~ Severuss Sicht~
Ginny sah mir kurz in die Augen, bevor sie den Blick auf den Tisch senkte. Weshalb wollte sie nach Deutschland? Hatte sie sich etwa mit Hermine gestritten? Nein, dann hätte sie mich ja wohl kaum darum gebeten auf Hermine aufzupassen.
Beinahe hätte ich, durch das viel Überlegen, ihre Antwort verpasst: Ich mache eine Ausbildung zur Heilerin in Deutschland. Dort gibt es einfach die beste Universität, wenn es um die Lehre zur Heilerin geht. Heilerin also. Na gut, den Beruf konnte ich mir bei ihr gut vorstellen.
Verstehe. Na wenn das so ist, dann wünsche ich ihnen alles gute, Ginny. Selbstverständlich passe ich auf Hermine auf. Wenn es sie beruhigen würde, würde ich sogar einen Unbrechbaren Schwur leisten. erklärte ich ihr. In diesem Moment kam Hermine auch wieder zu uns, welche mir eine Phiole reichte. Kopfschmerztrank. Bis gerade hatte ich nicht mal gemerkt, wie stark meine Kopfschmerzen wirklich waren. Schnell hatte ich die Phiole geleert und merkte auch fast sofort, wie der Schmerz nach lässt.
Geht es wieder? fragte Hermine besorgt nach, bevor sie sich neben mich setzten wollte. Allerdings brauchte ich jetzt, aus irgendeinem Grund, ihre Nähe, weshalb ich sie zu mir zog. Mit einem leichten Lächeln setzte sie sich auf meinen Schoß, sodass ich meine Arme um sie Schlingen und meine Nase in ihre Haare drücken konnte.
Sie müsse keinen Schwur leisten. Ich weis ja, dass man sich auf Wort eines Severus Snape verlassen kann. sagte Ginny leise. Täuschte ich mich oder hatten ihre Augen einen Traurigen Glanz angenommen? Bestimmt war sie nur traurig, ihre gewohnte Umgebung aufzugeben.
Nach zwei Stunden verabschiedete sich Ginny von uns und apparierte nach Hause. Gemeinsam mit Hermine ging ich nach oben, um nach Hannah zu sehen. Im Zimmer sah ich, das Samantha neben dem Bett saß und leise mit Hannah sprach. Diese allerdings schlief noch. Langsam und Vorsichtig gab ich ihr wieder einen Schmerztrank und noch einen Blutbildungstrank. Hermine hatte für Samantha eine Kleinigkeit zu essen und trinken mitgebracht.
Samantha weigerte sich nämlich sich von Hannah zu entfernen. Ein wenig konnte ich es nachvollziehen, denn die beiden hatten so viel gemeinsam durch gestanden, sodass sie sich wahrscheinlich mehr als Schwestern sehen. Schnell verbreiterte ich das Bett von Hannah, sodass Samantha diese Nacht bei ihr liegen konnte.
Hermine hatte sich im Bett an meine Seite gelegt, sodass ihr Kopf auf meiner Brust zum liegen kam. Ihr Atem verriet mir, das sie noch wach war, deshalb fragte ich leise: Was beschäftigt dich, meine kleine Löwin?
Du bist noch wach? Ach ich musste einfach daran denken, wie morgen die Verhandlung ablaufen wird. fragte sie leicht erstaunt, bevor sie mir den Grund nannte, weshalb sie nicht schlafen konnte.
Sie machte sich also Gedanken um Morgen. Natürlich machte sie sich Gedanken, wie könnte es auch anders sein? Die ganze Zeit schon frage ich mich, wie dieser Idiot nur an den Spruch gekommen ist. Pott Harry hatte ihm den Spruch bestimmt nicht verraten. Und außer ihm und mir kannte niemand diesen Spruch. Das Buch wurde damals im Raum der Wünsche versteckt und nur Ginevra und Harry wussten wo es war, wobei ich mir bei Harry nicht einmal sicher bin.
Ich werde nicht zulassen, das dieser Mistkerl ohne eine Strafe davon kommt, das verspreche ich dir Hermine. sagte ich, als ich merkte, das ich noch nichts auf ihre Aussage erwidert hatte.
Meine Frage wird sich heute auch nicht mehr lösen, sodass wir beide gemeinsam auf den morgigen Tag warten müssen.
Gefühlt hatten wir beide nicht geschlafen, doch da ich mitbekommen hatte, wie Hermine irgendwann eingeschlafen war, konnte ich zumindest davon ausgehen, das sie ein wenig Schlaf bekommen hat.
Samantha war immer noch an der Seite von Hannah, als wir in das Zimmer der Mädchen kamen. Die einzige Veränderung zu gestern war allerdings, das Hannah wieder wach war und ihr Gesicht nicht mehr so blass wirkte.
Sofort war auch Hermine an Hannahs Seite und fragte: Wie geht es dir, meine kleine? Hannah versuchte etwas zu sagen, doch da sie seit gestern nichts mehr getrunken hatte, musste ihr Hals trocken sein, weshalb ich etwas Wasser in das Glas, welches neben ihrem Bett stand, füllte und ihr an die Lippen hielt, sodass sie trinken konnte. Hast du schmerzen? fragte ich sie auch sogleich und erhielt ein Kopfschütteln als Antwort. Mir geht es etwas besser. Aber was genau ist passiert? fragte sie und sah fragend, zwischen Hermine und mir, hin und her.
An was kannst du dich erinnern? stellte Hermine allerdings erst einmal eine Gegenfrage.
Ich kann mich nicht an viel erinnern, nur daran, wie wir über die Ländereien von Hogwarts gingen, um nach Hause apparieren zu können. Dann kam Professor Clarkson und fing an mit Flüchen um sich zu werfen und dann ist da nur noch dieser Schmerz und alles war Schwarz. erklärte sie ruhig. Wieder einmal zeigte sich, das die beiden bereits zu viel erlebt haben, denn jeder andere Mensch wäre in Panik verfallen oder hätte zumindest geweint. Hannah dagegen erklärte alles so ruhig, als würde sie nur über das Wetter reden.
Hermine war über diese ruhige Weise von Hannah so geschockt, das sie nicht antwortete. Dein Professor hatte einen Fluch benutzt, den eigentlich niemand kennen sollte, doch er war zu feige diesen auch direkt auf mich anzuwenden, weshalb er ihn auf dich gewirkt hatte. Da ich den Gegenzauber kenne, konnte ich dir helfen, ansonsten... erklärte ich ihr, konnte allerdings nicht weiter sprechen, als meine Gedanken zu dem zurück kehrten, was gestern geschehen war.
Beinahe hätten wir sie verloren und das nur, weil ich zu unfähig war zu handeln.
Auf Hogwarts haben sie uns viel über euch beide erzählt. Sie sagten, das ihr beide sehr mächtige Zauberer seid und ohne eure Hilfe der Krieg anders ausgegangen wäre. Mir hätte also gar nicht wirklich schlimmes passieren können, denn ihr wart ja da. sagte Hannah leise.
Wie konnte sie nur so etwas behaupten? Hätte ich den Fluch damals nicht Entwickelt, dann wäre sie gestern nicht fast gestorben und würde jetzt gemeinsam mit Samantha draußen spielen. Professor McGonnagal sagte, das ihr zwei Helden seid. fügte Samantha ganz leise noch zu der Aussage von Hannah hinzu.
Da hat eure Professorin euch aber nicht ganz die Wahrheit gesagt. Severus hatte wirklich eine Entscheidende Rolle im Krieg, doch was mich betrifft, kann man das nicht wirklich behaupten. Ich bin nur neben Harry hergelaufen. Es war eigentlich egal, ob ich bei ihm war oder nicht, den Dunklen Lord hätte er dennoch besiegt. hörte ich Hermine plötzlich sagen.
Was erzählte sie denn da? Glaubt sie das etwa wirklich? Ohne sie hätte Potter es niemals geschafft auch nur einen Horkrux zu zerstören. Sie hatte doch den Zauber auf Potter geworfen, kurz bevor sie von den Greifern gefangen wurden. Nur dadurch konnten sie genug Zeit schinden, damit ich Dobby zu ihnen schicken konnte.
Hört nicht auf sie, denn sie weis gerade nicht, was sie da redet! fing ich an zu sprechen und erhielt einen Überraschten Blick von den dreien. Ohne dich hätte Potter doch niemals auch nur einen Horkrux zerstört. Ohne dich hätte er niemals in die Gringotts Bank einbrechen können oder in das Ministerium. Ich hätte mich wahrscheinlich auch aufgegeben, wenn ich dich nicht gehabt hätte. In Wahrheit hast nämlich DU MIR das Leben gerettet. Auch Hannah und Samantha wären jetzt immer noch bei Malfoy und nicht hier. Also hör auf so etwas auch nur zu denken. Hast du mich Verstanden? endete ich meinen Monolog und bemerkte erst jetzt, das ich mich neben sie gesetzt und ihr Gesicht in meine Hände genommen hatte.
Sie schluckte einmal, bevor sie langsam nickte.
Und ich dachte immer, sie wäre die klügste Hexe des Jahrhunderts. Weshalb also tat sie so, als wäre ihr Beitrag am Sieg gegen Voldemort, nichts wert gewesen?
Diese Frage werde ich ihr stellen, wenn ich mit ihr alleine bin. Wir sollten langsam zum Frühstück gehen. Nicht das Noobey uns noch einen Suchtrupp auf den Hals hetzt. sagte ich deshalb und versuchte ein wenig die bedrückte Stimmung wieder aufzubessern.
Da Hannah noch zu schwach war, um selbst zu laufen, nahm ich sie auf den Arm und trug sie nach unten. Noobey hatte sich mal wieder selbst übertroffen, denn der Tisch bog sich unter der Last des Essens.
Das Frühstück war wieder so wie damals, als die Mädchen noch nicht nach Hogwarts gingen. Hermine lachte gemeinsam mit den beiden über irgendeinen Frauenkram, den ich nicht so ganz nachvollziehen konnte, doch mir machte das nichts aus. Wenn meine drei Frauen glücklich sind, dann bin ich das auch.
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Geheiniswahrer
RomanceEin Jahr nach dem Fall von Voldemort bittet Harry Severus, ihm zu Helfen. Wobei er ihm helfen soll und ob Snape es auch macht, müsst ihr selbst lesen. SS/HG
