Elijah
Meine Vermutung hatte sich bestätigt. Die Jungs waren von der Idee mit dem Cave Race nicht begeistert und Archer würde mich am liebsten im Büro einsperren wenn er so sicher gehen könnte das ich nie wieder an einem Straßenrennen teilnehme. Er hat nicht vergessen wie ich vor zwei Jahren meinen Wagen im Straßengraben versenkt habe und mit einer Gehirnerschütterung grad so davon kam. Doch ich brauch Antworten und wenn ich diese nicht in Nathans Büro bekomme werde ich zum Cave Race gehen und keiner kann mich davon abhalten. Heute werde ich mir fürs Erste allerdings das Büro vornehmen, morgen ist das Essen mit Laylas Dad und da kann ich nicht mit irgendwelchen Blessuren auftauchen ohne die ich vom Rennen sicher nicht davon komme. Archer hat mir versprochen zu helfen nach Hinweisen zu suchen, da wir nicht einen blassen Schimmer davon haben nach was wir überhaupt suchen.
Ich trinke meinen Kaffee in der Küche zu Ende und stelle die leere Tasse in den Geschirrspüler. Es ist mittlerweile 10 Uhr und ich trage eine graue Jogginghose und ein schwarzes Shirt, sollte ja reichen. Ich fahre mir mit der Hand durch die Haare und werde einen letzten Blick auf mein Handy.
Viel Glück, ich komm später vorbei so das wir morgen zusammen zu meinem Dad fahren können<3 -L
Pass auf dich auf kleines, bis später. <3 – E
Ich schiebe mein Handy in die Hosentasche und verlasse mein Apartment. Im Lift angekommen wähle ich die Taste um auf der Etage der Vipers zu stoppen und finde mich innerhalb von wenigen Sekunden vor dem Raum welchen ich seit drei Jahren meide. Der Schlüssel liegt schwer in meiner linken Hand und fühlt sich so kalt an als hätte ich ihm aus dem Eisfach genommen. Ich bin unfähig mich zu bewegen und würde am liebsten wieder umdrehen, doch das geht nicht, nicht heute, heute musst du über deinen Schatten springen Elijah.
Ich war drei verdammte Jahre lang ein Feigling, doch in diesem Raum befinden sich so viele Erinnerungen das ich selbst vor der Tür schon das Gefühl habe von ihnen erdrückt zu werden. Ich hatte nie die Möglichkeit mich von meinem Bruder zu verabschieden und das macht mir zu schaffen. Ich darf nicht zulassen das alles wieder hoch kommt was ich über die Jahre in die hinterste Schublade in meinem Unterbewusstsein verbannt hatte. Ich strecke die Hand aus und der Schlüssel verschwindet im Schloss. Eine kalte Hand legt sich auf meine Schulter und ich sehe in Archers Gesicht. „ Du schaffst das Junge!" Sagt er und ich drehe den Schlüssel um und die Tür springt auf.
Das Büro ist in ein dunkles Licht gehüllt und nichts hat sich verändert, alles steht noch genauso da wie ich es vor drei Jahren das letzte Mal gesehen hatte. Der riesige Schreibtisch mit einer Tischplatte aus massiven Ebenholz verleiht dem Raum seine elegante Note. Hinter dem Schreibtisch steht noch immer der schwarze Ledersessel und wenn man nach links sieht erstreckt sich eine Glasfront durch den Raum, welcher gegenüber ein prall gefülltes Bücherregal steht.
Ich erwache aus meiner Starre und setze den ersten Schritt in den Raum. Staubiger Geruch umgibt mich und ich atme einmal durch, als ob ich mich vergewissern wollte das es nicht doch noch nach Nathans One Million Parfüm hier drinnen riecht, doch das tut es nicht. Ich gehe weiter bis ich mich in der Mitte des Raumes befinde. Archers Schritte ertönen hinter mir und ich weiß das es für ihn nicht weniger schwär ist auf einmal wieder hier zu stehen mit all den Erinnerungen die hier drin hängen. Meine Füße ziehen mich automatisch immer näher an den Schreibtisch und ich hab nicht die Kraft dieses Anziehung zu wiederstehen.
Ich greife nach einem edel aussehendem Bilderrahmen und drehe ihn zu mir so dass ich das Bild darinnen erkennen kann. Mein Atem stockt als ich das Bild erkenne, es zeigt Nathan und mich zusammen an meinem 17. Geburtstag vor einem Restaurant wo er mich damals hin eingeladen hatte. Ich hatte das Bild ganz vergessen fällt mir beschämt ein.
Ich lege das Bild zurück und beschließe es mit hoch in mein Apartment zu nehmen um ihm einen schönen Platz zu suchen. Ich schüttle die Erinnerungen der Vergangenheit ab und versuche mich darauf zu fokussieren warum ich überhaupt hier bin. „Dann wollen wir mal mir der Suche beginnen." Sage ich wende mich meinem Onkel zu, welcher die ganze Zeit still war. Archer nickt nur und ich steuere direkt auf das Bücherregal zu.
Ich bin mir nicht sicher nach was wir überhaupt suchen, doch falls es versteckt seien sollte wäre hier ein guter Platz dafür. Ich ziehe einzelne Bücher aus dem Regal und lasse meinen Blick grob über sie schweifen. Ich wollte nie an diesen Punkt kommen wo ich mich seit drei Jahren schon befinde. Nathan hat immer das Zitat aus der Pate Zitiert: „Wenn sie kommen, dann nehmen sie dir weg, was du liebst." Früher hab ich nicht verstanden was er damit meinte, doch mittlerweile versteh ich es nur zu gut. Die Feinde lauern überall und wenn sie einmal wissen was dir wichtig ist werden sie alles daran zu setzen dieses Glück zu zerstören! Du hast nur zwei Möglichkeiten dann, entweder du stößt alle von dir oder du bist bereit dafür zu kämpfen was du liebst auch wenn das heißt für sie über Leichen zu gehen. Ich bin bereit über Leichen zu gehen für Menschen die mir wichtig sind und das ist den meisten Leuten spätestens dann bewusst geworden als sie in den Lauf meiner Pistole schauten.
„Hast du schon was gefunden?" Fragt Archer der sich mit dem anderen Ende des Regals beschäftigt hatte. Ich schüttle den Kopf. „Hier ist nichts und falls doch hat Nathan es verdammt gut versteckt." Ich stelle das Buch in meiner Hand zurück und gehe zum Schreibtisch. Ich öffne alle Schubladen, doch es kommen mir nur bedeutungslose Zettel entgegen. Das kann doch nicht wahr sein! Wo hat er nur seine wichtigen Sachen versteckt. Ich wusste das er gut darin war Sachen zu vertuschen, doch ich habe meinen Bruder unterschätzt. Ich schiebe den Schreibtischstuhl zurück und mein Blick bleibt an einem Schatten am Boden hängen. Ich gehe in die Knie und taste die Stelle ab, der Boden klingt hohl doch ich kann keine Stelle entdecken an der ich eines der Bretter verschieben könnte.
„Archer komm mal her und hilf mir." Sage ich und innerhalb von Sekunden haben wir den Schreibtisch zur Seite gerückt und eine lasche kommt zum Vorschein. Ich ziehe daran und Archer geht neben mir auf die Knie. Mehrere Bretter lassen sich auf einmal anheben und als ich sie zur Seite hebe kommt ein Hohlraum zum Vorschein. Ich stecke die Hand rein und greife nach dem ersten Gegenstand den ich zu fassen bekomme und ziehe ihn heraus. Eine dicke Akte in einem braunen Leder Einband liegt nun zwischen uns und ich befürchte jetzt schon das schlimmste. Archer greift ebenfalls in den Hohlraum und holt eine weitere Akte heraus und eine Pistole.
„Was wohl drin steht?" Fragt mein Onkel und ich schlage sachte die Akte auf. Auf de n ersten Blick sehen die Dokumente nicht besonders aus, bis ich auf einer der nächsten Seiten ein Schreiben entdecke. Mit stockt der Atem als ich dem Satz nach dem Dritten mal lesen realisiere. „Schulden in Höhe von 30 Millionen Dollar" Der Absender ist Valentino Knight und ich weiß nicht wo sich mein Bruder da drin verstrickt hatte. „Elijah ich glaube das interessiert dich auch." Sagt Archer und ich sehe zu ihm. Er reicht mir den anderen Akten Stapel und ich überfliege ihn stumm.
Es ist ein Schreiben von der Suchtberatung und mir bleibt endgültig der Atem weg. Nathan war Anhängig und ich hatte es die ganze Zeit über nicht bemerkt. Ich raufe mir die Haare und sehe zu meinem Onkel. „Wie konnte ich das nicht mitbekommen! Ich hätte ihm helfen müssen!" Entkommt es mir aufgebracht. „Was hast du da noch?" Fragt Archer und zeigt auf meine Dokumente. „Nathan hat 30 Millionen Dollar Schulden bei Valentino, wegen diversen Wetten und Autorennen. Er hat die Schulden nie abbezahlt." Sage ich und meine Wörter hören sich so unwirklich an. Habe ich meinen Bruder überhaupt richtig gekannt? Schwirrt es mir durch dem Kopf. Er hatte ein Haufen Geheimnisse und ich dachte wir wären immer ehrlich zu einen der gewesen.
Meine Gedanken spielen verrückt und es fühlt sich an als würde ich ihn erneut verlieren, nur mit dem unterschied das ich dieses zweite ich von ihm nicht kannte. Er war abhängig und hatte schulden, doch ich hab nichts mittbekommen weil ich dumm und jung war.
So nun wisst ihr in was Nathan verstrickt war.
Was glaubt ihr macht Elijah als nächstes?
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𝑺𝒉𝒆'𝒔 𝒎𝒚 𝑫𝒆𝒔𝒕𝒊𝒏𝒚 ✔️
Mystère / ThrillerWe all wear masks, some with makeup some with smiles some with wifes or husbands cars or chlothes we hide from the world and from ourselves we hide from the truths behind our eyes running away from our real but somewhere there where truth me...
