31. Zukunftspläne

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Sie saßen im Schlafsaal der Jungen und redeten ausgelassen über alle Dinge, die in der Prüfungszeit sträflich vernachlässigt worden waren. Elyna saß mit Rabastan vor dessen Bett, ihre Freunde im Raum verteilt. Sie spielten aus Jux Flaschendrehen und Regulus hatte irgendwoher Butterbier und Feuerwhiskey organisiert, sodass die Stimmung schon recht ausgelassen war.
Regulus saß zwischen Severus und Narzissa und versuchte beide davon abzuhalten, zu viel zu trinken. Avery und Mulciber saßen auf einem der Betten und lachten über einen Witz, den irgendwer vor etwa zehn Minuten erzählt hatte. Josec lag neben Rabastan auf dem Boden und starrte vor sich hin.
Elyna wollte sich vorbeugen, um die Flasche zu drehen, doch der Arm um ihrer Taille und der viele Alkohol verhinderten das, also lehnte sie sich wieder gegen den warmen Körper von Rabastan und schaute in die Runde. Sie hatte nicht so viel getrunken wie damals auf der Siegesfeier der Ravenclaws, deswegen konnte sie noch relativ fehlerlos sprechen. "Was macht ihr eigentlich nach der Schule?", fragte sie also.
Narzissa klaute sich den Feuerwhiskey von Regulus, der durch Elyna abgelenkt worden war, und kicherte. "Wen meinst'n du?"
Elyna machte eine ausschweifende Handbewegung. "Euch alle."
"Also ich", rief Severus und schnappte Narzissa die Feuerwhiskeyflasche vor der Nase weg um selbst einen tiefen Schluck zu nehmen. "Ich werde Sauberdränkemeisder und für immer allein bleib'n."
Elyna zog eine Augenbraue hoch.
Rabastan zog Elyna auf seinen Schoß.
"Wie kommst du denn auf die Idee?", wollte die Schwarzhaarige wissen und lächelte amüsiert über ihren Verlobten, der an ihren Haaren schnüffelte. "Die sind frisch gewaschen", flüsterte sie ihm zu und er grinste.
"Na ja, ich liebe Sauberdränke, warum sollde ich da nich' Sauberdränkemeisder werden?", fragte er irritiert zurück und nahm noch einen großen Schluck, bevor Narzissa Regulus fast zerquetschte, um sich die Flasche zurückzuholen.
Elyna lachte kurz. So langsam bekam sie das Gefühl, hier noch die Nüchternste zu sein. "Das meinte ich nicht. Klar wirst du Zaubertränke studieren, immerhin ist es dein bestes Fach. Aber warum denkst du, wirst du für immer allein bleiben?"
Regulus war plötzlich sehr erpicht darauf, Narzissa die Feuerwhiskeyflasche wegzunehmen, weshalb er Severus den Rücken zudrehte. Doch Elyna sah die Röte, die sich auf seine Wangen schlich und sicher nicht vom Alkohol kam.
"Wer sollde schon 'was von mir woll'n? Ich seh' nich' gut aus, hab nich' viel Geld und 'nen miesen Charakter."
Elyna blinzelte überrascht. Sie hatte nicht gewusst, dass ihr bester Freund so schlecht von sich dachte.
"Das stimmt doch gar nicht!", protestierte Regulus plötzlich heftig und drehte sich um. Dabei kam er Severus gefährlich nah, doch scheinbar hatte auch er schon genug an diesem Abend getrunken, sodass es ihn nicht störte. "Du hast einen wunderbaren Charakter, Sev! Denk doch nur mal daran, wie oft du mir in letzter Zeit geholfen hast, obwohl du für deine eigenen Prüfungen lernen musstest. Geld wirst du als Zaubertränkemeister genug verdienen und gutes Aussehen ist relativ. Schau, du hast so schöne schwarze Haare und deine Augen sind auch toll! Deine Haut ist richtig weich und deine Nase ist gar nicht so groß, wie du vielleicht denkst!" Erst nachdem Regulus geendet hatte, fiel ihm auf, was er da eben alles gesagt hatte.
Elyna sah aus dem Augenwinkel, dass Avery und Mulciber nicht zugehört hatten, Josec noch immer vor sich hinstarrte und Rabastan nur die Hälfte mitbekommen hatte. Lediglich Elyna und Narzissa hatten den ganzen Ausbruch gehört - und natürlich Severus. Dieser wurde plötzlich sehr verlegen und fummelte an einer seiner Haarsträhnen herum. "Findest du?", fragte er leise und Regulus nickte mit hochrotem Kopf. Als er jedoch die Zuschauer bemerkte, lehnte er sich schnell wieder auf seinen ursprünglichen Platz zurück, saß allerdings noch immer sehr nah bei Severus, der ganz plötzlich hervorragende Laune hatte.
"Also ich", begann Narzissa, als sich ein unangenehmes Schweigen ausbreitete, "würde gerne Heilerin werden. Aber da von mir erwartet wird, dass ich nach der Schule sofort Lucius heirate und nur als seine Ehefrau agieren darf, wird das nichts."
Elyna legte den Kopf schief. "Darfst du nicht selbst entscheiden, was du machen willst?"
Narzissa schüttelte den Kopf. "Die Verlobung steht schon lange fest und als Lucius' Ehefrau darf er über mich verfügen. Ich kann die meisten Dinge - arbeiten oder das Haus für mehr als einen Spaziergang verlassen - nicht ohne seine Erlaubnis tun."
Elyna sah ihre Freundin schockiert an. Sie lebte nun schon länger unter Reinblütern, doch es erstaunte sie immer wieder, wie extrem sie in manchen Ansichten waren. Plötzlich kam ihr ein Gedanke und sie drehte sich ruckartig zu Rabastan um. "Du hast aber nicht vor, mich einzusperren, oder?!"
Der Schwarzhaarige schien kurz überrumpelt, aber er fing sich schnell wieder und lächelte sie beruhigend an. "Keine Sorge, ich lasse dir alle Freiheiten, die du willst. Ich schreibe dir nichts vor - auf die Diskussionen hätte ich echt keine Lust." Er grinste schief und nachdem Elyna ihn einige Augenblicke gespielt empört angesehen hatte, gab sie ihm recht. Wenn er ihr jemals etwas vorschreiben sollte, würde sie ihn in Grund und Boden argumentieren bis er um Gnade flehte. Bei dem Gedanken musste sie grinsen.
Narzissa schien sich mit ihrem Schicksal schon abgefunden zu haben, deswegen wandte Elyna ihren Blick zu Regulus. "Weißt du schon, was du später mal machen willst?"
Der Schwarzhaarige wiegte nachdenklich den Kopf hin und her. "Ich bin mir noch nicht sicher, aber ich denke, ich würde auch gerne eine Ausbildung zum Heiler anstreben. Vielleicht aber auch nur in der Forschung, so genau weiß ich das noch nicht. Ich habe ja auch noch ein Jahr Zeit." Elyna sah, dass Regulus dabei noch ein Stück näher zu Severus rutschte, doch sie sagte nichts und schaute nun stattdessen zu Avery und Mulciber, die mal wieder über einen Witz kicherten, den niemand außer ihnen verstand.
"Ich gehe ins Ministerium", eröffnete Mulciber auf Elynas fragenden Blick hin. Er zuckte gelangweilt mit den Schultern. "Mal schau'n, was da noch so frei is'."
Avery drückte den Rücken durch und schien gleichzeitig stolz und verlegen zu sein, als er verkündete: "Ich möchte Richter werden."
Elyna hob überrascht die Augenbrauen. "Ach deshalb hast du so viel für die Prüfungen gelernt?"
Avery nickte. "Ja, für den Posten als Leiter der Abteilung für magische Strafverfolgung braucht man unglaublich gute Noten und da es lange dauert, bis man so einen hohen Posten erreicht hat, bin ich zuversichtlich, dass sich in der Zwischenzeit das Dilemma um den Dunklen Lord klärt."
"Schließt du dich ihm an? Also, wenn wir die Schule verlassen haben?", fragte Elyna vorsichtig nach. Sie war sich nicht sicher, inwieweit man das Thema im Freundeskreis besprechen konnte.
Avery nickte ohne zu zögern. "Natürlich! Er verkörpert so ziemlich alles, was einen wahren Reinblüter ausmacht."
Als Elyna sich im Raum umsah, bemerkte sie in so ziemlich allen Augen dasselbe Funkeln, das auch Avery zeigte. Sie wusste von dem Dunklen Mal auf Rabastans Arm, das er bisher mit langen Ärmeln oder einem Verband versteckt hatte. Wenn jemand nachfragte, behauptete er immer, dass seine liebreizende Verlobte ihn beim Liebesspiel gerne biss. Er sagte das ohne rot zu werden, doch Elyna war es furchtbar peinlich, ihm auf diese Art als Ausrede herhalten zu müssen.
Von Severus wusste sie, dass er sich dem Dunklen Lord offiziell im Sommer anschließen würde. Narzissa hatte nicht das Bedürfnis, sich in der fast ausschließlich aus Männern bestehenden Gruppe behaupten zu müssen und war durch Lucius sowohl ausreichend involviert als auch geschützt. Regulus hatte zwar noch ein Jahr Zeit, aber er würde so ziemlich alles dafür tun, um bei Severus sein zu können, deshalb zweifelte Elyna nicht an seiner späteren Mitgliedschaft. Ein Blick in Mulcibers Augen verriet Elyna, dass auch er sich dem Dunklen Lord anschließen würde.
"Was ist mit dir, Jo?", fragte sie also den Einzigen, der sich noch nicht geäußert hatte.
"Hm?", machte er und drehte ihr den Kopf zu.
"Weißt du schon, was du nach der Schule machen willst?"
Er zuckte nur gelangweilt mit den Schultern. "Ma' schau'n. Vielleicht irgendwas im Ministerium, vielleicht auch nich'. Ich denk', ich lass' das einfach so auf mich zukomm'n." Ruckartig setzte der Schwarzhaarige sich auf. "Ich glaub', ich geh' ma' zu Sirius", verkündete er, stand auf und torkelte auf den Ausgang zu.
Elyna drückte sich von Rabastans Schoß hoch und folgte ihrem Bruder eilig. "Ich glaube, das ist keine gute Idee, Jo!"
"Warum nich'?", fragte er verwundert, behielt aber stur seinen Kurs bei. Dabei stieß er gegen die Wand und fiel beinahe die Treppe hinunter.
Elyna hakte sich hastig bei ihm ein und bewahrte ihn somit vor einem schmerzhaften Sturz. "Wenn uns jemand in diesem Zustand sieht, kriegen wir für unser restliches Schuljahr Nachsitzen aufgebrummt", antwortete sie auf seine Frage, obwohl er diese schon vergessen zu haben schien, so verwirrt wie er guckte. "Du hast gesagt, dass du zu Sirius willst und ich versuche, es dir auszureden", erinnerte sie ihn also. "Du kommst doch nicht einmal in den Gryffindorgemeinschaftsraum rein. Es sei denn, du weißt das Passwort für die Fette Dame?"
Josec schien sich nicht einmal sicher zu sein, ob er überhaupt wusste, was ein Passwort war. Trotzdem führten seine wackligen Schritte ihn aus den Kerkern heraus und die Treppen hinauf. Sein Körper schien den Weg zu kennen, auch wenn sein Kopf völlig benebelt war.
"Jo, lass uns zurückgehen", bat Elyna erneut, als sie irgendwo hinter sich Schritte zu hören glaubte.
Doch ihr Bruder hörte nicht auf sie. "Nein, ich will jetz' zu Sirius!", erklärte er erneut und klang dabei wie ein bockiges Kleinkind.
Seufzend gab Elyna schließlich auf. Sie würde ihn nicht mehr zum Umkehren überreden können, aber alleine lassen wollte sie ihn auch nicht. Er würde schon zur Vernunft kommen, wenn sie erst vor dem Porträt der Fetten Dame standen und diese sie nicht hereinließ.
Hoffentlich.
Sie bogen gerade in den Gang ein, der zum Gryffindorturm führte, als Elyna ein Stück vor sich eine Gestalt sah. Schnell identifizierte die Schwarzhaarige die Gestalt als Sirius Black, der vor einem Fenster stand und eilig ein leeres Blatt Pergament in seiner Tasche verschwinden ließ. Dann kam er auf die Zwillinge zu.
"Sirius!", rief Josec erfreut, löste sich von Elyna und stolperte auf den Gryffindor zu.
Etwas überrumpelt fing Sirius seinen Freund auf und blickte dann zu Elyna mit einer stummen Frage in den sturmgrauen Augen.
"Er hat ein bisschen zu viel getrunken", erklärte sie und lächelte verlegen, als Josec dem Gryffindor einen feuchten Schmatzer auf die Wange drückte. "Bei den Muggeln heißt es, wenn jemand sturzbesoffen an dich denkt, dann weißt du, dass er dich wirklich liebt."
Sirius blinzelte kurz verwundert und warf dann einen liebevollen Blick auf Josec, dessen Kopf an seiner Schulter lehnte. Der Schwarzhaarige kicherte leise, seine Augen spiegelten so viel Liebe wider, dass Elyna sich plötzlich fehl am Platz vorkam.
"In den Gryffindorturm kann ich dich nicht mitnehmen, aber es gibt einen Raum, in dem wir für diese Nacht bleiben können", erklärte Sirius dem Slytherin, nahm seine Hand und führte ihn langsam den Gang entlang.
"Stellt bitte nichts Blödes an!", rief Elyna den beiden Jungen hinterher, auch wenn sie sich sicher war, dass Josec heute nichts anderes tun würde als zu schlafen. Er hatte definitiv viel zu viel getrunken und würde morgen den Kater seines Lebens haben.
Sirius drehte sich noch einmal zu ihr um, streckte ihr spielerisch die Zunge heraus und wies sie dann an, sich umzudrehen.
Verwirrt folgte Elyna seiner Aufforderung und sah sich plötzlich Remus Lupin gegenüber.
"Hey", begrüßte er sie und lächelte leicht.
Elyna wurde auf einmal furchtbar nervös. Ihr fiel auf, dass sie nur ihren Schlafanzug trug, der aus einer schlabbrigen Jogginghose und einem alten T-Shirt von Rabastan bestand. Ihre hüftlangen Haare waren leicht verfilzt und fielen ihr unelegant ins Gesicht. "Hallo", sagte sie leise und lächelte unsicher.
"Soll ich dich zu deinem Gemeinschaftsraum begleiten?", fragte Remus höflich wie er halt war.
Elyna zögerte kurz. Eigentlich wollte sie noch nicht zurück. Sie wollte viel lieber hier auf diesem kalten Gang stehen und Remus noch eine Weile anschauen. Als ihr auffiel, was sie da dachte, wurde sie rot wie eine Tomate und schüttelte heftig den Kopf, versuchte dadurch, ihre Gedanken zu vertreiben. "Das wäre sehr nett", sagte sie schnell, um ihre Zunge davon abzuhalten, eventuell noch die falschen Wörter zu bilden.
Remus wirkte ein wenig verwirrt, dann lächelte er jedoch einfach sein Remus-Lächeln und setzte sich in Bewegung.
Elyna lief neben ihm her und nun fiel ihr zu allem Überfluss auch noch auf, dass sie keine Schuhe trug. Wie bei Merlin hatte sie so ihren Gemeinschaftsraum verlassen können? Ihren Schlafsaal?! Elyna hätte am liebsten ihr Gesicht in den Händen vergraben oder ihren Kopf gegen eine der stabilen Steinwände von Hogwarts geschlagen, weil ihr plötzlich alles peinlich war. Da das aber nur zu unangenehmen Fragen geführt hätte, ließ sie es lieber bleiben. Sie konnte später auch noch in ihr Kissen schreien.
"Hast du etwas getrunken?", riss Remus sie plötzlich aus ihren Gedanken.
"Ein bisschen", erwiderte sie, froh darüber, dass er sie von ihren dämlichen Gedankengängen ablenkte. "Narzissa, Severus und Josec haben sich heute ordentlich die Kante gegeben, Avery und Mulciber scheinen ebenfalls ziemlich blau zu sein und bei Regulus und Rabastan habe ich nicht so wirklich aufgepasst, wie viel sie getrunken haben." Als sie Remus' hochgezogene Augenbraue sah, lächelte sie verlegen. "Das wolltest du gar nicht wissen, oder?"
Remus grinste schief. "Es ist ganz interessant, zu hören, dass Slytherins auch nur Menschen sind."
Elyna nickte sachte. "Ja, manchmal habe ich das Gefühl, bei uns läuft irgendetwas falsch."
Als sie nicht weiter auf ihre Aussage einging, breitete sich ein Schweigen zwischen ihnen aus, das leider nicht im mindesten so angenehm war, wie Elyna es gerne hätte.
Sie durchquerten gerade die Eingangshalle und die Schwarzhaarige blieb stehen.
Remus lief noch ein paar Schritte weiter, bevor er bemerkte, dass sie ihm nicht mehr folgte. "Ist etwas?", fragte er.
Elyna fand plötzlich den Fußboden sehr interessant und antwortete dem Gryffindor nicht. Sie setzte sich hin und malte mit den Fingern die Ornamente auf den Fliesen nach.
Remus seufzte leise und ließ sich ihr gegenüber nieder. "Was ist los?", fragte er erneut, seine Stimme klang sanft und ruhig.
Elyna zuckte mit den Schultern. "Ich bin mir nicht sicher."
Remus runzelte die Stirn und rutschte etwas näher an die Schwarzhaarige heran. "Wenn es etwas gibt, das du mir erzählen willst, dann sag es mir ruhig. Ich möchte dir gerne helfen."
Elyna sah ihm in seine moosgrünen Augen und sprach einen Gedanken aus, der sie durchaus belastete, wenn es auch nicht der Grund für ihren plötzlichen Stimmungsumschwung war. "Die meisten meiner Freunde wollen sich nach der Schule dem Dunklen Lord anschließen."
Remus schien nicht sonderlich überrascht davon zu sein.
"Ich weiß nicht genau, wie Jo das sieht, aber ich bin mir sicher, dass er ihn zumindest kennenlernen will, um sich seine eigene Meinung zu bilden." Elyna holte tief Luft. "Ich sollte ihm sagen, wer unsere Eltern sind, oder?"
Remus blinzelte ein paar Mal überrumpelt, dann runzelte er verwirrt die Stirn. "Was hat das denn miteinander zu tun?"
Das war der Moment, in dem Elyna einfiel, dass sie dem Gryffindor zwar erzählt hatte, dass ihre Eltern Lyanna Selwyn und Tom Riddle hießen, aber nicht, wer sich hinter den Namen verbarg.
Niedergeschlagen legte Elyna sich auf den kalten Steinboden und starrte die Decke an, die sich so sehr von der in der Großen Halle unterschied.
"Hey, Ly", erklang die besorgte Stimme von Remus, der ein Stück näher zu ihr gerutscht war. "Wenn du nicht aufpasst, verkühlst du dich noch."
Elyna antwortete lange nicht. Doch schließlich setzte sie sich auf und sah Remus fest in die Augen. "Mein Vater ist Lord Voldemort", erklärte sie ihm, "und meine Mutter war einst seine Todesfee."
Remus starrte sie an, fassungslos, überwältigt, ungläubig. "W-Was?", stotterte er.
"Mein Vater ist Lord Voldemort und meine Mutter war einst seine Todesfee", wiederholte Elyna ihre Worte. "Deswegen weiß ich nicht, ob ich Josec davon erzählen sollte. Würde es etwas ändern? Würde er sich trotzdem dem Dunklen Lord anschließen oder gerade deswegen?"
Elyna wartete einige viel zu lang dauernde Minuten, doch Remus sagte nichts. Er schaute sie einfach nur an, schien noch immer regelrecht überfahren von dieser plötzlichen Information.
Elyna seufzte und stand auf. "Bleib nicht zu lange hier sitzen, sonst verkühlst du dich noch", sagte sie leise bevor sie den restlichen Weg in die Kerker alleine zurücklegte.
Remus lief ihr nicht nach.

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