12. Regulus Black

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Die Sommerferien verbrachten die Zwillinge bei ihrem Vormund, Professor McGonagall. Elyna arbeitete in dieser Zeit als Tellerwäscherin in einem kleinen Restaurant, weil sie es nicht mochte, dass sie der Frau, die sie aufgenommen und durchgefüttert hatte, nichts zurückgeben konnte. Josec hingegen verbrachte die Ferien zu einem Großteil in seinem Zimmer und las Bücher, von denen die Verwandlungslehrerin wohl nicht besonders begeistert wäre.
So zogen sich die Wochen dahin bis endlich ihr zweites Schuljahr begann.

Elyna konnte im Blick ihres Bruders sehen, dass dieser mehr als genervt war. Der Bahngleis 9¾ war völlig überfüllt und die vielen glücklichen Familien schlugen den beiden Waisen ziemlich auf ihr ohnehin schon nicht besonders freudiges Gemüt. Gemeinsam kämpften sie sich durch die Massen zum Zug und atmeten erleichtert auf, als sie endlich die Türen eines freien Abteils hinter sich schlossen. Sie setzten sich einander gegenüber und Elyna hörte ihrem Bruder zu, während er über die heulenden Eltern und ihre Kinder meckerte.
Als die Abteiltüren sich öffneten, sprang sie Rabastan fröhlich in die Arme.
"Ich freue mich auch, dich zu sehen", lachte er. "Hast du mich so sehr vermisst?"
Sie nickte bestimmt. "Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie langweilig die Ferien waren! Ich fiebere schon seit mindestens fünf Wochen dem ersten Schultag entgegen."
"Tut sie wirklich", bestätigte Josec trocken, bevor auch er seinen Freund umarmte.
Rabastan setzte sich auf Elynas ursprünglichen Platz am Fenster, sodass sie sich auf den freien Sitz neben ihm fallen ließ und seinen Erlebnissen aus den Ferien lauschte.
Kurz darauf wurde die Abteiltür erneut geöffnet und Narzissa lugte herein.
"Zissy", freute Elyna sich und winkte der Freundin zu.
Die Blonde trat ein, an der Hand führte sie einen schwarzhaarigen Erstklässler, der ziemlich schüchtern wirkte. "Kann sich mein Cousin zu uns setzen?"
Elyna nickte sofort, Josec schien sich zu fragen, wer der Junge war, und Rabastan rief erfreut: "Regulus!"
Narzissa ließ sich gegenüber von Elyna neben Josec fallen und machte sich dabei so breit, dass ihr Cousin sich gezwungen sah, neben Elyna Platz zu nehmen.
Diese sah ihn aufmerksam an. "Dein Cousin? So wie Sirius?"
Narzissa nickte. "Regulus ist sein kleiner Bruder."
"Du hast aber nicht vor, nach Gryffindor zu gehen, oder?", fragte Elyna stirnrunzelnd.
"Natürlich nicht!", empörte sich Regulus. "Mein Bruder ist das schwarze Schaf der Familie, nicht ich! Ich komme auf jeden Fall nach Slytherin!"
Elyna musterte ihn noch einen Moment lang misstrauisch, dann nickte sie und lächelte leicht. "Dann enttäusche uns nicht."
"Wird er nicht", mischte sich nun Rabastan von ihrer anderen Seite ein. "Reg ist fast so gut im Fliegen wie Josec und ich. Wenn er nächstes Jahr in die Hausmannschaft kommt, wird unser Team unschlagbar sein!" Daraus entbrannte dann ein hitziges Gespräch über Quidditch, dem sich die beiden Mädchen lieber nicht anschlossen.
Kurz vor Ende der Zugfahrt verschwanden sie wieder auf die Toilette um sich umzuziehen. Auf dem Rückweg bemerkte Elyna ein Abteil, in dem nur zwei Schüler saßen und schickte Narzissa schon mal voraus.
"Hallo, Severus", begrüßte sie den Slytherin, ihr Blick wanderte zu seiner rothaarigen Begleiterin. "Lily."
"Hallo, Elyna", erwiderte die Gryffindor freundlich.
"Kommst du mit zu uns?", fragte Elyna und schaute Severus an. Aber eigentlich war es keine Frage und auch keine Bitte. Es war eine klare Aufforderung. Das bemerkte auch Severus, weshalb er sich schnell von Lily verabschiedete und Elyna zum Abteil der Slytherins folgte.

Zwei Wochen später - Regulus war tatsächlich nach Slytherin gekommen und die Häuserrivalitäten waren erneut aufgeflammt - saßen Elyna, Narzissa sowie Severus, Regulus und dessen Freund Barty Crouch auf der Tribüne des Quidditchstadions und sahen den Auswahlspielen zu. Elyna mochte diesen Barty Crouch nicht, aber sie hatte sich damit abgefunden, dass er meistens mit Regulus unterwegs war.
Rabastan hatte es bereits in die Mannschaft geschafft und würde mit seinem Bruder als Treiber spielen. Es war ein neuer Hüter ausgewählt worden, den Elyna jedoch nicht kannte. Der Sucher war derselbe wie im Jahr zuvor - immerhin hatte er den Schnatz vor den Gryffindors gefangen. Inzwischen mussten nur noch die Jäger ausgewählt werden, aber Elyna war sich sicher, dass ihr Bruder es ins Team schaffen würde. Er war wirklich gut.
"Auf welcher Position willst du eigentlich spielen, Regulus?", fiel ihr plötzlich ein, während sie aus dem Augenwinkel beobachtete, wie Josec das nächste Tor warf.
"Sucher", antwortete er ohne zu zögern. "Der momentane Sucher ist zwar auch nicht schlecht, aber so wie ich es gehört habe, verliert er immer gegen Ravenclaw und auch häufig gegen Hufflepuff. Wenn sich die Gryffindors irgendwoher einen guten Sucher beschaffen können... naja, dann sind unsere Tage gezählt. Oder unsere Siege." Er grinste schief.
Elyna lächelte ihn aufmunternd an. "So klein wie du bist, passt Sucher zu dir wohl am besten", schmunzelte sie dann.
Er lachte. "Ich hoffe ja immer noch, dass ich noch etwas wachse."
In diesem Moment erhielt Josec die Nachricht, dass er einer der neuen Jäger sein würde. Jubelnd flog er mit Rabastan über das Quidditchfeld und lachte seiner Schwester zu, die nicht anders konnte, als ebenfalls zu lächeln. Sie spürte die Freude der beiden und Glücksgefühle durchströmten sie, während Rabastan brüllte: "Dieses Jahr holen wir uns den Quidditchpokal zurück!"

...Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt