III

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Es wäre wohl besser wenn ich mehr Emotionen zeige. Denn Menschen sind davon geprägt. Ihr Handeln und ihre Aussagekraft sind stark davon abhängig. Sie sind im Grunde genommen Sklaven ihrer eigenen Gefühle. Deshalb sind sie in meinen Augen schwache, niedrige Kreaturen die mit sich selbst zu kämpfen haben.
Allerdings glauben alle anwesenden, dass ich ein Mädchen aus Japan bin, welche die Fähigkeit hat, Flüche sehen zu können. Deshalb sollte ich mich auch dementsprechend verhalten. Aber wie stellt man das genau an?
Bemüht setzte ich ein weiteres Lächeln auf, drückte Yujis Hand etwas näher an mich und antwortete sanft:"Ich hatte nur nen schlechten Tag. Sorry. Wollte nicht so gemein sein."
Ich hoffte sehr, dass er mir glauben würde. Schauspielen ist nicht wirklich meine Stärke.
„Du musst den anderen eine Chance geben. Sie sind wirklich ganz nett. Aber warum bist du überhaupt so anhänglich, wenn du mich zu Gesicht bekommst?", hakte er weiter nach. Dieser verdammte Mensch. Seine Feinfühligkeit überschreitet meine Erwartung. Er bemerkte die kleinsten Details und nahm sich auch kein Blatt vor dem Mund.
Wieder einmal brauche ich eine Notlüge. Irgendetwas glaubhaftes. Etwas sinnvolles aber nicht tiefgründiges.
Ich zerbrach meinen kleinen Kopf und bemerkte selbst, dass meine Antwort viel zu lange dauerte. Jedes Mal wenn wir ins Gespräch kamen, mussten wir es wegen meinen langen Pausen abbrechen. Sollte ich einfach die Wahrheit sagen? Wäre das schlau?

„D-Du ähnelst meinem Bruder", gestand ich leise. Das hätte ich niemals sagen dürfen. Meine Aussage war völlig unüberlegt. Sukuna wird bestimmt böse auf mein Fehlverhalten sein. Ich kann mir als Fluch der Spezialstufe keine Missschritte erlauben.
„Echt? Ja jetzt wo du es sagst. Wir sehen tatsächlich aus wie Geschwister. Wir haben die gleiche Haarfarbe, Hautfarbe und sogar ähnliche Gesichtszüge. Lebt dein Bruder auch in Tokyo? Er ist bestimmt ein Jujuzist?", überforderte er mich mit Fragen. Ich verstummte. Mit dieser Welle hätte ich nicht gerechnet. Er schien sofort zu bemerken, dass ich nicht gelogen hatte und wollte noch mehr wissen. Wieder stellte ich mir die Frage: Wie soll ich antworten? Aber er hatte völlig Recht. Yuji ähnelt Sukuna total. Und es ist dann ganz verständlich, dass auch ich den beiden ähnle. Schließlich bin ich ein Teil Sukunas.
Um das Gespräch am Laufen zu halten, blieb ich bei der Wahrheit. Langsam setzte ich ein falsches, trauriges Gesicht auf und verlangsamte meine Schritte. Danach ballte ich meine Hand zu einer zitternden Faust und antwortete ehrlich:"Er ist verstorben."

Sukuna's SisterGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt