Kapitel 20

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,,Ok."
,,Ja, also, das war's – was sagst du dazu?", fragte ich unsicher.
Für einen Moment war es still am anderen Ende. In meinen Gedanken malte ich mir sämtliche Reaktionen aus, die kommen könnten. Je länger er mich warten ließ, desto unruhiger wurde ich.
,,Ja, lief n' bisschen scheiße gestern."
,,Ich weiß und deswegen tut es mir ja so Leid", jammerte ich und ließ den Kopf hängen. Die Sache machte mich echt fertig. Kasimir sagte wieder nichts. Insgeheim hatte ich gehofft, es würde etwas positiver für mich laufen, so nach dem Motto, ich entschuldige mich, er verzeiht mir und alles ist wieder gut. Doch leider sind wir hier nicht in einem romantischen Liebesfilm, in dem immer alles schnell vergeben und vergessen ist, sondern in der knallharten Realität.
Ich seufzte, nachdem weiterhin nichts mehr von ihm gekommen war. ,,Kasi, ich kann verstehen, wenn du mir nicht verzeihen kannst...ich, „Warte kurz", unterbrach er mich. Ich hörte, wie er das Telefon beiseite legte. Es folgte ein genervtes Stöhnen, danach ein lautes Rascheln. Ich war leicht irritiert, doch wartete. Erneut! Nach einigen Minuten, mit unkenntlichen Geräuschen im Hintergrund, ging er wieder an das Telefon.
,,Sorry, hab mir ein gebaut und mein scheiß Tabak is im Bett ausgekippt."
Sein ernst jetzt?
,,Ähm ok'', antwortete ich irritiert.
,,Schade, dass du nicht hier bist. Ich hätte dich gern neben mir im Bett – hier ist viel Platz."
Hab ich was verpasst? Und hat er mir gerade überhaupt zugehört? Nun war ich völlig verwirrt. Doch ich fasste mich wieder und entschied mich dafür, einfach darauf einzugehen, denn die Vorstellung zu ihm unter die Bettdecke zu schlüpfen, gefiel mir tatsächlich ziemlich gut. Das er trotz unseres Streits, anscheinend Sehnsucht nach mir hatte, umso mehr.
,,Ja, ich hätte mich wirklich gern zu dir ins Bett gekuschelt."
Dass ich näher war, als er dachte, würde ich so schnell nicht aufklären, denn er hatte mich gerade ganz schön zappeln lassen, „Bist du noch sauer?"
,,Lass vergessen, was war. Will echt kein Streit mit dir, vor allem nicht so."
Ich war erleichtert und überglücklich zugleich. ,,Das bedeutet mir wirklich viel, dass du mir verzeihst."
,,Du bedeutest mir viel", antwortete er.
Mein Herz rastete aus und ein Strom voller Glücksgefühle durchfuhr mich. Er hatte sich doch tatsächlich mir gegenüber geöffnet.
,,Du bedeutest mir auch sehr viel", gab ich zurück und fühlte mich jetzt doch wie in einem schnulzigen Liebesfilm.
,,Babe, ich ruf gleich Dilo an und lass mich zu dir fahren", scherzte er.
,,Er würde dir den Kopf abreißen", sagte ich und wir mussten beide lachen.
,,Im Ernst, ich will dich sehen!"
Das war mein Stichwort!
,,Ich weiß, ich dich doch auch. In welchem Hotel bist du denn eigentlich?"
,,Im Savoy, direkt Innenstadt."
,,Sicher schön da", sagte ich und versuchte das Gespräch zu halten, während ich im Handy schaute, wie weit es entfernt war. Was nicht allzu weit sein dürfte, da meine Ma und ich im Santos Hotel waren. Welches ebenfalls in der Innenstadt lag.
,,Hast du doch gestern gesehen im Videocall. Oder warst du doch betrunkener als du gesagt hast?", fragte er neckisch.
,,Ehrlich gesagt, war ich ziemlich voll. Aaaaber, ich hab mich zusammen gerissen."
Voilà! Sein Hotel lag quasi um die Ecke.
,,Kasi, können wir gleich nochmal telen, ich wollte gern duschen gehen."
,,Tschüch Kopfkino Babe! Willst du mich fertig machen?"
Ich musste lachen. ,,Du wirst es verkraften. Hauptsache, du pennst nicht ein!"
,,Okeeeyy! Ruf an, wenn du fertig bist."
,,Mach ich!", antworte ich und legte auf. Wie von einer Tarantel gestochen, schmiss ich das Handy aufs Bett, stürmte in die Dusche, föhnte meine Haare an und schlüpfte in frische Klamotten. Dann rannte ich den Hotelflur entlang zum Fahrstuhl und fuhr nach ganz unten zum Haupteingang. Vor der Tür zog ich mir die Kapuze meines Hoodies tief über den Kopf und verließ das Hotel. Mit schnellen Schritten, eilte ich die Straße entlang, während mir mein Handy Navi den Weg zeigte. Es war kaum jemand unterwegs, zumal es unter der Woche und mitten in der Nacht war. Zehn Minuten Weg hatte ich vor mir. Ich musste Kasimir etwas schreiben! Nicht das er mir doch einfach einschlief.

Gleich ready, bleib wach❤️

Ich suchte schnell ein Selfie aus der Galerie, welches ich am Wochenende aus Langeweile gemacht hatte, nachdem ich aus der Dusche gekommen war und schickte es ihm. Natürlich mit Handtuch bedeckt, doch sexy war es definitiv.

😶Sowas von wach!!!!

Dachte ich mir!
Als ich vor dem Hotel stand, atmete ich nochmal tief durch. Irgendwie war ich gerade extrem nervös. Mein herz klopfte wie wild und meine Hände zitterten leicht vor Aufregung. Ich schrieb ihm noch eine Nachricht.

Komm raus, stehe draußen

Es erschienen zwei grüne Häkchen, dann ging er wieder off. Nun hieß es abwarten!
Die Minuten vergingen und ich versuchte währenddessen, meinen Puls durch Atemübungen zu beruhigen. Vergebens! Warum war ich nur so aufgeregt? Ich fühlte mich wie beim ersten Date. Ob es daran lag, dass wir uns drei Tage nicht gesehen hatten? Ich sah mich um, noch immer niemand unterwegs. Ein leichter Wind zog durch die Straße und irgendwie, hatte das alles auch etwas Gruseliges an sich, immerhin war ich mitten in der Nacht, allein in einer Stadt, in der ich mich null auskannte. Vielleicht sollte ich doch lieber im Foyer warten? Ich hörte plötzlich, wie hinter mir die Glastüren vom Haupteingang, des Hotels aufgingen und drehte mich blitzartig um. Doch es war nur ein Mann im Anzug, mit einem Aktenkoffer in der Hand. ,,Morgen", sagte er mit einem nicken, welches ich erwiderte und beobachtete, wie er die Straße entlang ging. Wo der wohl arbeitete, dass er um zwei Uhr Nachts mit Aktenkoffer losmusste? Ich widmete mich wieder dem Haupteingang und sah, wie sich am anderen Ende des Flures, der Fahrstuhl öffnete und Kasimir herauskam. Er trug eine dunkle Jogginghose und ein weißes Shirt. Mein Puls raste nochmals nach oben. Bonnie, beruhige dich, redete ich mir immer und immer wieder ein, während er sich dem Eingang näherte.

Ohne Dich/Kasimir Fan FictionGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt