XXIII

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„Sa-Satoru?!", gab ich überfordert von mir und drückte ihn aus Reflex etwas von mir weg. Ich konnte den bleibenden Abdruck seiner Lippen deutlich auf meiner Stirn wahrnehmen. Er verdrehte mir völlig den Kopf. Macht es ihm Spaß mich zu ärgern? Was soll das denn?
Nervös blickte ich hin und her. Meine Blicke streiften den Opa und Satoru. Ich verstehe mein Verhalten nicht. Umso mehr ich darüber nachdenke, umso verrückter macht es mich. Wahrscheinlich steigere ich mich nur in die Sache hinein. Genau. Das muss es sein.
Selbstsicher streckte ich meinen Körper, griff gespielt vernarrt nach Satorus Hemd und drückte ihn an mich. Das Schauspiel soll realistisch bleiben. Es wäre falsch seinen Kuss nicht zu erwidern. Oder?
Wie genau verhalten sich Paare in Wirklichkeit? Warum gerate ausgerechnet ich in diese Situation? Es gibt kein Zurück mehr für mich. Opa hat uns genau beobachtet.
Für einen kurzen Moment starrte ich auf Satorus rosane, zarte Lippen. Sie sind so sanft wie die eines Kindes. Kein einziger kleiner Riss war darauf zu erkennen.
Ich bin selbst Schuld an dieser Lage. Hätte ich doch besser aufgepasst, hätte ich doch Yuji schneller dazu bringen können, mit Sukuna zu tauschen. Dann wäre jetzt alles anders.
Noch einmal holte ich tief Luft. Dann presste ich meine Lippen gegen Satorus. Immer intensiver fing ich an ihn zu küssen. Energisch biss ich vorsichtig auf ihm herum und hoffte Opa würde das Schauspiel abkaufen. Dieser Kuss versetzte mich in einen Zustand der Verlegenheit.
Erst nach etwa einer Minute ließ ich ihn wieder los, da mir die Luft zum atmen fehlte. Hauchend und völlig nass im Gesicht schaute ich ihn an. Er war ebenso überfordert wie ich. Doch er konnte die Situation wieder geschickt wenden. Wie immer zog er ein Grinsen auf. Danach klopfte er mir auf die Schulter und sagte fröhlich:"Ja sie ist etwas wild. Aber keine Sorge! Ich hab sie unter Kontrolle!"
Und dabei hatte er nicht einmal gelogen. Die Worte stimmen exakt. Auch wenn ich es mir nicht eingestehen mag.

Nach einiger Zeit verschwand Opa unzufrieden wieder. Satoru und ich waren nun alleine.
„Das vorhin habe ich nicht erwartet", sagte er plötzlich und wuschelte sich durch sein schneeweißes Haar. Etwas schüchtern blickte ich zu ihm. „Hast du ein Problem damit?", gab ich mürrisch von mir. „Hab ich nie behauptet. Ich wollte dir nur nichts antun, was du vielleicht nicht möchtest. Deshalb war ich ziemlich zurückhaltend.
Eigentlich tut es mir sogar fast Leid, dass du diese Lüge aufrecht halten musst. Es muss schrecklich für dich sein mich anzufassen. Wenn du lieber zu deinen Bruder willst kannst du mir das gerne sagen. Du hast freie Wahl."

Sukuna's SisterWo Geschichten leben. Entdecke jetzt