Ich entschied mich dazu, aus der kurzen Zeit, die wir nun hatten, wie immer doch das Beste zu machen und ließ das Thema nach unserem Gespräch ruhen. Zumindest versuchte ich es, doch diesmal klappte es einfach nicht. Immer wieder ertappte ich mich dabei, wie ich in Gedanken versank, zickig regierte, wenn er mich etwas fragte oder mich kurz zurückzog, um mich abzulenken. Ich war einfach zu wütend. Kasimir dagegen, verhielt sich wirklich entgegenkommend und tat alles daran, dass meine Stimmung nicht weiter auf den Tiefpunkt sank. Ob er ein schlechtes Gewissen hatte? Keine Ahnung! Und wenn ja, war er selbst Schuld daran!
Als ich auf dem Sofa saß und durch zappte , um einen Film für uns rauszusuchen, holte Kasimir die Pizza an der Tür ab, die wir bestellt hatten.
Ich schaffte gerade mal ein Stückchen. Irgendwie schlug mir alles auf den Magen. Kasimir beäugte mich kritisch. ,,Willst du nicht mehr?"
,,Kein Hunger irgendwie."
Er stand auf und räumte den Karton in die Küche, während ich mich missmutig auf dem Sofa langmachte und wieder auf den Bildschirm starrte.
,,Babe, hast du Lust einen Kumpel zu besuchen?"
Abrupt drehte ich mich zu Kasimir um, der hinter dem Sofa stand. ,,Wen denn?"
,,Airon. Der schmeißt heut 'ne Party. Lass mal zusammen hingehen."
Ich dachte kurz nach. Nach feiern war mir zwar absolut nicht zumute, allerdings würde mich ein wenig Alkohol bestimmt auf andere Gedanken bringen, also stimmte ich zu. ,,Ok, ich geh' mich fertig machen", sagte ich, stand vom Sofa auf und ging Richtung Badezimmer. Ich spürte, wie Kasimir mir mit den Augen folgte. Mit so einer schnellen Zusage, hatte er anscheinend nicht gerechnet.
Als wir wenig später bei Airon vor der Tür standen, wurde ich dann doch leicht nervös. Wir hatten uns ein Taxi genommen, da Kasimir kein Führerschein hatte und ich ja eventuell etwas trinken wollte. Er nahm meine Hand, den er musste meine Nervosität gespürt haben. Als er mich anlächelte, ließ meine Wut heute, das erste Mal nach. Was sollte es auch bringen, wenn ich jetzt mit schlechter Laune dort rumsaß.
,,Heeeyyy", mit einem Schwung wurde die Haustür geöffnet und aus der dumpf klingenden Musik, wurde ein lautes Dröhnen. Airon stand mit einer Flasche Bier in der Hand und einem breiten Lächeln im Gesicht vor uns. Ich war ihm schon öfter begegnet, wenn ich mit Kasimir unterwegs gewesen bin oder ihn ins Studio begleitet hatte, daher kannte er mich bereits.
,,Kasi Junge, was geht! Hey Bonnie, alles klar?"
Wir begrüßten ihn ebenfalls und er ließ uns herein. Ich fragte mich, ob es seine Wohnung war und ob er dort alleine wohnte, denn schon beim Betreten fiel mir auf, dass sie verdammt groß war und ziemlich viele Zimmer hatte. Zum Wohnzimmer hin, führte ein breiter langer Flur, in dem ein paar Leute herumstanden und sich unterhielten. Ein leicht nebeliger Schleier durchzog alles und es roch nach Weed und Zigaretten. Ab und zu kroch mir der Duft eines Parfüms in die Nase, wenn jemand, durch den Flur, an uns vorbeiging. Die Türen der Zimmer auf der rechten Seite standen alle weit offen. Es musste eine WG sein, denn es waren alles Schlafzimmer, die nach typischen Zimmern einer Männer WG aussahen. Single Bett, Schreibtisch, Laptop, Konsole. Aus einem der drei Zimmer dröhnte die laute Musik, die wir von draußen gehört hatten. Links war eine geschlossene Tür, mit einem pinkelnden Jungen als Dekoration drauf. Was bedeuten musste, dass dies wohl das Badezimmer war. Daneben war die Küche und ein weiterer Raum, bei dem die Tür geschlossen war. Als wir den Flur entlang gingen, schien Kasimir die meißten Jungs zu kennen, denn wem er nicht die Hand gab, dem winkte er oder nickte er kurz zu. Ich hatte bisher noch niemanden entdeckt, der mir bekannt vorkam. Zudem wirkte es, als wäre ich das einzige Mädchen hier. Als wir um die Ecke bogen, hörten wir andere dumpf klingende Musik aus dem Wohnzimmer. Diese war allerdings etwas leiser. Kasimir öffnete die Tür und ging als erster hinein. Ich und Airon folgten ihm.
,,Kasi!", hörte ich Dilo rufen. Kasimir trat einen Schritt beiseite, sodass wir ebenfalls hereinkommen konnten.
,,Bonnie!",rief Tarek, ein Kumpel der beiden, den ich mal in der Tuning-Werkstatt kennengelernt hatte und auch schon öfter begegnet war. Eigentlich war er sogar, genau wie Dilo, immer und überall dabei. Die beiden saßen noch mit drei anderen Jungs dort, die ich nicht kannte. Einer war auch etwas älter und die anderen beiden ungefähr in Kasimirs Alter. Verlegen begrüßte ich alle, in dem ich kurz die Hand hob. Nun, meine Vermutung hatte mich nicht getäuscht, ich war das einzige Mädchen!
Wir setzten uns zu den beiden jüngeren Typen auf die Wohnlandschaft. Der eine hatte blonde Haare und trug einen schwarzen Jogginganzug. Irgendwo hatte ich ihn auch schonmal gesehen. Der andere hatte dunkle Haare und einen südländischen Touch. Er trug eine dunkelblaue Jeans und ebenfalls einen schwarzen Pullover. Der blonde bekam plötzlich einen Anruf.
,,Yo, was los?", sagte er mit einem breiten Grinsen. ,,Bin auf einer Party, bei Airon. Ich sitz' hier mit Dilo, Lauin, Chapo und so. Kasimir ist auch gerade gekommen", er zwinkerte Kasimir kurz zu. ,,Klar komm vorbei. Ok, bis gleich."
,,Leute, Vero kommt gleich mit ner Freundin vorbei."
,,Yeah Mann. Endlich sinkt der Testo Spiegel", rief der ältere, der mitten im Raum stand und wandte sich daraufhin zu mir, ,,Nichts gegen dich, aber du gehörst ja schon unserm Kasi." Er grinste breit und sah zu ihm herüber. ,,Digga, deine Freundin ist echt Bombe! Wie gerade du die bekommen hast, ist mir ein Rätsel", er blickte wieder mit einem Lächeln zu mir und hielt mir seine Hand hin, ,,Ich bin übrigens Chapo."
,,Hi, ich bin Bonnie", erwiderte ich ebenfalls mit einem Lächeln und gab ihm die Hand.
,,Bonnie und Clyde, wa!", scherzte er, beugte sich zu mir und sagte mit etwas leiser Stimme, ,,Der hat dich gar nicht verdient!"
,,Digga, was erzählst du da! Hör mal auf, meine Freundin voll zu quatschen."
Chapo hob beschwichtigend die Hände, ,,Spaß Digga, weißte doch", er zwinkerte mir zu, ,,Ich hol' mir noch'n Bier, möchte, wer eins?"
,,Yo ich", rief der Blonde, der neben Kasimir saß.
Ich wollte auch etwas trinken, jedoch kein Bier. Ich sah Kasimir unsicher an, weil ich nicht wusste, ob ich die Jungs einfach fragen sollte.
,,Möchtest du was anderes? Ich hab in der Küche vorhin Jacky Cola und so stehen sehen."
,,Meinst du, es gibt Wodka?", fragte ich leise. Allerdings nicht leise genug.
,,Bei Wodka, bin ich auch dabei!", sagte der blonde und lugte mit einem breiten Grinsen, an Kasimir vorbei, zu mir, ,,Ich bin übrigens Felix."
,,Bonnie."
,,Echt schöner Name."
,,Vielen Dank."
,,Und wie kam es dazu, dass du dir den Kasi geangelt hast?", fragte er und stupste Kasimir leicht in die Seite.
,,Das solltest du besser ihn fragen", antwortete ich und sah ebenfalls zu Kasimir. Nun blickten wir ihn beide, eine Antwort abwartend, an. Kasimir fuhr sich verlegen durch die Haare.
,,Geheimnis Digga, Geheimnis", gab er verlegen zurück und sprang vom Sofa auf, ,,Yo Airon, hast du Wodka?"
,,Klar Diggi! Komm mit in die Küche, müssen eh noch was klären."
,,Geh ruhig, ich pass' schon auf!", sagte Felix und zwinkerte ihm zu. Kasimir sah mich an, ,,Bin gleich wieder da Babe." Dann wandte er sich Felix zu, ,,Und du lässt ja die Finger von ihr!"
Felix, sein Grinsen wurde noch breiter und ich fand es einfach nur mega süß, wie Kasimir sich sorgte und irgendwo ja auch sein Revier markierte. Trotzdem fragte ich mich im Hinterkopf, was er wohl mit Airon zu besprechen hatte?
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Ohne Dich/Kasimir Fan Fiction
Hayran KurguBonnie ist eine einundzwanzig Jahre alte Studentin, die mit ihren Eltern und ihrem Hund Chicco, in einem ruhigen Dorf in der Nähe von Berlin wohnt. Sie ist oft allein, da ihre Eltern ständig auf Geschäftsreisen sind. Eines Tages zieht im Haus nebena...
