37. Junggesellenabschied

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Es war Sirius' Idee gewesen.
Er hatte unbedingt diesen blöden Muggelbrauch ausprobieren wollen.
Eigentlich war es nur eine Ausrede, damit er mit seinen besten Freunden saufen gehen konnte.
Schön und gut.
Aber warum hatte er Josec mit seiner Idee anstecken müssen?!
Jetzt blieb es natürlich an Elyna hängen, sich um ihre betrunkenen Freunde zu kümmern, obwohl sie selbst kaum noch geradeaus laufen konnte. Zum Glück saßen sie seit einer Weile auf Rabastans Bett. Sirius hatte seinen Junggesellenabschied nämlich in der gemeinsamen Wohnung von ihm und Josec feiern wollen und so hatte Rabastan angeboten, dass die Slytherins ja in Lestrange Manor etwas ähnliches machen konnten.
Regulus war bereits wieder in Hogwarts, deshalb waren sie heute nur zu fünft. Zwar feierte man den Junggesellenabschied eigentlich nur unter Männern, aber Josec meinte, zu dritt wäre es zu langweilig, deshalb waren auch Narzissa und Elyna anwesend.
Severus lag inzwischen auf einer Decke vor dem Bett und hatte sich zu einer Kugel zusammengerollt, nachdem er verkündet hatte, dass er Regulus vermisste. Narzissa lehnte an einem der Bettpfosten und nickte immer wieder ein. Davor hatte sie eine halbe Stunde von ihrer Ehe mit Lucius geschwärmt. Elyna lag bäuchlings auf dem Bett und sah Rabastan und Josec dabei zu, wie sie mehr oder weniger effektiv Zauberschach spielten.
"Glaubs' du, du bis' scho' bereit, eine Ehe su führ'n?", lallte Rabastan gerade und ließ seinen Springer vorrücken.
Elyna blickte alarmiert auf. Diese Frage konnte ganz leicht in die Hose gehen.
Josec runzelte die Stirn. "Warum nich'?"
"Eine Ehe geht man nich' leich'fertig ein, weiß' du? Das muss alles gut durchdacht sein."
"Glaubs' du, mein Entschluss, Sirius su heiraten, war eine Kurzschlussentscheidung?", brauste Josec auf.
Rabastan hob abwehrend die Hände und fiel dabei fast um. "Ne, natürlich nich'. Ich meinte eher, dass du im Gegensass su Sissy noch Seit has'. Du und Sirius seid nich' an die Regeln der Reinblüter gebunden, deswegen könnted ihr auch einfach in "wilder Ehe" oder wie der Schwachsinn heisd leben."
Josec ließ seinen Turm einen von Rabastans Bauern zertrümmern. "Ich liebe Sirius aber", brummte er und klang dabei ein wenig wie ein beleidigtes Kleinkind. "Außerdem heirates' du doch auch sehr früh, obwohl du als Sweitgeborener nich' musst."
"Ja, aber ich heirate nich' aus derselben Liebe wie du, sondern damit niemand sich swischen mich un' meine Swillingsseele stellen kann", dabei griff Rabastan nach Elynas Hand, lächelte sie liebevoll an und wandte sich dann wieder Josec zu. "Du heirates', weil du glaubs', dass du für immer mit Sirius susammen sein möchtes'. Und wenn es das is', was du wirklich wills', dann steh' ich auch voll hinter dir, Kumpel."
"Aber?", hakte Josec nach.
Rabastan schüttelte den Kopf und hielt sich danach schnell die Hand vor den Mund, weil ihm schlecht geworden war. "Kein aber", grinste er, nachdem der Grünstich aus seinem Gesicht verschwunden war. "Wenn du glücklich bis', bin ich auch sufrieden."
Elyna schaute zwischen ihrem Verlobten und ihrem Bruder hin und her, aber Josec schwieg nachdenklich. Das Spiel war fast vorbei, als er dann doch endlich etwas sagte. "Ich weiß nich', ob Sirius die gans große Liebe für mich is', immerhin bin ich ers' achtsehn. Aber ich weiß, dass ich keinen Tag länger als nötig nich' mit ihm verheiratet sein will. Vielleich' lassen wir uns in ein paar Jahren scheiden, weil wir nich' susammen passen, aber das weiß man nich', bevor man es nich' versucht. Ich liebe Sirius und ich will mit ihm die restlichen Tage meines Lebens verbringen."
Rabastan nickte. "Gut, dann muss' du jetz' nur noch alles daransetzen, dass das auch funksioniert." Er grinste, schob eine seiner Figuren nach vorne und sagte: "Schachmatt."
"Hä? Wie has' du das gemacht? Du has' doch geschummelt!", rief Josec und stürzte sich auf Rabastan, woraufhin beide vom Bett kullerten und auf Severus landeten. Der Schwarzhaarige sprang wie von einer Tarantel gestochen auf und schlug sich den Kopf an Rabastans Stirn an.
"Au!", riefen beide zuerst schmerzerfüllt und dann lachend.
Während die drei Jungen - denn in diesem Moment konnte man sie unmöglich "Männer" nennen - sich auf Rabastans Teppich rauften, schüttelte Elyna nur den Kopf und sah sie verständnislos an.
Narzissa, die durch den Lärm wieder richtig wach war, lachte über den Gesichtsausdruck ihrer Freundin und sagte schließlich schulterzuckend: "Ich verstehe sie manchmal auch nicht."

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