Kapitel 30

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Noch schläfrig, öffnete ich die Augen. Die Sonne hatte mich geweckt, als sie mir, mit ihren hellen Strahlen direkt ins Gesicht schien. Was für ein schöner Morgen, dachte ich und blickte zur Seite. Kasimir lag mit dem Rücken zu mir. Er schlief seelenruhig. Wir hatten gestern noch einen wunderschönen Abend zusammen verbracht und das erste Mal hatte alles gewirkt, als wären wir ein ganz normales Pärchen. Natürlich waren wir das nicht! Aber die Vorstellung war schön. Christopher war sehr angetan vom Haus gewesen. Und so wie es aussah, würde er es tatsächlich kaufen, da er mir später nochmal eine positive Mail deswegen geschrieben hatte. Daraufhin, hatte ich meiner Ma gleich Bescheid gegeben. Die freute sich natürlich total. Was wohl mein Vater davon hielt? Ich weigerte mich noch immer strikt, ihm zu antworten. Früher oder später würde ich jedoch eh nicht drum rumkommen. Oh Mann, bald hatte ich getrennte Eltern und kein Haus mehr! Und mein geliebter Designerraum? Apropos Designerraum! Ich hielt in Gedanken inne. Wie ein Einschlag kam mir plötzlich in den Sinn, dass ich unbedingt noch mein Projekt fertig machen musste. Der Abgabetermin rückte immer näher. Ich durfte das unter gar keinen Umständen vergessen. Mit einem Ruck, setzte ich mich auf und krabbelte leise aus dem Bett heraus. Auf Zehenspitzen schlich ich durchs Zimmer und holte meine Sachen, als plötzlich ein kurzes Pling ertönte. Es kam von Kasimirs Handy, welches neben ihm auf dem Nachttisch lag. Ich warf dem Handy einen kurzen Blick zu, wandte mich jedoch sofort wieder ab. Als ich alles hatte, schlich ich Richtung Tür.
Pling! Pling! Ich hielt inne. Sollte ich mal nachsehen? Doch ich schüttelte den Gedanken ab, drückte die Türklinke herunter und – Pling! Blitzschnell drehte mich um und schlich langsam zurück, zu dem Nachttisch auf Kasimirs Seite. Verfluchte Neugier, dachte ich! Dann wartete ich kurz, um zu schauen, ob Kasimir wirklich tief und fest schlief. Er lag ruhig schlafend und eingekuschelt in meiner Decke, den Kopf kaum sichtbar. So süß! Am liebsten hätte ich mich zurück zu ihm ins Bett gelegt, doch der Drang nachzuschauen, wer ihm ständig schrieb, war größer. Ich beugte mich über sein Handy und tippte vorsichtig auf den Knopf, damit sein Bildschirm anging. Seine Sperre war nicht aktiviert. Warum wohl? Ich konnte mich dunkel daran erinnern, dass er mal eine drin hatte. Ich blickte auf das Banner und vergrößerte es. Die Nachrichten waren von einem Airon.

Kasi, meld dich bei der! Die lässt mich nicht in Ruhe und textet mich die ganze Zeit voll wegen dir!

Die? Es ging anscheinend um irgendein Mädchen! Die Nachricht fühlte sich an wie ein Stich ins Herz und ein starkes Unbehagen überkam mich. Ich wandte mich ab und schlich leise zurück Richtung Zimmertür, denn ich wollte alles andere als weitere Nachrichten lesen, die dieses Gefühl vielleicht noch verschlimmerten. Enttäuscht ging ich hinaus. Warum musste ich unbedingt draufschauen? Hätte ich es mal einfach gelassen!

Grübelnd saß ich in meinem Designerzimmer. Doch statt an meinem Projekt weiterzuarbeiten, kritzelte ich in Gedanken versunken das Blatt vor mir voll. Sämtliche Fragen schossen mir durch den Kopf. Wer war Airon? Von welchem Mädchen hatte er geredet und wieso nervte sie ihn wegen Kasimir? Hatte er noch was mit einer anderen oder war es seine Ex? Noch immer wusste ich weder wie lange die Trennung her war, noch was vorgefallen war. Wenn ich es herausfinden wollte, brauchte ich Unterstützung und wusste auch schon genau, bei wem ich die bekam. Mit einem Griff schnappte ich mein Handy und schrieb Laura prompt eine Nachricht.

Du sag mal Hobbydetektivin, kannst du mir einen Gefallen tun und vielleicht doch mal herumstöbern, ob da noch ein Mädchen in Kasimirs Leben ist und wer seine Ex-Freundin war?

Als ich die Nachricht nochmal so las, überlegte ich kurz, sie doch wieder zu löschen, doch Laura kam online. Die beiden grünen Häkchen erschienen und sie antwortete direkt.

Wird erledigt Chefin😉

Ok, jetzt war es eh zu spät! Das gute war, dass Laura nichts hinterfragt, sondern mir immer direkt zur Seite stand. Darüber war ich wirklich sehr froh und genau dafür liebte ich sie. Auf Erklärungen, hatte ich jetzt nämlich überhaupt keine Lust.
,,Na", ertönte eine raue und noch etwas verschlafene Stimme hinter mir und ich sah Kasimir Kopf, der durch den Türschlitz lugte. Ich legte schnell das Handy beiseite, lächelte und stand auf, um zu ihm rüber zu gehen.
,,Ich wollte dich jetzt nicht stören!"
Ich legte meine Arme um ihn, ,,Ach quatsch!"
In einer innigen Umarmung standen wir da und genossen die Nähe des anderen. Solche ruhigen Momente zwischen uns, waren selten und das wussten wir zu schätzen.
,,Wollen wir frühstücken?" Ich hob den Kopf und sah ihn an. Er nickte lächelnd und wir gingen gemeinsam nach unten.

Der Vormittag verlief, ebenso entspannt, wie alles bisher. Ich wollte erstmal abwarten, was Laura mir meldete und nicht zu viel in die Nachricht hinein interpretieren, die dieser Airon geschickt hatte. Stattdessen wollte ich den Fokus darauf legen, vielleicht selbst ein wenig mehr aus Kasimir selbst heraus zu bekommen.
,,Du sag mal, was hältst du davon, wenn wir mit Chicco wieder zum See gehen?"
Er unterbrach kurz das Einräumen der Spülmaschine und sah mich an ,, Ja klar. Meine Mama hat übrigens auch gefragt, ob wir später zum Kuchen essen vorbeikommen wollen."
,,Wie könnte ich da Nein sagen, deine Ma macht den besten Kuchen der Welt!", schwärmte ich und sah in seinen Augen, wie sehr ihm meine Antwort gefiel.

Ohne Dich/Kasimir Fan FictionGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt