#11 - Das hässliche Entlein

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Im Resto vergaß ich wieder alle Sorgen. Wir quatschten über alles Mögliche und ich hatte viel Spaß. Alle in Vilus Clique sind super nett und ich freue mich darüber, dass sie mich so freundlich ins Studio aufgenommen haben. Ich bin gegenüber ihnen zwar immer noch sehr schüchtern und leicht eingeschlossen, aber ich hoffe, das wird mit der Zeit besser.

Leider mussten wir nach einiger Zeit wieder zurück zum Unterricht. Jetzt stand Tanzunterricht bei Gregorio an und auch hier waren Vilu, Fran und Cami in meinem Kurs. In Raum angekommen, merkte ich, dass viele nette Leute dabei waren. Sogar Emilio! Ich winkte ihm zu und er winkte zurück. Er war echt irgendwie süß, aber ich war nicht in ihn verliebt. Noch nicht.

Leider Gottes war auch Ludmila in dem Kurs. Natürlich kam sie auf uns zu. Mich hatte sie aber noch nie bemerkt. Ich fing an zu zittern. „Oh, hallo Violet!" Sie lächelte gekünstelt. „Schön, dass wir auch diesen Kurs erneut gemeinsam haben. Aber du solltest dieses Jahr lieber nicht versuchen, irgendeine Hauptrolle zu bekommen, denn dieses Jahr werde ICH diejenige sein." Sie grinste. Dann wurde sie ernst und zeigte auf Francesca und Camila. „Und ihr erst recht nicht." Sie drehte sich um und wollte gerade gehen, da fiel ihr Blick zufällig noch auf mich. Ich schluckte.

Sie kam langsam auf mich zu und lächelte. „Und wer bist du?" „Ich bin N..." „Warte! Spars dir. Ich werde deinen Namen sowieso nie erwähnen müssen. Ich meine... Sieh dich doch an!" Sie betrachtete mich von oben nach unten. „Was meinst du?", fragte ich leise und unsicher. Sie lachte. „Was denkst du, was du hier überhaupt suchst? Du hast doch null Talent, so wie du aussiehst!" Mittlerweile bekam ich Tränen in meinen Augen, die ich versuchte, wegzublinzeln.

Fast alle haben sich um uns versammelt und beobachteten uns. Naty, die zuerst neben Ludmila stand, hat sich inzwischen auch zu den Anderen nach hinten gesellt. „Ludmila! Hör sofort damit auf! Ich dachte, du wärst schlauer geworden, aber anscheinend ja nicht", versuchte Vilu mich zu verteidigen. „Misch du dich nicht ein, Violetta!" Sie wandte sich wieder zu mir und setzte wieder ihr falsches Lächeln auf. „Süße, an deiner Stelle würde ich es noch nicht mal im Studio versuchen. Und weißt du warum? Ich werde dafür sorgen. Und wie?" Mir liefen die Tränen über das Gesicht. Ich wollte kein Wort mehr hören. Konnte es noch schlimmer kommen?

„Das ganze Studio soll dich kennen. Aber unter dem Namen 'Das hässliche Entlein'. So werde ich dich zumindest nennen! Und so wird es jeder erfahren!" Sie grinste immer noch und schien zufrieden mit sich zu sein. „Ludmila, du gehst zu weit!", hörte ich nur noch Cami rufen. Ich zitterte am ganzen Körper, ich hatte das Gefühl, dass ich gleich umfalle und sterbe. Ich hielt es nicht mehr aus. Tränen strömten mir über das Gesicht und ich rannte aus dem Raum. „Noelia! Warte!", rief Vilu, aber das war mir jetzt egal. Ich hatte keine Ahnung, wo ihn hinlief und es war mir auch egal, dass die paar Leute, die sich noch auf dem Gang befanden, mich anstarrten. Was habe ich getan?

Vilu hatte Recht, ich sollte mich nicht mit Ludmila anlegen. Aber ich habe kein Wort mit ihr gewechselt, warum ist sie so zu mir? Ich fand eine Abstellkammer, in die ich hineinlief, die Tür schnell zu machte und dort komplett zusammenbrach. Und ich dachte, mein Leben würde im Studio perfekt ablaufen, vor allem nachdem ich so viele nette Leute kennengelernt habe. Ich weiß, dass ich Ludmilas Worte an mir abprallen lassen sollte, aber ich konnte einfach nicht.

Meine Gedanken schwirrten wie verrückt über all diese Wörter, die sie zu mir gesagt hatte. Ich vergrub mein Gesicht zwischen meinen Knien. Ich habe genug gelitten und kaum dachte ich, es wäre vorbei, geht es wieder von vorne los. Am besten ich bleibe für immer hier drin. Dann muss sich keiner das hässliche Entlein ansehen, dachte ich mir und schluchzte wieder laut los. Ich zog meine Brille aus, die mittlerweile komplett nass war und versuchte sie zu säubern. Alles wäre anders, wenn ich diese bescheuerte Brille nicht hätte.

Alle fanden, dass ich ohne viel hübscher war. Und angeblich würde ich gegen Kontaktlinsen allergisch reagieren, was mich nur noch mehr wütend machte. In dem Moment, wo ich mir die Brille aufsetzte, ging die Tür auf. Schnell wischte ich mir mein tränennasses Gesicht trocken und sah auf. Wortlos starrte ich Diego an, der die Tür hinter sich schloss und mich von oben herab ansah. Jetzt wollte ich wirklich nur noch sterben.

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Ich hoffe euch gefällt das Kapitel so sehr wie mir *-* Keine Ahnung, ich liebe es einfach. So fängt der ganze Stress an und es kommt noch komplizierter, das kann ich schon mal verraten ;)

Ich würde mich total über Votes & Kommentare freuen, sie spornen mich sehr an und es dauert auch nur eine Sekunde um auf den Stern zu klicken. :) Danke

Breaking Free - Das hässliche Entlein ♡ ViolettaWo Geschichten leben. Entdecke jetzt