Kühler Wind kam mir entgegen. Der sehr angenehm war, im Vergleich zu der Hitze und rauchigen Luft in der Wohnung. Das schwache Licht der Straßenlaternen am Gehweg erhellte die dunkle Seitenstraße. Niemand war zu sehen, nur Autogeräusche in der Ferne. Ich orientierte mich kurz und entschied mich den Weg entlangzugehen, bei dem ich dachte, es wäre der, von dem wir gekommen waren.
,,Bleib doch mal stehen!", rief Kasimir hinter mir und ich hörte wie seine Schritte schneller wurden und näher kamen. Ich wollte nicht stehen bleiben und ich wollte auch nicht mit ihm reden!
,,Bonnie!", rief er durch die ganze Straße. Einige Hunde fingen an zu bellen, gefolgt von Lichtern, die in einigen Fenstern angingen.
Ich stoppte abrupt. Das Letzte, was ich wollte, war hier mitten auf der Straße Aufmerksamkeit erregen. Was weder gut für ihn, noch für mich war.
,,Was is los?", ertönte seine raue Stimme, die etwas außer Atem klang, direkt hinter mir. Ich drehte mich zu ihm. Er sah mich an, als würde er die Welt nicht mehr verstehen.
,,Sag du es mir!", antwortete ich und versuchte dabei ruhig zu klingen, was alles andere als einfach war.
,,Kein Plan, was gerade abgeht!", antwortete er aufgebracht.
,,Ach ist das so? Also bist du nicht mit deiner Ex zusammen, ins Wohnzimmer hineingekommen? Was habt ihr denn allein gemacht, vielleicht darüber geredet, ob ihr es nicht doch wieder versuchen wollt?"
,,Babe, jetzt komm mal runter. Das ist nur meine Ex! Keine Ahnung wovon du redest und was der Stress gerade soll."
,,Du hast keine Ahnung? Vielleicht hörst du mal auf, mich anzulügen und bist endlich mal ehrlich zu mir!"
,,Ey! Ich hab echt kein Bock auf den Scheiß", er drehte sich genervt zur Seite, als müsse er sich kurz beruhigen, bevor er weiter reden konnte.
,,Und ich hab kein Bock, auf einen Freund der hinter meinem Rücken, mit seiner Ex herumhängt!", antwortete ich etwas lauter.
,,Ich häng' nicht mit der rum! Was willst du eigentlich von mir?"
,,Was habt ihr im Flur so lange allein gemacht?"
,,Dein ernst?"
Ich verschränkte die Arme, als Zeichen dafür, dass ich es sowas von ernst meinte, denn ich raste vor Wut.
,,Junge! Ich war auf Klo und als ich herauskam is sie gerade mit ihren Freundinnen da vorbei. Als sie mich gesehen hat, fing sie an, mich voll zu texten. Ich hab ihr gesagt, dass sie mich in Ruhe lassen soll. Dass ich mich überhaupt dafür rechtfertigen muss!" Kasimir war sichtbar angepisst, doch das war mir in dem Moment egal. Ich wollte nur wissen, was Sache war.
,,Stimmt es, dass ihr es nochmal versuchen wolltet, als du mich kennengelernt hast?"
,,Was soll diese ganze Fragerei?"
,,Stimmt es?", fragte ich nachdrücklicher.
Kasimir wendete den Blick von mir ab. Mein Herz pochte wie verrückt, während ich seine Antwort abwartete. Warum ließ er sich so viel Zeit damit?
,,Ja wollten wir," gab er nun mit etwas ruhigerer Stimme zurück.
Dann sah er mich wieder an, ,,Aber es ist...", ,,Nicht so wie ich denke?", beendete ich den Satz für ihn, drehte mich um und ging. Tränen schossen mir in die Augen. Ich war so wütend und gleichzeitig so verletzt.
,,Bonnie!" Kasimir stellte sich mir in den Weg und legte seine Hände, an meine Schultern, damit ich stehen blieb. Ich wollte nicht, dass er sah, wie fertig mich das alles machte. Jetzt blickte ich ihn jedoch mit verheulten Augen und einem Gefühl von Hilflosigkeit an. Als er es sah, ließ er seine Hände, langsam von meinen Schultern sinken. ,,Babe, lass mich das erklären... bitte!"
Ich nickte nur und kramte in meiner Tasche nach einem Taschentuch.
,,Wir waren damals seit drei Monaten getrennt, als ich dich kennenlernte. Sie hat mich verlassen, als ich 'ne schwierige Phase hatte und als es mir wieder besser ging, kam sie halt an und wollte es nochmal probieren. Sie wollte sich mit mir treffen, als ich bei meiner Mutter war, was auch Grund für meinen Besuch war," er zögerte kurz und fuhr sich nervös durch die Haare. ,,Das klingt zwar übelst kitschig, aber... dann hab ich über den Zaun geschaut und dich gesehen. Ab dem Moment, gab es für mich keine Aylin mehr."
Er hatte recht, es klang absolut kitschig, aber auch verdammt süß. Doch warum konnte ich mich nicht so darüber freuen, wie ich sollte?
,,Ist das auch der Grund, warum du dein Handy permanent vor mir versteckst?"
,,Auch ja. Sie hat mir ständig geschrieben, bis ich sie blockiert hab und dann fingen noch andere Leute an mich voll zu texten ihretwegen."
,,Was war das für eine schwierige Phase, die du meintest?"
,,Das was du schon geahnt hast. Drogen."
,,Nimmst du noch welche? Bis auf das kiffen?"
,,Seit wir uns getroffen haben, gar nicht mehr, davor nur noch selten. Aber in meiner Phase damals, hab ich voll oft Nase gezogen und so."
Ich hatte den Eindruck, Erleichterung in seinem Gesicht zu sehen, als er auf meine ganzen Fragen antwortete. Immerhin hatte er das alles die ganze Zeit vor mir verborgen. Nun ergab auch sein ganzes Verhalten Sinn.
,,Danke das du es mir gesagt hast."
,,Is scheiße, dass du es von wem anders gehört hast. Sorry deswegen. Hätte es gleich erzählen sollen."
Ich lächelte in mich hinein. Mir war gerade etwas klar geworden. Erneut stiegen mir Tränen in die Augen, während ich versuchte Worte für das zu finden, was ich ihm gleich sagen würde.
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Ohne Dich/Kasimir Fan Fiction
FanfictionBonnie ist eine einundzwanzig Jahre alte Studentin, die mit ihren Eltern und ihrem Hund Chicco, in einem ruhigen Dorf in der Nähe von Berlin wohnt. Sie ist oft allein, da ihre Eltern ständig auf Geschäftsreisen sind. Eines Tages zieht im Haus nebena...
