[ achtundvierzig] dunkelheit

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Elijah

Schwärze, ich bin umgeben von endloser Schwärze. Es fühlt sich an als ob ich fallen würde, doch andererseits fühle ich auch gar nichts mehr. Keinen Schmerz und doch fühle ich mich erdrückt, als wäre ich anwesend aber irgendwie auch nicht. Ich bin nicht in der Lage mich zu bewegen, ich versuche es mit allen Mitteln, doch nichts geschieht. Ich bleibe gefangen in der Dunkelheit, im endlosen nichts. Mein Gedächtnis ist wie leergefegt und das letzte woran ich mich erinnern kann ist das wir uns auf dem Anwesen von Valentino Knight befunden haben und plötzlich Derek vor uns stand. Ich habe Layla am Arm gepackt und sofort hinter mich gezogen um sie zu schützen, danach verschwimmt alles vor meinen Augen.

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Sie ist das einzige woran ich die ganze Zeit denken muss. Wo ist sie, geht es ihr gut und das wichtigste lebt sie. Sollte sie nicht mehr leben möchte ich aus diesem Zustand nie wieder erwachen, denn noch qualvoller als das ungewisse ist das Wissen das die einzige Person die man bedingungslos liebt nicht mehr am Leben ist. Bevor ich Layla kennengelernt habe, habe war ich eine schreckliche Person. Ich war gefühlskalt und skrupellos, klar ich bin in der Mafia da setzt man das voraus, doch sie zu lieben ist besser als alle macht die ich durch die Mafia erreichen könnte. Ich hatte Nathan einmal gefragt was der Unterschied zwischen Leben und Existieren sei. Er sagte das sei eine leichte Frage, denn existieren kann jeder leben jedoch nicht.

Damals hat mich seine Antwort verwirrt, doch heute verstehe ich was er mir damit sagen wollte. All die Jahre habe ich nur existiert, niemanden an mich ran gelassen, nicht einmal meine engsten Freunde. Ich habe mich nicht um mein Leben gesorgt und hatte keine Furcht davor zu sterben, die besitze ich zwar immer noch nicht, doch ich will und muss Leben für Layla. Erst als sie in mein Leben getreten ist habe ich verstanden was es heißt wirklich zu leben, ich wollte sie von mir stoßen mit allen Mitteln, doch sie konnte nichts abschrecken. Mir war das Gefühl von Liebe neu, doch ich hab mich auf sie eingelassen und gelernt zu lieben, gelernt sie zu lieben. Sie zu lieben gibt mir ein Gefühl was ich mir hätte niemals erträumen können zu fühlen.

Plötzlich fühlt sich etwas anders an, ich versuche mich zu bewegen doch es tut sich immer noch nichts. Allerdings ist die endlose Stille plötzlich verschwunden und ich höre ein schrilles piepen. Immer und immer wieder taucht es auf bis ich noch etwas war nehme. Es hört sich an wie ein schluchzen was ganz nah ist und doch scheint es irgendwie weit weg. „I...ich brauch dich doch, du musst wieder wach werden." Ein weiteres gequältes Wimmern ertönt. „Die Jungs vermissen dich auch und dein Onkel, sie sind so oft hier wie es geht." Wieder schnieft die Person. „Ich liebe dich doch Elijah tu mir das nicht an." Und Plötzlich macht es klick bei mir und ich weiß ganz genau wer da weint. Wie konnte ich ihre Stimme nicht erkennen Es ist Layla, nur das ihre Stimme sich so weit entfernt und leise anhört.

Wie soll ich es nur schaffen wach zu werden, ich höre sie, doch ich kann mich nicht bewegen geschweige denn irgendetwas tun. Ich bin gefangen in meinen Gedanken was unter normalen Umständen schon eine Qual seien kann, doch in dem Wissen das sie weint und ich sie nicht in meinen Armen halten kann macht mich verrückt. Ich ertrage es nicht sie leiden zu sehen, das Gefühl zerreißt mich. „Ich komm morgen wieder Liebling und bis dahin bist du besser wach." Höre ich die traurige Stimme zum letzten Mal, ehe ich wieder allein mit dem piependen Geräusch bin. Nein geh nicht schreit die Stimme in meinen Gedanken, ich will nicht wieder allein sein! Ihre Stimme zu hören hatte etwas vertrauten, doch nun ist sie auch weg und ich bin wieder allein, allein in der Dunkelheit, allein mit meinen Gedanken. Ihre Stimme war der einzige Lichtblick in der Dunkelheit.

Das Gefühl der Schwerelosigkeit verschwindet allmählich. Mein Körper fühlt sich nicht mehr an als ob er federleicht schweben würde. Ich befinde mich im freien Fall, ich werde in die Tiefe gezogen, tiefer als ich mich eh schon in ihr befunden habe. Ich weiß wie es sich anfühlt zu fallen. Ich wurde schon einmal aus der 2. Etage durch ein Fenster gestoßen. Die ersten Sekunden fühlst du dich schwerelos und frei, doch dann trifft dich die Realität wie ein Blitzschlag. Die Schwerkraft reißt an deinem Körper und es dauert nur einen Wimpernschlag bis du auf dem Boden aufschlägst. Ein stechender Schmerz jagt durch deinen Körper und wenn du falsch aufkommst bleibt dir der Atem weg, im besten Fall bist du Tod. So fühl ich mich gerade, wie bei dem Sturz als die Schwerkraft sich das zurückgeholt hat was sich gehört, nur das ich nicht aufschlage.

Ich konnte noch nie nachvollziehen wie Menschen die sich das Leben nehmen wollen von irgendwelchen Gebäuden springen können. Es gibt keine 100%ige Chance dass du stirbst. Es gibt immer diese kleine Möglichkeit das du überlebst und wenn du es tust ist alles nur noch schlimmer als zuvor, denn dann musst du dich damit auseinander setzten warum du es tuen wolltest. Die Menschen die dir nahe stehen werden an sich zweifeln ob sie vielleicht in ihrer Rolle als Eltern, Geschwister oder Freunde versagt haben. Nathan hat sich zwar nicht umgebracht und doch verfolgt mich bis heute der Schatten der Vergangenheit das ich ihn vielleicht hätte retten können. 

Auf einmal ändert sich etwas, dass nervige piepen verschwindet und der Sog der Dunkelheit wird immer schlimmer. Ich bekomme langsam Panik, irgendetwas stimmt hier gewaltig nicht. Es ist als ob ein starkes rucken durch meinen Körper fährt und im nächsten Moment ist da nichts mehr. Kein Geräusch, kein Gefühl des Fallens, einfach nichts. Tiefer, schwärzer, dunkler. Das ist das letzte was ich wahrnehme. Und das letzte woran ich denken kann ist Layla, meine Layla, mein kleiner Engel, danach falle ich in den endlosen Schlaf und ob ich jemals aus ihm erwachen werde ist ein Rätsel welches nur mein Körper beantworten kann.   

𝑺𝒉𝒆'𝒔 𝒎𝒚 𝑫𝒆𝒔𝒕𝒊𝒏𝒚 ✔️Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt