Kapitel 26

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,,Bin ich deine Freundin? Also ich meine... feste Freundin?"
Er antwortete nicht und wendete den Blick von mir ab. Ob das ein gutes Zeichen war? Es machte den Eindruck, als müsse er darüber nachdenken. Mir gingen tausend Sachen durch den Kopf. Und je länger die Stille zwischen uns anhielt, umso unwohler fühlte ich mich. Nervös spielte ich am Saum der Decke und wartete, dass er etwas sagte. Irgendetwas!
,,Kam's für dich nicht so rüber?", fragte er endlich.
,,Na ja... wir haben ja nie wirklich darüber gesprochen. Und... ", ich hielt inne. Eigentlich wollte ich die alte Leier nicht wieder hochholen, dass er so wenig von sich preisgab.
,,Und?" ,fragte er jedoch nachdrücklich.
,,Schon gut!"
Wir schwiegen wieder und ich merkte wie die Stimmung anfing zu kippen. Kasimir stand auf und zog sich seinen Hoodie über. Dann kramte er in seinen Sachen herum und ging auf den Balkon.
Ich stand ebenfalls auf und folgte ihm.
Er rauchte ein und sah mit nachdenklichem Blick auf die Stadt herunter.
,,Dass ich so bin, hat nichts mit dir zu tun", sagte er plötzlich und betrachtete weiter all die Lichter, die den dunklen Himmel der Nacht erleuchteten.
,,Mein Lifestyle, feiern sicher viele, doch es gibt auch viele Schattenseiten, die einen manchmal nachts nicht schlafen lassen."
Ich sagte nichts, sondern beobachtete ihn nur. Dieser talentierte, hübsche Junge, stand da und wirkte als würde er eine große Last auf seinem Rücken tragen. Wie musste das wohl sein, wenn permanent alle Augen auf einen gerichtet waren, wenn jeder Schritt in der Öffentlichkeit kommentiert wird, wenn man ständig unterwegs von Termin zu Termin jagte und alle Bestleistung erwarteten? Ohne dass ich dieses Leben teilte, spürte ich diesen Druck, wenn ich ihn ansah und das schon vom ersten Moment seit wir uns kannten. Nur dass ich nun wusste, was es war, was ihn so beschäftigte.
War es überhaupt möglich, eine Beziehung mit ihm zu führen? Bei all dem, was dahinter steckte? Bisher war ich mir immer so sicher gewesen, doch jetzt kamen mir doch Zweifel. Er sah zu mir rüber. Inzwischen war ich die, die in Gedanken versunken da stand und nicht wusste, was sie tun sollte.
,,Komm mal her", sagte er plötzlich, nahm meine Hand und zog mich zu sich.
,,Bei allem, was so bei mir abgeht, bist du die einzige, bei der ich runter komm kann. Mir geht's mit dir besser!"
Ich lächelte. Es war schön zu wissen, dass er sich mit mir so wohlfühlte.
Er zog mich an sich, sodass ich seine Wärme spüren konnte. Ich schlang meine Arme um ihn und legte meinen Kopf auf seine Brust. Dann lauschte ich seinem Herzschlag. Ruhig und gleichmäßig, ertönte ein leichtes Klopfen. Plötzlich ließ mich ein Wort in meinem Kopf nicht mehr los. Liebe! Ich wollte nichts sehnlicher, als mit Kasimir zusammen zu sein und das am liebsten die ganze Zeit. Meine Gedanken kreisten nur um ihn, sodass alles andere um mich herum still stand. Und ich wollte für ihn da sein.
Das ist doch richtige Liebe!
Ich verdrängte all meine Bedenken, was Kasimir anging. Als hätte ich so eben alles Negative einfach weggesaugt. Es war doch so einleuchtend. Ich liebte ihn! Ein Gefühl von Glück stieg in mir hoch und durchströmte meinen ganzen Körper.
Ich hob meinen Kopf von seiner Brust und sah ihn mit einem breiten Lächeln an.
,,Was is los, warum grinst du so?", sagte er und musste direkt mitgrinsen.
Ohne etwas zu sagen, legte ich meine Hände an seine Wangen und zog ihn zu mir, um ihn zu küssen. Und wie ich ihn küsste! Ich steckte alle meine Gefühle, die mich gerade umgaben, in diesen Kuss hinein. Kasimir ging sofort drauf ein. Nach einer Weile löste er sich kurz von meinen Lippen und sah mich an. Er musste gespürt haben, dass etwas anders war und es schien ihm zu gefallen. Ich grinste ihn breit an und er erwiderte es. Plötzlich hob er mich kurzerhand hoch. ,,Kasi!", sagte ich lachend, ,,Was machst du?"
,,Das, was ich schon den ganzen Abend machen wollte", antwortete er frech und trug mich rein.

Mein Handywecker klingelte, als ich noch fest im Land der Träume war und nackt an Kasimir gekuschelt schlief. Ach nö! Dachte ich und kuschelte mich noch enger an ihn.
Doch mein Wecker gab nicht auf und klingelte weiter. Genervt hob ich den Kopf, drehte mich zur Seite und griff zum Nachtisch. Es war bereits der dritte Wecker, den ich mir im Handy gestellt hatte. Da ich wusste, es würde mir schwerfallen, heute aufzustehen. Das hieß, wir hatten nicht mal mehr schlummer Zeit, sondern musste direkt raus aus dem Bett.
Ich drehte mich wieder zu Kasi und stupste ihn an. ,,Kasi, aufstehen, wir müssen raus." Er nuschelte nur irgendwas und kehrte mir den Rücken zu.
,,Kasi!", sagte ich etwas lauter und mit mehr Druck. Doch er reagierte nicht.
Ok, Plan B! Ich beugte mich zu ihm und fing an seinen Hals zu küssen, während ich mit anderen Hand über seine Hüfte zu seinem besten Stück glitt. Er zuckte zusammen, ,,Babe!"
Als ich nicht aufhörte, drehte er sich um und zog mich mit einem grinsen an sich. Dann flüsterte er mir ins Ohr, was er gleich tun würde, wenn ich nicht von ihm abließ. Und so verlockend das Angebot auch war, es blieb leider keine Zeit! Ich gab ihm lächelnd einen Kuss und stand auf. Kasimir beobachtet mich, während ich mir ein paar Sachen zusammen suchte. Ich weiß, es war gemein ihn heiß zu machen und dann so stehenzulassen, doch immerhin war er nun wach. Ich warf ihm noch eine Kusshand zu und ging ins Badezimmer. Eine heiße Dusche würde meine Müdigkeit hoffentlich ein wenig vertreiben, dachte ich und schloss die Augen, während das Wasser meinen Körper herunterlief. Keine paar Sekunden später, hörte ich die Badezimmertür aufgehen und musste innerlich grinsen. Dann spürte ich hinter mir, wie sich zwei Arme um meinen Körper legten und Kasimirs Kopf sich an meinen schmiegte.

Ohne Dich/Kasimir Fan FictionGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt