe auf den ersten Blick. Es war nicht aufzuhalten."

Ich schnaube. "Du hättest es mir früher sagen sollen und nicht erst am Tag unserer Hochzeit." Sie setzt sich auf. "Ich weiß das Magnus. Du warst immer mein bester Freund und ich wollte dich nie verletzen. Ich hatte Angst dir weh zu tun aber am Ende wollte ich mir selbst auch nicht weh tun. Es tut mir so leid."

Ich lasse ihre Worte wirken und schenke uns nach. "Meinst du, ihr beide bekommt es wieder hin?" Sie seufzt. "Ich hoffe es sehr. Unsere Ehe ist alles, was ich habe und er sagt, er liebt mich. Wir geben uns noch eine Chance. Du bist mich also morgen wieder los."

Ich nicke. "Ich bin immer für dich da Kleines." sage ich und ihr läuft eine Träne über die Wange. "Das hast du früher immer zu mir gesagt." Ich wische ihr die Träne weg. "Ich verzeihe dir Camille und ich hoffe sehr, du wirst glücklich." Sie schluchzt auf. "Danke Magnus. Du ahnst nicht, wie viel mir das bedeutet. Was ist mit dir?"

Ich schüttel den Kopf. "Ich habe mich seit unserer Trennung auf niemanden richtig einlassen können und habe die Liebe verflucht. Es ist besser, ich bleibe alleine." Sie nimmt meine Hand. "Niemand sollte alleine sein Magnus und ich hasse mich dafür, dass ich bei dir so einen Trümmerhaufen hinterlassen habe, aber du musst dir selbst eine Chance geben. Was ist mit diesem Alec?"

Ich beisse mir hart auf die Unterlippe. "Alec. Wir hatten nur was Lockeres, aber er hat mich ebenso betrogen, wie du. Es ist ok. Irgendwann lerne ich vielleicht jemanden kennen, der mich lieben kann."

Sie sieht mich nachdenklich an. "Er war heute hier." sagt sie schließlich und ich verschlucke mich fast an meinem Wein. "Er war hier? Alexander war hier?" Sie nickt. "Ich habe mich zu Tode erschreckt. Plötzlich stand er im Wohnzimmer und hat mich angestarrt." Ich werde aufgeregt. "Was hat er gesagt? Lass dir nicht alles aus der Nase ziehen."

"Er hat gefragt, wer ich bin und ich habe geantwortet." Ich werde ungeduldig. "Und was hast du gesagt, wer du bist?" Sie sieht verlegen aus. "Naja, ich habe gesagt, dass ich Camille heiße und zur Zeit bei dir wohne."

Fassungslos sehe ich sie an. "Und du bist nicht auf die Idee gekommen, ihm zu sagen, dass nichts zwischen uns läuft?" Sie wird rot. "Was hätte ich denn sagen sollen? Hallo ich bin Camille, wohne bei Magnus, sitze nur im Top und Unterhose hier herum aber keine Sorge, da läuft nichts, ich bin nur die dämliche Exfreundin, die Magnus vor dem Altar stehen gelassen hat? So in etwa?" Ich fasse mir in die Haare. "Fuck." schreie ich. "Was hat er gesagt?" Sie fuchtelt mit den Händen. "Nicht viel. Er hat einige Bücher geholt und den Schlüssel auf die Kommode gelegt. Dann war er weg." Ich kneife die Augen zusammen. Konnte es noch schlimmer kommen?

Paralysiert  -Malec-Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt