Kapitel 27

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So schnell ich konnte, hechtete ich durch das Foyer, die Gänge entlang, zum Restaurant, wo meine Mutter stand und bereits auf mich wartete.
Ich hatte Kasimir noch rausgebracht, doch der Abschied fiel uns beiden sichtlich schwer. Wir konnten einfach nicht voneinander ablassen. Am Montag würden wir uns zwar wieder sehen, da er dann ja wieder für ein paar Tage bei seiner Ma war, bevor er nach Mazedonien flog. Doch es würde sich wieder wie eine Ewigkeit anfühlen.
,,Tut mir leid!", hechelte ich und sah meine Mutter verschmitzt an. Sie lächelte verständnisvoll und wir gingen zusammen rein.
Als wir uns reichlich mit leckerem Essen vom Buffet eingedeckt hatten und uns an unseren Tisch begaben, platzte meine Mutter wieder, wie aus dem Nichts, mit einer Bombe heraus.
,,Bonnie, ich habe einen Interessenten für das Haus gefunden."
Mir blieb fast der lecker aussehenden Pancakes im Halse stecken, den ich mir gerade zu Gemüte fuhr. Ich fing an zu Husten und nahm einen kräftigen Schluck, von meinem frischgepressten Orangensaft.
,,Alles ok mein Schatz?"
Ich nickte, bemüht, die Reste in meinem Rachen herunterzuspülen. Als sich alles gelöst hatte und ich wieder sprechen konnte, antwortete ich ihr. ,,Ich hatte nicht damit gerechnet, dass es jetzt tatsächlich so schnell geht."
,,Ich weiß. Doch ich möchte das alles so schnell wie möglich hinter mir haben, damit dein Vater und ich die nächsten Schritte gehen können, um komplett abzuschließen. Du solltest dich übrigens mal bei ihm melden. Er hat ein paar Mal versucht, dich anzurufen!", sagte sie mit Nachdruck.
Ja, mein Vater! Nachdem mir meine Mutter erzählt hatte, was passiert war, hatte ich ihn komplett verdrängt. Da mein Handy die meiste Zeit auf stumm gestellt war, hatte ich seine Anrufe auch immer erst im Nachhinein gesehen. Doch das Interesse, mit ihm zu reden, war gerade einfach nicht da. Er hatte alles zerstört und das konnte und wollte ich ihm nicht verzeihen!
,,Ich will nicht mit ihm reden!", sagte ich trotzig und verschenkte die Arme.
,,Bonnie! Das, was zwischen deinem Vater und mir ist, hat absolut nichts mit dir zu tun."
,,Doch hat es! Er hat alles kaputt gemacht und seinetwegen müssen wir jetzt das Haus verkaufen!"
,,Es war die Entscheidung von uns beiden! Und dein Vater liebt dich noch genauso wie vorher."
Ich sagte nichts und schmollte. War klar, dass sie mir jetzt damit kam. Das Thema ging mir einfach gegen den Strich, und zwar gewaltig.
,,Ich überleg's mir!", grummelte ich und widmete mich wieder den Pancakes.
,,Ich werde übrigens morgen früh schon wieder losmüssen. Ich muss geschäftlich nach Montreal."
,,Ok", antwortete ich kurz und aß weiter.
Ich spürte ihre verwunderten Blicke auf mir und hob den Kopf.
,,Kasimir wird am Montag wieder aus Köln zurückkommen und wir haben dann ganze vier Tage zusammen."
,,Ach so!", sagte sie mit einleuchtendem Blick. ,,Konntet ihr klären, was es zu klären gab?"
,,Sagen wir mal so – gerade läuft alles perfekt!", antwortete ich, während ich mir weiter die Pancakes in den Mund stopfte.
,,Na dann hoffe ich, dass es so bleibt!"
Ich hielt inne und sah sie an, ,,Es wird so bleiben!"

Auch wenn das Frühstück mit meiner Ma, etwas schroff verlaufen war, hatte sich die Stimmung auf der Fahrt nach Hause etwas gelockert. Sie erzählte mir ein paar lustige Storys von ihrer Arbeit und wir sangen bei typischen Radioklassikern mit. Ich wusste selbst nicht so genau, woher mein Sinneswandel, was Kasimir betraf gekommen war. Was ich aber wusste war, dass ich absolut verliebt in ihn war und das fühlte sich wunderbar an. Ich hatte sogar den Eindruck, dass er das spürte. Komischerweise schrieben wir uns, obwohl er zu tun hatte, die ganze Zeit über Nachrichten. Quasi seit dem er das Hotel verlassen hatte.
Zu Hause angekommen stellte ich nur schnell die Koffer ab und flitzte rüber zu Maria um Chicco abzuholen.
Er begrüßte mich stürmisch und brauchte eine Weile, um sich wieder zu beruhigen. Maria begrüßte mich ebenfalls freudestrahlend.
,,Meine Kleine, wie war es in Köln?"
,,Sehr schön", sagte ich mit einem strahlen, denn seit ich wusste, was ich für Kasimir empfand, bekam ich das grinsen, einfach nicht mehr aus dem Gesicht.
,,Das sehe ich. Ich hoffe, mein Sohn hat dich gut behandelt? Konntet ihr ein wenig Zeit zusammen verbringen? Er doch immer so viel zu tun."
,,Alles gut Maria. Kasimir hat sich anständig benommen!", antwortete ich mit einem Zwinkern.
,,Das freut mich - und wenn ich fragen darf, wie steht es denn um euch? Wirst du meine zukünftige Schwiegertochter?", fragte sie ebenfalls mit einem Zwinkern. Ich lachte, ,,Naja ich muss ehrlich sagen, es ist nicht gerade leicht etwas aus ihm heraus zu bekommen, was uns beide angeht."
,,Ja, Kasimir ist einerseits total offen und steht bei seinen Freunden gern mal im Mittelpunkt, doch wenn es um Liebesangelegenheiten geht, ist er sehr zurückhaltend. Es ist tatsächlich noch nicht allzu lange her, da war er in einer sehr schwierigen Beziehung. Dazu kommt seine Bekanntheit und der ganze andere Druck. Ich will dazu auch gar nichts weiter sagen, denn er wird es dir selbst erzählen, wenn er so weit ist. Nur damit du vielleicht ein wenig verstehst, warum er so ist, wie er ist – aber keine Sorge, du tust ihm gut, das spüre und sehe ich. Und er weiß das auch."

Das Gespräch mit Maria, hatte mir ordentlich zu denken gegeben. Ich hatte ständig nur an mich und meine Umstände gedacht, doch ich hatte nie auf seine Rücksicht genommen. Stattdessen hatte ich mich darüber aufgeregt, dass von ihm immer so wenig kam. Aber nach dem Warum, hatte ich nie gefragt. Er war also kürzlich in einer schwierigen Beziehung gewesen! Was das wohl bedeutete? Ob die beiden noch Kontakt hatten? Vielleicht gab das Internet mir ein paar Hinweise? Dachte ich und fing an, ein paar Seiten zu durchforsten. Ich sah mir alte Bilder von ihm an, sowie die ein oder anderen Videos. Bei Instagram schaute ich, wem er so folgte und wer alles häufig, seine Bilder kommentierte. Den ein oder anderen, absoluten Fan hatte er dort definitiv. Doch ich bezweifelte, dass darunter seine alte Liebschaft war. Aber wenn doch? Würde er diese Nachrichten liken oder kommentieren? Wahrscheinlich nicht! Warum auch. Außerdem wusste ich, dass Kasimir nicht viel von Instagram hielt. Er hatte nicht mal auf meine zwei Kommentare unter seinen Bildern reagiert. Was taktisch ja auch gar nicht verkehrt war, denn es sollte ja auch keiner eine Verbindung zu uns herstellen, geschweige denn, davon Wind bekommen, wie wir zueinander standen. Fakt war, ich wusste über die diese ganze vergangene Liebesgeschichte, absolut gar nichts und das würde auch erstmal so bleiben, bis er bereit war, mit mir darüber zu reden!

Ohne Dich/Kasimir Fan FictionGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt