Es war passiert! Nein, ich hatte es nicht nur gedacht, sondern gerade eiskalt ausgesprochen! Was bitte, war in mich gefahren?
Kasimir blickte mich wortlos an. Ich konnte nicht einschätzen, was er von meinem kleinen Geständnis hielt. Was ich jedoch wusste war, dass der Schock, über meine gesagten Worte, so tief in mir saß, dass ich einen Blick drauf haben musste, als hätte ich gerade jemanden mit dem Auto überfahren.
,,Ich...es...es tut mir leid, das...das war nicht...", stotterte ich direkt vor seiner Nase und wich abrupt zurück. Ich musste mich so schnell wie möglich, aus dieser misslichen Lage heraus boxen, ,,Ich glaub' ich bin High! Ha, ha, ha – du weißt ja, ich quatsche immer viel Unsinn, wenn ich betrunken bin – oder bekifft. Vergiss das einfach wieder!" Ich winkte das Thema mit der Hand ab und versuchte dabei entspannt zu lächeln, in der Hoffnung, er würde mir das abkaufen. Allerdings musste es sehr komisch aussehen, denn in Kasimirs Gesicht, erschien ein ziemlich breites Grinsen. Na toll! Entweder, hielt er mich gerade für völlig gestört oder er lachte mich aus! Beides war in meiner Vorstellung nicht gerade die gewünschte Reaktion. Er zog nochmal am Joint und drückte ihn dann, natürlich weiterhin in sich rein grinsend, auf der Wiese aus. Völlig hilflos und am liebsten im Boden versinkend, saß ich da und hoffte darauf, dass dieser peinliche Moment ein Ende nahm. Kasimir stand auf, klopfte sich das Gras von der Hose ab und streckte mir die Hand entgegen. Verlegen ergriff ich nach ihr und stand ebenfalls auf. Er zog mich vorsichtig zu sich und legte seine Hände um meine Hüfte.
,,Du bist süß, wenn du high bist und noch süßer, wenn dir was peinlich ist!", sagte er, beugte sich zu mir und küsste mich. Ich war zwar etwas irritiert, doch auch überglücklich, dass ich anscheinend mit meinem Geständnis auch nichts zwischen uns kaputt gemacht hatte.
Also erwiderte ich seinen Kuss einfach und versuchte über diesen peinlichen Vorfall hinwegzusehen. Plötzlich spürte ich ein Vibrieren in meiner Hosentasche.
,,Huch! Warte kurz!", bat ich und holte mein Handy heraus. Es war Laura. Ich konnte jetzt auf keinen Fall rangehen, dann würde er mitbekommen, worum es ging! Ich würde sie einfach später zurückrufen!
,,Wer ist das?"
,,Ach Laura, aber ich werd' sie später zurückrufen", antwortete ich, drückte sie weg, steckte das Handy wieder in die Tasche und sah ihn lächelnd an, ,,Lass uns nach Hause gehen!"
Kasimir stimmte mir mit einem kurzen nicken zu.
,,Chicco! Komm her!", rief ich und Chicco, der nun in der Sonne vor sich hin gedöst hatte, sprang auf und kam auf mich zu gelaufen. Ich machte die Leine an seinem Halsband fest und wir gingen gemeinsam zu mir nach Hause.
Kasimir erzählte mir auf dem Weg, von seinem kommenden Album. Es würde den Titel "EYA", tragen. Auch erzählte er von dem Song, den er noch nachträglich aufgenommen hatte. Zu dem ich ihn wohl inspiriert hatte. Ich war so gespannt, was das für ein Song war.
Als wir bei mir waren, ergriff ich die Gelegenheit Laura anzurufen! Kasimir war duschen und das musste ich ausnutzen. Ich war gespannt, was sie mir zu erzählen hatte, also setzte ich mich ins Wohnzimmer, bestellte mir und Kasimir vorher eine Pizza und rief sie dann an.
,,Bonnie! Endlich!", ertönte ihre aufgeregte Stimme am anderen Ende.
,,Sorry, wir waren vorhin am See, deswegen konnte ich nicht telefonieren."
,,Und jetzt?"
,,Er ist gerade duschen gegangen. Also müssen wir schnell machen. Was hast du herausgefunden?"
,,Ok, alles klar! Also ehrlich gesagt, hab ich nicht wirklich viel herausgefunden und man weiß ja auch nie so, ob alles immer stimmt. Na ja egal, also er hatte wohl eine Freundin namens Aylin. Beziehungsweise was heißt Freundin, so ganz ist das nicht klar, aber er hatte auf jeden Fall etwas für längere Zeit mit ihr. Frag mich bitte nicht, wie ich das herausgefunden habe, aber es war sehr, sehr aufwendig und ich musste viele Kontakte spielen lassen. Diese Aylin ist achtzehn und kommt auch aus Steglitz, die waren wohl zusammen auf einer Schule damals."
,,Und meinst du, die haben noch Kontakt?"
,,Schwer zu sagen, aber man munkelt, dass sich einige Songs von ihm, auf deren Beziehung damals beziehen. Ich habe sie tatsächlich bei Insta gefunden und ihr eine Freundschaftsanfrage geschickt."
,,Dein Ernst?"
,,Klar, ich weiß nur nicht, was ich ihr schreiben soll, um an Infos zu kommen."
Ich überlegte kurz, ,,Geh direkt auf Konfrontation. Frag, ob sie die Ex ist und ob die noch Kontakt haben!"
,,Sicher? Und wenn sie darauf nicht eingeht?"
,,Wenn die noch Kontakt haben, oder sie noch Interesse an ihm hat, wird sie Safe allein aus Neugier mit dir quatschen wollen. Gib ihr nur so viel Infos, dass sie auch mit Details rausrücken muss und gib dich einfach als eine aus, die mit ihm Spaß hatte oder so. So Groupie mäßig."
Laura lachte, ,,Bonnie Alter, du mit deinen Teufelsplänen. Alles klar, schauen wir mal, ob es klappt."
,,Danke Laura!"
,,Kein Problem, immerhin hab ich ihn gewarnt und wenn ich da was rauskriege, gibt's Ärger!"
Nun musste ich schmunzeln.
,,Na gut, muss auflegen, nicht dass er noch was mitkriegt."
,,Alles klar, ich schreibe dir später. Bis dann!"
,,Bis dann."
Ich legte das Handy beiseite. Aylin also! Ich spürte ein schmerzendes Gefühl in der Brust. Allein der Gedanke, dass er noch mit ihr Kontakt haben könnte, oder sich im schlimmsten Fall noch mit ihr traf, ließ meinen Puls schneller werden und eine Welle von Angst überkam mich. Was war, wenn etwas herauskam, was nicht herauskommen sollte? Was, wenn es mir das Herz brach?
Ich stand auf und musste mich kurz beruhigen, um mein Puls herunterzufahren. Noch war nichts! Redete ich selbst auf mich ein und lief ein paar Schritte hin und her.
,,Alles ok?", Kasimir stand im Flur und blickte verwundert ins Wohnzimmer.
Seine nassen Haare, lagen wild auf seinem Kopf, er trug eine kurze schwarze Shorts und ein weißes T-Shirt. So schlicht angezogen sah ich ihn selten, da er immer irgendwas mit Farbe, Muster oder was Ausgefallenes trug. Er sah mega sweet aus in diesem einfachen Look. Es ließ ihn so brav wirken und er war ganz weit entfernt, vom coolen Rapper Image, welches er sonst ausstrahlte.
Er würde mir das nicht antun, dachte ich. Niemals!
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Ohne Dich/Kasimir Fan Fiction
FanfictionBonnie ist eine einundzwanzig Jahre alte Studentin, die mit ihren Eltern und ihrem Hund Chicco, in einem ruhigen Dorf in der Nähe von Berlin wohnt. Sie ist oft allein, da ihre Eltern ständig auf Geschäftsreisen sind. Eines Tages zieht im Haus nebena...
