[ fünfzig ] mission x

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Elijah


Layla springt auf wie vom Blitz getroffen und rennt aus dem Wohnzimmer ohne Anstalten zu machen mir ansatzweise zu erklären was los ist. Ich sehe ihr hinterher und schüttle den Kopf leicht. Diese Frau ist einfach der Wahnsinn, hätte mir jemand vor einem Jahr gesagt das ich mal eine glückliche Beziehung führe hätte ich denjenigen wahrscheinlich für verrückt erklärt. Ich höre es poltern und einen Leisen Fluch von der Richtung unseres Schlafzimmers aus und im nächsten Moment kommt Layla wieder zur Tür hinein. Sie ist bewaffnet mit einem Laptop und hält irgendetwas in der Hand. Ich hoffe doch sie hat das Teil nicht her gebracht um irgend einen schnulzigen Film hier mit mir zu schauen, dass hat die in den letzten Tagen schon oft genug mit mir gemacht.

„Wir schauen aber nicht schon wieder Das Leuchten der Stille!" sage ich mit leicht genervtem Unterton und sehe sie forschend an. „Nein!" Sagt Layla und schüttelt energisch den Kopf als sie sich wieder neben mich auf das Sofa fallen lässt. „Das hier ist besser als jeder Film, denn das könnte die Antwort auf manche unserer fragen sein." Fügt sie noch hinzu und drückt mir einen kleinen Stick in die Hand. „Woher ist der?" Frage ich währenddessen der Laptop hochfährt. Layla sieht etwas beschämt zu Boden und kneten nervös ihre Hände. „Also... ähhm." Stottert sie weiter vor sich hin und sieht mir dabei nicht einmal ins Gesicht. Ich greife nach ihren Händen und nehme sie vorsichtig in meine. „Du kannst mir alles sagen, ich bin nicht böse auf dich." Versuche ich sie zu beruhigen, was tatsächlich zu klappen scheint. „Ichhabedenstickbeivalentinogeklaut." Sagt die ganz schnell, so das ich nichts verstehen kann. „Jetzt noch mal langsam ich hab ja nichts verstanden." Sage ich und lächle sie sanft an. „Ich habe den Stick bei Valentino geklaut." Sagt sie diesmal verständlicher.

Ich will etwas erwidern, doch als ich den Mund öffne redet sie sofort dazwischen. „Tut mir Leid ich hätte sofort was sagen sollen, doch ich hatte es vergessen und war so froh dass ich dich wieder hatte..." Ich bin sprachlos und das nicht weil ich sauer auf Layla bin sondern eher weil ich verletzt bin das sie von mir dachte ich würde sie anschreien und wäre wütend. Ich lasse ihre Hände los und greife nach ihrem Kinn und drehe es so dass sie gezwungen ist mir in die Augen zu sehen. „Es ist alles okay kleine, was denkst du denn von mir. Ich bin nicht sauer, jeder kann mal was vergessen und du hast dich ja wieder dran erinnert." Sage ich ruhig und merke wir der Ausdruck in ihren Augen entspannter wird. „Danke." Sagt sie leise und schlingt ihre Arme um mich. Ich küsse kurz ihren Scheitel und ziehe dann den Laptop zu mir. „Jetzt wollen wir aber mal schauen was hier drauf ist oder?" sage ich und stupse sie in die Seite.

Layla nickt eifrig und rückt näher zu mir. Ich stecke den Stick in den Laptop und warte darauf das irgendetwas passiert, doch es tut sich die ersten Minuten nichts. Ich will den Stick schon wieder rausnehmen, doch da öffnen sich plötzlich mehrere Taps mit verschiedenen nummerierten Ordnern und Dateien. Layla sieht sie Hypnotisiert auf den Laptop und mir geht es genauso, wir sind hiermit anscheinend auf eine richtige Schatzkiste an Informationen gestoßen. „Ich liebe dich." Sag ich zu meiner Freundin und küsse sie stürmisch. Layla fängt an zu lachen und kuschelt sich an mich. „Ich liebe dich auch, aber wo sollen wir hier anfangen. Diese Dateien sind das reinste Chaos." Stöhnt Layla beim zweiten Satz und deutet auf den Laptop vor uns. „Das lass mal meine Sorge sein, ich kenn ein paar Tricks mit denen können wir die Ordner ganz schnell nach der Aktualität sortieren und können uns dann ganz einfach vom ältesten zum neusten durch arbeiten." Erkläre ich und fange an die verschiedenen Tasten zu betätigen während mir Layla mir dabei gespannt zusieht. „Was denkst du was wir darauf finden werden?" Fragt sie und sieht mich an. „Ich habe nicht den blassesten Schimmer, Valentino ist verrückt, da könnte alles Mögliche drauf sein." Erwidere ich und widme mich wieder dem sortieren der Dateien und stoße dabei auf ein ganz bestimmtes Datum, welches meine Neugier weckt.

Ich ziehe scharf die Luft ein und halte dem Blick starr auf den Laptop vor mir gerichtet. „Hast du was?" Fragt Layla und legt mir vorsichtig die Hand auf die Schulter, was mich aus meiner Starr befreit. Ich nicke geistesabwesend und deute zum Bildschirm. „Die Datei ist ein paar Tage vor Nathans Tod entstanden und ist mit dem Namen MissionX versehen." Sage ich und bewege den Cursor ganz langsam auf die Datei zu. „Soll ich sie öffnen." Der Mitleidige Ton in der Stimme meiner Freundin ist kaum zu überhören. Ich fahre mir einmal durch die Haare und öffne dann ohne zu zögern die Datei, es kann eh nichts mehr schlimmer werden als es eh schon ist. Eine Seite mit vielen Dokumenten lädt und das was sich uns zeigt lässt und verstummen. Layla lehnt sich nach vorne und sieht unglaubwürdig zu mir. „Das sind Dokumente der Psychiatrie in Manhattan." Sagt sie mit zitternder Stimme und ich studiere weiter die Inhalte. „Eines unserer Rätsel ist gelöst, Valentino saß drei Jahre lang in einer Psychiatrie und hat sich ein Jahr vor Nathans Mord dort raus gekauft." Sage ich und bin eigentlich nicht wirklich überrascht. „Wegen was war er dort?" Fragt die blauäugige und wirkt ein wenig eingeschüchtert. „Valentino Knight ist ein Soziopath, er ist unfähig Empathie für Menschen zu empfinden und ist sehr leicht reizbar, dazu kommt das er manipulativ und gewalttätig ist." Sage ich und stoße auf eine Audiodatei die im Anhang ist und starte sie.

Audio Datei Start

„Du musst etwas für mich erledigen Knight, du hast eh keine Wahl, denn ich habe deine Krankenakten und könnte dich sofort wieder einweisen lassen!" Sagt die Tiefe Männerstimme. „Was wollen sie von mir Richard?" Fragt Valentino und schnaubt verächtlich. „Du wirst meinen Sohn Töten und es so aussehen lassen als wäre es ein Unfall gewesen." Sagt der Mann. „Warum sollte ich das tuen und was springt für mich dabei raus?" Fragt Valentino. „Ich weiß dass Nathan Schulden hat! Du bringst ihn um und ich zahle dir das Geld aus, von mir aus auch in Bar." Sagt der Mann. „Nathan will nicht ins Familien Imperium einsteigen, doch er weiß zu viel also muss ich ihn loswerden. Fügt der Mann noch hinzu. „Okay ich lass mir was einfallen, ich will das Geld bis zum Wochenende haben." Sagt Valentino und lässt die Zunge schnalzen. „Dann haben wir einen Deal Valentino." Sagt der Mann mit siegessicherer Stimme. „Wir haben einen Deal Richard."

Audio Datei Ende


Meine Hand zittert als mir bewusst wird welche Stimme ich da soeben gehört hatte. Die Stimme einer Person die ich Jahre lang mir ansehen bewundert haben, der Mann der mir viel gelernt hat, aber in den letzten Jahren nur Schmerz bereitet hat. Der Mann der mich erschaffen hat, mein Erzeuger. Wir hatten nie das tolle Vater-Sohn-Verhältnis, doch so etwas wiederliches hätte ich ihm nie im Leben zugetraut, doch in Menschen täuscht man sich immer wieder. Mein Erzeuger ist ein widerliches Schwein und er und Valentino werden dafür bezahlen was sie mir für Leid bereitet haben. Layla umschließt meine Hand und drückt sie. „Wer war der Mann der mit Valentino gesprochen hat?" Fragt sie und da fällt mir ein das sie meine Eltern ja noch nie gesehen hat, geschweige denn ihre Stimmen gehört hätte. „Das war die Stimme von dem einzig waren Richard Hill, oder auch bekannt als mein Erzeuger." Sage ich und sehe wie ihr die letzte Farbe aus dem Gesicht weicht. „Du willst mir nicht erzählen das dein Vater dafür verantwortlich ist das dein Bruder Tod ist." Spricht sie die Tatsache aus die sich durch diese Tonaufnahme ergibt. „Doch genau das ist er, ich kann es selbst nicht glauben." Sage ich und sehe paralysiert aus dem Fenster.

„Wie kann der eigene Vater so etwas tun. Ihr seid seine Kinder, er hat ihn getötet und dich auf die schlimmste mögliche weise verletzt." Sagt sie und bekommt langsam wieder Farbe im Gesicht. Wenn sie nur wüsste was mein Vater sonst noch alles getan hat, wie oft er mich geschlagen oder auf jede andere erdenkliche Art verletzt hat. Ich lasse meine Kopf hängen und bin gefangen in meinen Gedanken, er wird mich immer verfolgen selbst wenn ich ihn töten könnte. Er hat mich zerstört und Narben hinterlassen die nie wieder heilen können. „Ich bin für dich da." Sagt Layla und ich bin unendlich dankbar dafür sie an meiner Seite zu haben.  


Und wer hätte jetzt noch damit gerechnet 😏😏😏
Ich hoffe ihr nicht 😂😂

𝑺𝒉𝒆'𝒔 𝒎𝒚 𝑫𝒆𝒔𝒕𝒊𝒏𝒚 ✔️Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt