Layla
Nachdem mich dieser merkwürdige Mann vor dem Club festgehalten hat, bin ich zu Roxy meiner besten Freundin gerannt. Ich konnte den Mann kaum erkennen, aber das einzige was ich überall wieder erkennen würde wären seine grau-grünen Augen welche aussahen als würde ein Sturm in ihnen wüten. Roxy hat mich verwirrt angesehen als ich mitten in der Nacht vor ihrer Tür stand, doch ich habe erzählt dass ich einen Streit mit Derek hatte.Sie weiß nicht dass Derek mich schlägt und misshandelt, es weiß niemand und es musste auch so bleiben. Er hat es geschafft mich so sehr einzuschüchtern das ich mich niemandem mehr anvertrauen kann ohne Angst haben zu müssen das er mich wieder verletzt. Der bloße Gedanke an ihn lässt meinen Körper schmerzen.
Nun sitz ich neben Roxy auf dem Sofa in ihrem Apartment. Sie hat lange, braune wellige Haare und karamellfarbene Augen. Roxy und ich kennen uns seit sechs Jahren und sind seit dem unzertrennlich. Sie studiert wie ich an der NYU, nur mit dem Unterschied das ich es freiwillig mache und sie irgendwie von ihren Eltern dazu gezwungen wurde. „Hörst du mir überhaupt zu?" Fragt Roxy belustigt und wedelt mir mit der Hand vor dem Gesicht herum. „Sorry, was hast du gesagt?" Frage ich entschuldigend und lächle sie an. „Warum haben du und Derek euch eigentlich gestritten?" fragt sie interessiert und ich möchte das Thema am liebsten vermeiden. „Ist nicht so wichtig, wir waren in einem Club und sind halt aneinander geraten du kennst das ja." Sage ich und belächle die Situation, welche nicht zum lächeln ist. Alles in mir schreit danach dass ich es ihr erzählen sollte. Wir haben uns nicht gestritten, er schlägt mich. Derek schlägt und misshandelt mich seit sechs Monaten und ich kann mich nicht wären. Doch das einzige was ich jedem erzähle der nach meiner Beziehung fragt ist alles läuft gut oder man streitet sich schon mal als Paar.
Ich will gerade Roxy etwas fragen, da fängt mein Handy an zu klingeln. Ich gehe ran ohne zu sehen wer überhaupt versucht mich zu erreichen. „Wo bist du?" Schallt mir sofort die Stimme von Derek entgegen. Ich atme einmal tief durch ehe ich die Energie gesammelt habe ihm zu antworten. „Ich bin bei Roxy. Ist irgendetwas?" Stelle ich die Gegenfrage. „Komm zu meiner Wohnung, ich erwarte dich 14 Uhr dort und wehe du bist nicht da." Ich will ihm antworten, doch da ertönt das Piepen und ich weiß dass er Aufgelegt hat. Ich starre auf meinen Handydisplay und spüre Roxys Blicke auf mir. „Wer war das?" Fragt sie und sieht mich neugierig an. „Derek, er will dass ich zu ihm komme. Ich muss eh noch mit ihm reden, also danke für die Sachen und dass ich die Nacht bleiben konnte." Sage ich und weiße ihre Gastfreundschaft sehr zu schätzen. „Kein Ding du würdest das für mich doch auch machen." Sagt sie und umarmt mich kurz. Ich sammle meine Sachen zusammen und mache mich auf den Weg zu Dereks Wohnung.
Pünktlich 14 Uhr stehe ich vor der Wohnung von Derek. Ich kenne den Weg dorthin wie meine Westentasche, da ich ihn schon tausend Mal gegangen bin. Mittlerweile verabscheue ich den Weg, diese Wohnung und den Mann den ich so sehr geliebt habe. Doch Liebe ist vergänglich und das hätte ich doch eigentlich so gut wissen müssen. Wenn deine eigene Mutter dich nicht einmal liebt, wie sollte dich da irgendein Mann jemals lieben und respektieren können. Ich drücke auf die Klingel und die Haustür öffnet sich. Ich geh in die zweite Etage und in der Tür der Wohnung wartet schon Derek auf mich. Ich ziehe die Luft scharf ein als ich sein Gesicht sehe, er hat eine blaue Nase die so ziemlich gebrochen aussieht und eine aufgeplatzte Lippe. Er tritt zur Seite und lässt mich in die Wohnung, doch er ist viel zu ruhig und das signalisiert mir das etwas mit ihm nicht stimmt. Ich hätte niemals herkommen dürfen, denn wenn die Tür einmal zu ist hab ich kein Entkommen mehr vor ihm und diese Position wird er schamlos ausnutzen.
„Wo warst du gestern so schnell hin. Hatte ich nicht gesagt das du ohne mich nirgends hin gehst?" Seine Stimme ist ein leises flüstern neben meinem Ohr und mir läuft ein Schauer über den Körper. „Du hast mich geschlagen, da bleib ich doch nicht bei dir." Meine Stimme klingt fest und ich wundere mich woher der plötzliche Mut kommt. Sein Blick verfinstert sich und ich merke meinen folgenschweren Fehler leider zu spät. Ich hätte ihm niemals widersprechen sollen, jetzt bin ich ihm und seiner schrecklichen Art ausgeliefert. „Du kleines Miststück wagst es mir zu widersprechen und mir nicht zu gehorchen." Knurrt er gefährlich und drängt mich rückwärts immer weiter den Flur entlang. „Es...es tut mir leid." Kommen die Wörter stockend über meine Lippen. Er lächelt mich selbstgefällig an und stößt mich in einen Raum den ich als sein Schlafzimmer identifiziere. „Dafür ist es zu spät!" Faucht er und stößt mich unsanft auf das Bett.
Ein wimmern kommt aus meiner Kehle und mein ganzer Körper versteift sich. Derek zieht mir die Schuhe von den Füßen und zerrt mir dann die Hose von den Beinen. Ich bin unfähig mich zu bewegen und gebe mich geschlagen. Er streift sich seine Jeans von den Beinen und die Boxershorts fällt als nächstes. Er reißt mir den Slip vom Körper und streift sich ein Kondom über bevor er in mich eindringt. Er stößt immer härter und tiefer in mich und ich spüre wie mir Tränen über die Wangen laufen. Ich weiß nicht wie lang ich wimmernd unter ihm liege, doch irgendwann zieht er sich zurück. „Merk die eins Layla. Du wirst nie zu mehr nützen als um gefickt zu werden. Du bist ein erbärmliches Mädchen so das deine eigene Mutter noch nicht einmal was von dir wissen will." Sagt er und schlägt mir ins Gesicht. Ich ziehe so schnell es geht meine Klamotten an und stoße Derek zur Seite. Ich renne so schnell wie noch nie.Die Wohnungstür schlage ich zu und mit jeder Treppenstufe werden die Tränen mehr, das schluchzen lauter. Ich erreiche den Ausgang und stürze ins Freie. Lauf Layla lauf so schnell du kannst. Es ist das einzige was mir durch den Kopf schießt. Die Stelle im Gesicht wo mich seine Hand getroffen hat brennt höllisch und durch den Schleier aus Tränen kann ich meine Umgebung kaum noch erkennen.
Ich trage keine Schuhe und mit jedem Schritt durchfährt mein Fuß ein stechen, doch ich bleibe nicht stehen. Dafür ist keine Zeit, denn ich muss laufen egal wohin Hauptsache weg von ihm. Weg von meinem ach so schrecklichem Leben. Weg von allem was mich zerstört. Ich kann das nicht mehr, ich bin nicht stark genug um das alleine zu schaffen.
Ich weiß nicht wie ich es so weit schaffe, doch das Adrenalin pumpt durch meinen Körper und ist wahrscheinlich das einzige was mich davor bewahrt nicht zusammen zu brechen und nie wieder aufzustehen. Ich erreiche die nächste Kurve und biege rechts ab. Ich renne noch einige Meter, doch dann stoße ich gegen etwas Hartes. Ich falle und eigentlich ist es doch das was ich die ganze Zeit schon tue. Ich falle und warte nur darauf auf dem Boden aufzuschlagen wegen all meiner schlechten Entscheidungen. Ich werde wieder in die Realität katapultiert, als meine Knie auf dem Bürgersteig aufschlagen.Ein stechender Schmerz durchfährt mich und meine Handflächen erleiden dasselbe übel. Ich schluchze und das nicht wegen dem Sturz, sondern wegen allem was zuvor passiert ist. Ich hebe meinen Kopf um herauszufinden gegen was ich eigentlich gerannt bin. Vor mir erkenne ich nur schwarze Sneaker und weiß somit schon mal dass es ein Mensch ist. Die Person kniet sich in dem Moment zu mir runter indem ich meinen Kopf anheben Möchte. Vor mir kniet ein Junger Mann komplett in schwarz gekleidet. Ich mustere ihn verwundert, was wahrscheinlich daran liegt das ich immer noch unter Schock stehe. Ich sehe ihm nun endlich ins Gesicht und das was ich da erkenne lässt mich innehalten. Ihm fallen dunkelbraune Haare in die Stirn und bilden einen starken Kontrast zu seinen Augen. Augen die man niemals vergessen könnte, Augen die ich nicht vergessen könnte.
Was soll ich sagen, Derek bleibt bis jetzt einer der abstoßendsten Charaktere der Geschichte... 😶
Ich hoffe ich konnte euch so einen besseren Einblick in Laylas Sicht der Dinge geben 🥰
Wen Layla wohl am Ende fast über den Haufen gerannt hat ....?🤭
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𝑺𝒉𝒆'𝒔 𝒎𝒚 𝑫𝒆𝒔𝒕𝒊𝒏𝒚 ✔️
Mystery / ThrillerWe all wear masks, some with makeup some with smiles some with wifes or husbands cars or chlothes we hide from the world and from ourselves we hide from the truths behind our eyes running away from our real but somewhere there where truth me...