,,Nicole hat Recht! Da hilft nur Alkohol", stimmte Mona zu und hob ihr Weinglas in meine Richtung, um mit mir anzustoßen. Ich griff nach meinem Bacardi Razz und hob es ebenfalls in ihre Richtung.
Da wir uns auch schon den ein oder anderen Drink, während der Shoppingtour reingeschüttet hatten, war ich nun ziemlich gut dabei. Ehrlich gesagt, war ich mir überhaupt nicht mehr sicher, ob ich den Pegel noch weiter halten, geschwiegeden steigern konnte, ohne gleich ins Bett zu fallen. Der Tag war super schön gewesen, keine Frage, hatte aber auch irgendwie ziemlich geschlaucht. Zumindest bei mir! Die anderen dagegen wirkten, als würden sie gleich in einen Club los ziehen wollen. Hoffentlich stand das heute nicht noch auf dem Plan!
,,Bin mal kurz auf Klo", sagte ich in die Runde und stand leicht torkelnd auf.
,,Aber nicht kotzen!", rief Laura, mit einem breitem Grinsen im Gesicht.
Ich zeigte ihr den Stinkefinger und ging mit Tunnelblick, Richtung Badezimmer. Vor der Tür hielt ich kurz inne, ging dann wieder ein paar Schritte zurück und machte dann einen Schlenker, in mein Zimmer.
,,Wo ist meine Tasche?", sagte ich zu mir selbst und ging zu dem Stapel Klamotten, der auf meinem Stuhl lag, um kurz darauf, ein Teil nach dem anderen, in die nächste Ecke des Zimmers fliegen zu lassen. Keine Tasche da! Ich ließ meinen Blick durch's Zimmer schweifen und stoppte bei meinem Schreibtisch. ,,Ah!" Die Tasche! Ich ging rüber, griff hinein und wühlte nach meinem Handy.
Gleich würde mir der Blick darauf, den restlichen Abend versauen, doch ich musste es einfach wissen.
Als ich das Handy erfühlte, zog ich es schnell heraus und ging damit ins Badezimmer. Nachdem ich hinter mir die Tür geschlossen hatte, setzte ich mich auf den Deckel der Toilette. Mein Herz klopfte wie wild in meiner Brust und meine Finger wurden schwitzig. Warum war ich plötzlich so aufgeregt? Ich drückte auf den Seitenknopf - und das Display erhellte sich.
Keine Nachricht von Kasimir!
Ich löste die Tastensperre und öffnete What's App. Mit dem Finger, tippte ich auf den Chatverlauf von Kasimir und mir.
Online!
Erschien das Wort, in kleiner schwarzer Schrift, unter seinem Namen. Mir wurde heiß! Er war Online! Jetzt gerade! Soll ich was schreiben? Ich mach das jetzt einfach!
Hi, was machst du?, tippte ich in den Chat. Doch statt es abzusenden, zögerte ich. Sollte ich das wirklich tun? Wenn er nicht antwortet, was ich ihm nicht mal verübeln kann, wird mich das umso mehr runter ziehen. Seufzend löschte ich den Satz wieder.
Andererseits! Was, wenn er antwortet? Wenn ich nicht schreibe, kann ich es nicht wissen!
Hey, Kasi! Wie geht es dir? Schrieb ich erneut, diesmal etwas motivierter. Doch beim Betrachten, des Senden Buttons, kamen wieder die negativen Gedanken und ich löschte auch diesen Satz schnell wieder.
Ach Scheiße! Ich machte den Display aus und legte das Handy genervt, auf den Badezimmerschrank neben mir. Demotiviert, schlug ich meine Hände vor 's Gesicht und ließ mein Kopf auf meine Knie sinken. ,,Nervig!", stöhnte ich. Plötzlich zuckte ich zusammen, weil mein Handy sich laut vibrirend, über den Schrank bewegte. Ich sah rüber und blickte auf den Namen, der angezeigt wurde.
Kasimir!
,,Fuck, Fuck, Fuck, Fuuuuck!" ich sprang aufgeregt vom Toilettendeckel hoch und wirbelte umher. ,,Ok, Bonnie, beruhig dich! Alles wird gut! Geh einfach ran!" Ich atmete tief ein und aus, um runter zu kommen. Dann griff ich schnell nach dem Handy.
,,Hi Kasi", sagte ich mit einer Freundlichkeit, in das Telefon, die selbst mir fremd war und ein wenig cringe wirkte.
,,Du wolltest wohl doch nicht mehr schreiben?", fragte er frech und ich konnte mir, sein schelmisches Grinsen dabei, nahezu vorstellen.
,,Nun - ja. Erwischt!", antwortete ich verlegen und kniff die Augen zusamm.
,,Schade. Hab auf deine Nachricht gewartet!"
Ich riss irritiert die Augen wieder auf. Gewartet? Auf eine Nachricht? Von Mir? Bin ich irgendwie im falschen Film?
,,Jaaaa... Ich hab ehrlich gesagt kein Plan, was ich jetzt darauf antworten soll", stammelte ich und betrachtete mich im Spiegel.
,,Bist du betrunken?"
,,Ich? Quatsch! Bist du betrunken?"
,,Neeiin?!"
Ich klatschte mir mit der Hand an die Stirn, wegen meiner dummen Reaktion. Reiß dich zusammen Bonnie! Dachte ich und ging näher an den Spiegel, um mich besser betrachten zu können. Ich seh ja völlig fertig aus!
,,Alles ok?", hörte ich Kasimirs Stimme am anderen Ende der Leitung Fragen.
,,Ja, klar, ich denke schon... irgendwie und bei dir?"
,,Geht schon ne."
Wir schwiegen beide eine Weile ins Telefon. Keine Frage es war schön, seine Stimme zu hören und ja ich vermisste ihn, doch sollte ich ihm das wirklich sagen?
,,Bist du allein?"
,,Nee, die Mädels sind da. Wir haben heut einen Shoppingtag gemacht und jetzt sitzen wir alle hier bei mir."
,,Wie war's?"
,,Sehr gut! Also, um nochmal auf das Thema trinken zurück zu kommen. Also, ich hab was getrunken, oder sagen wir - ein bischen viel! Aber Nicole und Sevtap sind richtig unterwegs, die waren gerad noch im Laden und haben Nachschub geholt, obwohl wir eigentlich schon echt viel Intus haben. Mona, wollte mir vorhin auch einen Cocktail aus Wodka, Wein und Rum machen. So crazy! Hab ich natürlich nich getrunken, sonst würde ich warscheinlich jetzt in der nächsten Ecke liegen. Und... Sorry!", beendet ich abrupt das Gespräch. Ich war wieder in mein altes Muster verfallen und hatte Kasimir von meinem Tag erzählt, genauso wie in unserer Beziehung.
,,Schon ok."
,,Hm, was machst du denn so?"
,,Lieg im Bett, wir fliegen doch morgen Mittag."
Ich erinnerte mich, wie schön es war, sich neben ihm ins Bett zu kuscheln und schüttelte den Kopf. Nein, Nein, Nein Kopf! Hör auf daran zu denken!
,,Kannst ja vorbei komm",sagte er plötzlich und ich erstarrte. Hat er mich gerade ernsthaft gefragt, ob ich zu ihm kommen möchte?
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Ohne Dich/Kasimir Fan Fiction
FanfictionBonnie ist eine einundzwanzig Jahre alte Studentin, die mit ihren Eltern und ihrem Hund Chicco, in einem ruhigen Dorf in der Nähe von Berlin wohnt. Sie ist oft allein, da ihre Eltern ständig auf Geschäftsreisen sind. Eines Tages zieht im Haus nebena...
