"34. Kapitel"

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~ Hermines Sicht~

Als ich am nächsten Morgen wach wurde, war Severus nicht mehr an meiner Seite. Wieso hatte er mich nicht geweckt? Mit meiner Hand fühlte ich den Stoff auf seiner Seite, doch dieser war kalt, was bedeutet, das er schon länger wach war.

Da ich nicht mehr müde war, entschied ich ebenfalls aufzustehen und ging erst einmal ins Bad. Nachdem ich dort alles erledigt hatte, ging ich zur Tür der Mädchen, denn ich wollte nach ihnen sehen. Erstaunt stellte ich fest, das auch ihr Bett leer war.

So spät war es doch noch nicht, wenn ich den Stand der Sonne richtig deute. Als ich die Tür der Küche erreicht hatte, hörte ich Samantha lachen und Hannah nuschelte etwas, was ich aber nicht verstand. Ich trat in den Raum und sah sofort den Grund, weshalb Samantha so lachte. Severus war offenbar der Meinung gewesen, das es eine gute Idee sei, mit Eiern zu Jonglieren, ohne vorher zu testen, ob auch wirklich alle gekocht wurden. Denn eins der Eier hatte die Bekanntschaft mit seinem Kopf gemacht. Nur schwerlich konnte ich mir ein Lachen verkneifen, sodass mir ein leises Kichern entkam. Sofort blickten mich Sechs Augen an, wobei die zwei Schwarzen am wenigsten begeistert aussahen.

Das freut mich, das ihr euch so amüsiert. knurrte er, bevor er endlich seinen Zauberstab heraus holte und die miesere beseitigt.

Neben ihm lies ich mich auf den Stuhl fallen und fragte, wieso das passiert war, erhielt von Severus allerdings keine Antwort. Dafür konnte Hannah sich offenbar mit der Antwort zurückhalten, denn sie platzte förmlich aus ihr heraus: Severus hatte Noobey um drei Eier gebeten, da er uns etwas zeigen wollte. Aber Noobey hat ihm ein rohes Ei gegeben, sodass der Trick nicht funktioniert hat. Ungläubig sah ich zu Severus, der mit zusammen gepressten Zähnen sagte: Wenn ich ihn in die Finger bekomme, dann kann er was erleben.

Beruhigend legte ich ihm eine Hand auf seinen Oberschenkel und war erstaunt, wie schnell Severus durch diese Geste besänftigen lies. So frühstückten wir noch in aller Ruhe zu ende, bevor Severus anfing mit Samantha und Hannah zu sprechen: Hannah? Samantha? Ich weis, das letzte Jahr war alles andere als einfach für euch zwei, deshalb hatte ich mir überlegt, euch die Erinnerungen daran zu nehmen und durch eine schönere zu ersetzten... Weiter kam er nicht, da die Angesprochenen gleichzeitig ein empörtes: WAS!? ausstießen.

Es ist nur zu eurem besten, denn so könnt ihr ohne einen weiteren Gedanken daran weiterleben. erklärte Severus ihnen weiter.

Samantha war nun die diejenige, welche für beide sprach: Aber, was ist, wenn wir das alles nicht vergessen wollen? Natürlich war es grausam, was der Mann mit uns getan hat, dennoch machen uns diese Erfahrungen zu dem Menschen, der wir jetzt sind. Ich möchte auf keinen Fall, das mir die Erinnerungen genommen werden. In diesem Moment wirkte sie nicht wie ein zwölf jähriges Mädchen. Die beiden mussten so schnell ihre Kindheit aufgeben, noch bevor sie überhaupt richtig angefangen hatte.

In diesem Moment konnte ich nicht anders, als aufzustehen, den Tisch zu umrunden und die beiden in den Arm nehmen. Beide waren unglaublich stark, da kam ich mir mit meinen Problemen plötzlich wieder so dämlich vor.

Leise flüsterte ich ihnen ins Ohr: Wenn ihr das nicht möchtet, dann nimmt euch niemand hier die Erinnerungen an irgendetwas weg. Allerdings werdet ihr dann vor dem Ministerium eine Aussage machen müssen, damit dieser Mann nicht mehr frei kommt, sondern seine Gerechte Strafe bekommt. Zum Schluss wurde ich wieder so laut, das auch Severus verstand, was ich sagte. Er schüttelte zwar den Kopf, akzeptierte dennoch ihre Entscheidung.

Wann gehen wir denn nach Hogwarts? fragte Hannah leise. Fragend blickte ich zu Severus, denn er hatte mit Minerva per Eule gesprochen.

Wir werden zum Mittagessen erwartet. Minerva hatte die gesamte Schülerschaft angewiesen beim heutigen Mittagessen anwesend zu sein, damit ihr anständig begrüßt werden könnt. erklärte er dann.

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