Kapitel 10

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Leise und vorsichtig, kletterte ich aus dem Bett, schnappte mir so schnell ich konnte frische Unterwäsche, Shorts und T-Shirt und verließ auf Zehenspitzen das Zimmer. Ich tapste den Flur entlang zum Badezimmer. Wo ich mich erleichtert einschloss.
What the fuck! Fuck! Fuck! Was war gestern noch passiert? Hatte ich etwa Sex mit Kasimir und konnte mich nicht mehr erinnern? Das konnte nicht sein, oder? Das würde ich doch spüren, oder etwa nicht? Meine Gedanken rasten durch den Kopf und ich wusste nicht, was ich schlimmer finden sollte, die fehlende Erinnerung an Sex mit Kasimir, wenn es so war oder die Tatsache, dass es Kasimir war. Nicht weil ich nicht abgeneigt wäre, im Gegenteil, aber doch nicht so!
Ich klatschte mir kaltes Wasser ins Gesicht, da ich mich zusätzlich zu all dem auch noch fühlte, als hätte man mir sämtliche Lebensenergie entzogen. Dazu kam, dass alles an meinem Körper sich schwer anfühlte. Ich entschied mich für eine Dusche, danach würde ich das heiße Problem in meinem Bett angehen!

So leise ich konnte, schlich ich, als ich mich frisch gemacht hatte, zurück in mein Zimmer. Mir fiel auf, dass auf meiner Seite auch ein Eimer stand. Oh Gott, war ich so fertig gewesen? Hatte ich mich übergeben? Oder war das reine Vorsichtsmaßnahme gewesen? Hoffentlich hatte ich nichts Peinliches gemacht!
,,Du kannst ruhig laut sein", nuschelte Kasimir und ich sah, wie sein Arm unter der Decke hervorkam und nach seinem Handy, das auf dem Nachtisch lag, griff. Er entsperrte es, blickte darauf und legte es wieder an die Seite. Ob er nur die Uhrzeit checken wollte? Oder vielleicht wollte er auch schauen, ob er Nachrichten, von wer auch immer sie war, seiner Geliebten oder so, erhalten hatte! Die Sache war gestern tatsächlich ungeklärt geblieben, zumindest soweit ich mich erinnern konnte. Denn, noch immer wusste ich nicht, ob es bereits jemanden in seinem Leben gab. Ich blieb weiterhin wie angewurzelt an der Tür stehen. Kasimir dagegen stand mit einem breiten grinsen auf und kam auf mich zu.
,,Hast'n Kater was? Bin mal im Bad." Nur in Unterhose stolzierte er an mir vorbei, aus dem Zimmer. Ich spürte wie ich errötete und war froh, dass er es nicht gesehen hat. Als ich mich wieder gefangen hatte, fing ich an, kopflos im Zimmer hin und her zu gehen. Ok, was jetzt? Wie verhält man sich in so einer Situation? Sollte ich ihn einfach fragen, ob wir Sex hatten oder einfach so tun, als wäre nichts? So wie er! Und wenn ich ihn frage, was ist, wenn wir keinen hatten?
Plötzlich kam mir eine Idee. Ich musste Laura anrufen!
Schnell suchte ich mein Zimmer nach meinem Handy ab und fand es auf meinem Schminktisch.
Ich sah eine Menge Nachrichten in unserer Gruppe, doch ich hatte keine Zeit sie jetzt zu lesen.
Geh ran, geh ran, geh ran! Flehte ich in Gedanken.
,,Ja?", ertönte eine müde und grummelige Stimme, am anderen Ende.
,,Lauraaaa! Ich brauche deine Hilfe", flüsterte ich.
,,Bonnie? Warum flüsterst du?"
Sie hatte recht, ich war ja alleine.
,,Lauraaaa, Kasimir lag heute Morgen in meinem Bett. Ich weiß nicht, was ich tun soll. Ich weiß nicht, ob wir was hatten. Ich kann mich an nichts mehr erinnern!"
Ein kräftiges Lachen ertönte am anderen Ende der Leitung, welches sich kaum wieder einkriegte. Warum lachte sie?
,,Alles gut Bonnie! Beruhige dich erstmal!"
,,Wie soll ich mich bitte beruhigen? Sag mir, was passiert ist und warum du lachst?"
,,Kasimir und ich haben dich nach oben gebracht. Du warst keine zwei Stunden später, nachdem wir beide angefangen hatten, die Wodka zu trinken, Sternhagel voll. Du wolltest sogar noch mit Chicco spazieren gehen, obwohl du kaum noch stehen konntest. Ich hab dir dein Kleid ausgezogen und dich ins Bett gelegt. Kasimir bestand darauf, bei dir zu bleiben, denke mal wegen der Drogen. Ich hab gesagt, wenn er was macht oder dich anfasst, hacke ich ihm sein Ding ab, egal ob ich Fan bin. Er hat sogar noch beim Aufräumen geholfen. Also mach dir keine Sorgen. Als ich ging, warst du längst im Land der Träume."
Ich rutschte erleichtert die Wand herunter, an der ich gelehnt hatte.
,,Gott sei Dank! Dachte schon das wir Sex hatten oder ich irgendetwas Peinliches angestellt hab."
,,Wenn du mit peinlich meinst, dass du ebenfalls wolltest, dass er bei dir bleibt und ihn den ganzen Weg ins Zimmer gesagt hast, was für ein toller Mensch er doch ist, auch wenn ihr euch noch nicht lange kennt und wie gut er aussieht. Wie wahnsinnig sexy du seine Stimme findest und noch anderes. Dann ja."
,,Ich hab was?", schrie ich fast ins Handy und ließ es kurz auf den Boden fallen.
Das wars! Er wusste alles, alles was ich wirklich über ihn dachte! Ich nahm das Handy wieder hoch.
,,Danke Laura, ich melde mich später. Ich muss jetzt erstmal im Erdboden versinken!"
,,Ach komm schon, das war nur Spaß. Er ... ", doch ich hatte schon aufgelegt und vergrub den Kopf zwischen meinen Knien. Eigentlich wollte ich nun überlegen, wie ich aus der ganzen Sache rauskam, ohne mich absolut zu blamieren, aber ich war zu kaputt, um klar zu denken. Und ich war unendlich müde. Warum war ich so müde .Ich musste mich erstmal kurz ausruhen. Und als ich eine Weile so da saß, nickte ich einfach ein.

,,B, alles ok?", hörte ich plötzlich eine Stimme neben mir und roch den Duft eines frisch geduschten Typen. Ich hob langsam den Kopf und blickte in Kasimirs braune Augen, die mich besorgt ansahen.
,,Komm", er half mir hoch und brachte mich zum Bett.
,,Ich fühle mich wie ausgelutscht!", stöhnte ich.
Er reichte mir eine Wasserflasche. Ich trank sie halb leer und ließ mich nach hinten fallen. ,,Warum gehts dir denn nicht so scheiße?"
,,Ich hab nicht so viel getrunken wie du."
,,Na toll!"
Er kramte in seinen Sachen herum, ging zum Sofa und fing an sich einen Joint zu bauen.
,,Wie kannst du nur am frühen Morgen, schon ein rauchen", sagte ich, hievte meinen schweren Körper wieder hoch und setzte mich zu ihm rüber. Da es eine rhetorische Frage war, erwartete ich keine Antwort, die ich auch eh nicht bekam, stattdessen lächelte er nur und baute weiter. Manchmal würde ich gern in seinen Kopf gucken können. Diese verschlossene Art von ihm, wirkte einerseits geheimnisvoll, machte ihn zugleich aber auch unantastbar.
Er hielt mir den Joint hin, als er fertig war, doch ich verneinte kopfschüttelnd und beobachtete ihn wie er daran zog.
,,Ich muss heut Abend noch nach Köln", sagte er plötzlich und lehnte sich nach hinten ans Sofa.
,,Oh warum?"
,,N'bisschen Promotion, Studio Sessions, den Track aufs Album hauen und so."
In mir krampfte sich alles zusammen.
,,Wann kommst du wieder?"
,,Weiß noch nicht."
Da ich nicht wusste, was ich darauf antworten sollte, sagte ich einfach nichts. Ich war traurig. Er dagegen wirkte, als würde ihm das nichts ausmachen. Er war es ja auch gewohnt, durch die Gegend zu reisen.
Er sah mich an und streckte seinen Arm aus, als Zeichen, dass ich zu ihm kommen sollte. Ich rückte näher an ihn und lehnte mich an seine nackte Brust, spürte das warme Gefühl und lauschte dem Pochen seines Herzens. Schweigend saßen wir da, während er rauchte und nebenbei meinen Kopf kraulte. Ich wollte nicht, dass er ging!
Er hielt mir plötzlich sein Handy vor die Nase.
,,Kannst du mir deine Nummer geben, damit ich mich melden kann?"
Mein Herz fing an, wie wild zu rasen. Er wollte tatsächlich meine Nummer haben und definitiv noch weiter Kontakt mit mir. Das hieß, ich war ihm also nicht egal. Das kleine Mädchen in mir war am Ausrasten, nach außen antworte ich allerdings nur, mit einem lässigen, ,,Klar", tippte meine Nummer ein und gab ihm das Telefon zurück.
Ich hob ruckartig den Kopf. Mir war etwas eingefallen!
,,Ich habe dir noch gar nicht meine Sachen gezeigt", sagte ich euphorisch und packte seine Hand. Ich hatte ihn schon fast zur Tür geschleift, als er stehen blieb.
,,Warte mal, kann ich mich kurz anziehen?"
Stimmt, er hatte ja nur Shorts an! Ich kicherte verlegen, ,,Sorry."

Ohne Dich/Kasimir Fan FictionGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt