Teil 2
Mit einem riesigem Ruck und einem strahlendem Lächeln, riss ich die Wohnungstür auf. ,,Hallooooo!"
Kasimir zuckte kurz zusammen, weil ich so schnell an der Tür war und begrüßte mich dann ebenfalls mit einem breiten Lächeln. ,,Na!"
Gefüllt von Glückshormonen, warf ich mich ihm um den Hals.
Kasimir versuchte mich etwas zu beruhigen. ,,Babe, lass mich erstmal reinkomm", sagte er noch, bevor ihn meine Flut von Küssen traf, die ich überall in seinem Gesicht verteilte.
,,Aber ich hab dich so sehr vermisst!"
Er lächelte zwar, doch ich spürte komischerweise eine leichte Ablehnung, an seiner Körperhaltung, also ließ ich von ihm ab. ,,Na gut!" Ich ging ein Stück beiseite, sodass er hereinkommen konnte. Kasimir legte seine Tasche, die ausgesprochen klein war, für die Zeit, die er bei mir bleiben wollte, auf das hellgraue Sofa im Wohnzimmer und sah sich um.
,,Wie findest du sie? Ist zwar nicht mehr das Haus, aber trotzdem schick, oder?"
Kasimir nickte nur und schlenderte von Zimmer zu Zimmer.
,,Fühl dich wie zu Hause! Ich hol' uns was zu trinken", sagte ich und ging freudestrahlend in die Küche. Endlich konnten wir unsere Zweisamkeit genießen, auf die ich mich so sehr gefreut hatte. ,,Wir können uns nach draußen auf die Terrasse setzen, die Aussicht ist mega. Ich sitz' da eigentlich fast jeden Tag. Manchmal nehm ich sogar mein Schneiderkram mit nach draußen. Das ist allerdings immer ziemlich aufwendig. Alles rausräumen, aufbauen, abbauen, alles wieder rein räumen", quatschte ich ihn von der Küche aus zu und machte uns zwei leckere Cocktails mit einem Schuss Wodka drin. Als ich zurück ins Wohnzimmer kam, sah ich durch die Panoramafenster, dass Kasimir bereits auf der Terrasse war und es sich draußen, auf meiner Liege bequem gemacht hatte. Ich ging mit einem kleinen Tablett in der Hand, auf dem ich die beiden Cocktails balancierte, nach draußen. Dabei fiel mir auf, dass er die ganze Zeit, mit ernstem Blick, auf sein Handy starrte.
Er hatte irgendwas, den er verhielt sich komisch!
,,Bitte", sagte ich und stellte eins der Gläser, auf den kleinen Beistelltisch neben ihm. Durch meine Stimme, wurde er aus seinen Gedanken gerissen, ,,Danke." Er legte schnell sein Handy beiseite und lächelte mich an.
,,Warum hab ich das Gefühl, du verheimlichst mir etwas", sagte ich spielerisch, stellte das Tablett mit meinem Cocktail ab und setzte mich auf seinen Schoß. Für ein paar Sekunden sahen wir uns einfach nur an, ohne etwas zu sagen.
,,Was ist los?", fragte ich und schlang meine Finger in seine. Er zögerte einen Moment, bevor er antwortete. Das konnte eigentlich nichts Gutes bedeuten, versuchte jedoch das ungute Gefühl in meiner Magengegend zu verdrängen.
,,Ich fliege übermorgen nach Erbil", sagte er trocken.
Dieser Satz, ließ plötzlich sämtliche Freude, wie die Luft in einem Ballon, aus mir weichen und füllte mich stattdessen mit purer Enttäuschung. Man musste es mir ansehen, denn Kasimir reagierte sofort. ,,Heyyy, danach bin ich für 'ne Weile wieder hier", lenkte er schnell ein und streichelte mir sanft über die Wange.
,,Mhh, was ist es diesmal?", fragte ich mit leicht genervtem Unterton.
,,Naja Dilo und'n paar Freunde, wollten mit mir dort'n bisschen Urlaub machen und wir starten 'nen Projekt!"
,,Was für ein Projekt?"
,,Darf ich noch nicht sagen."
,,Wieso darfst du es nicht sagen?"
,,Kein Plan, wegen AGBs und so."
,,Ja, aber mir kannst du es doch ruhig erzählen."
,,Sorry Babe, Dilo meinte, ich soll bloß nix sagen."
Ich riss meine Hände von ihm los und stand auf. ,,Dein Ernst jetzt? Wieso vertraust du mir denn nicht?"
,,Babe, wenn jemand davon Wind bekommt, gibt's richtig Stress. Das läuft über Amazon und...", ,,Richtig Stress? Als, wenn ich das irgendwem erzählen würde. Das müsstest du eigentlich am besten wissen!"
Aufgebracht, drehte ich mich von ihm weg und blickte mit verschränkten Armen auf die Skyline von Berlin. Es kränkte mich, dass er mir nicht sagen wollte, was er in Erbil vorhatte und dass er mir nicht vertraute.
,,Weißt du was mich nervt?", sagte ich und drehte mich wieder zu ihm um, ,,Deine ständigen Geheimnisse vor mir! Du versteckst ein Teil deines Lebens und ich versteh' einfach nicht wieso!"
,,Was meinst du damit?"
,,Ich meine damit, dass ich merke, dass du mir bei allem immer nur die Hälfte erzählst und das schon seitdem wir uns kennengelernt haben. Und sag jetzt nicht, ich bilde mir das ein!"
Kasimir seufzte und stand von der Liege auf, ,,Warum stresst du mich jetzt so?"
,,Ich stresse dich? Na ganz toll!", antwortete ich ironisch.
,,Babe, so meint...", ,,Weißt du, ich wünsche mir, dass du endlich mal ehrlich zu mir bist! Und mir ehrlich sagst, was du noch so nebenbei machst!" Ich drehte mich wieder von ihm weg, da ich den Tränen nahe war. Immer wieder hatte ich mir eingeredet, dass es nicht so wichtig wäre, diese andere Seite von ihm zu kennen. Der Rapper Kasimir, mit seinen Unmengen an Fangirls, DMs, Interviews und was es sonst noch gab. Ich war überzeugt gewesen, es würde ausreichen, den Kasimir zu kennen, der mich, mit seinem frechen Grinsen, von unserem Gartenzaun aus begrüßt hatte. Doch ich hatte mich getäuscht. Innerlich wollte ich alles wissen, alles mit ihm teilen und alles mit ihm erleben.
Ich spürte, wie sich plötzlich seine Arme von hinten, um meine Hüfte schlangen und er seinen Kopf auf meiner Schulter ablegte. ,,Ich habe dich auch vermisst. Ehrlich! ", sagte er leise, ,,Und ich bin an keinem Ort lieber, als bei dir."
Es fühlte sich gut an, diese Worte aus seinem Mund zu hören und doch war da ein kleiner Teil in mir, der ihm nicht glauben konnte. Wie konnte etwas so Schönes, einen auch gleichzeitig so fertig machen? Meine Mutter würde jetzt wahrscheinlich sagen: Das ist Liebe! Sie fragt nicht oder warnt dich, sie ist einfach da und lässt dich fühlen.
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Ohne Dich/Kasimir Fan Fiction
FanfictionBonnie ist eine einundzwanzig Jahre alte Studentin, die mit ihren Eltern und ihrem Hund Chicco, in einem ruhigen Dorf in der Nähe von Berlin wohnt. Sie ist oft allein, da ihre Eltern ständig auf Geschäftsreisen sind. Eines Tages zieht im Haus nebena...
