Die Feiertage glitten an mir vorbei, sie waren wunderschön und lenkten mich von allem ab. Aber am 30 Dezember musste ich unwillkürlich an Morgen denken. Alles was ich tat. Egal wo ich war musst ich immer über morgen nachdenken.
Ryan versuchte mich irgendwie zu beruhigen aber all seine Versuche scheiterten kläglich.
Ich wurde mit jeder Stunde etwas hibbeliger, so wie ein kleines Kind, dass sich unheimlich auf Weihnachten freute. Ich versuchte mir lieber nicht auszumalen, was sein könnte, wenn ich diese Blume nicht finden würde.
Ryan erinnerte mich daran, dass es nicht meine Schuld war und ich nichts dafür konnte aber nicht mal Summer konnte mich mit einer ausgiebigen Shoppingtour beruhigen. Alles in mir sträubte sich.
Ich musste es ohnehin erstmal schaffen mich an Silvester zu verwandeln und auch so zu bleiben. Deswegen war heute Nachmittag üben angesagt. Mom erinnerte mich immer wieder daran, dass ich mich konzentrieren sollte, meine Gedanken ordnen und mich auf den Wolf in mir konzentrieren sollte. Ihn freilassen, meine Gedanken an Mira fürs erste zur Seite schieben und immer optimistisch sein. Aber das Konzentrieren fiel mir schwerer, als ich schon mal dafür geübt hatte. Wahrscheinlich, weil der Tag, vielleicht der wichtigste und letzte in Miras Leben, immer näher kam. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie bis nächstes Jahr überlebte und bis zum 31 Dezember warten konnte war sehr gering. Kathleen sagte, dass sie es auch versuchen würde aber da sie, wie sie es nannte, keine Inspiration hatte, die Motivation fehlte.
Es währe ja eigentlich kein Problem sich an Silvester auf die Suche nach dieser komischen Pflanze zu begeben. Aber da sie Pflanze nur eine halbe Stunde vor Mitternacht und bis um halb eins blüht werden wir sie nur da suchen können, wenn dann alle ihre Raketen zünden und es total hell wird...nicht sooo gut für das Gehör von einem Wolf, weshalb ich nur etwa...eine halbe Stunde haben werde. Klar könnte ich auch als Mensch suchen aber die Wiese ist so groß und die Blume so klein, ich könnte sie zertreten und außerdem könnte ich sie als Mensch gar nicht riechen.
Also muss ich das jetzt durchziehen oder ganz bleiben lassen, aber Mira würde garantiert das glichen für mich machen.Immer wieder verwandelte ich mich in einen Wolf und dann wieder zurück, hin und her. Bis die Sonne unterging trainierte ich. Erschöpft entließ Kathleen mich und ich ging leise die Straßen entlang. Ein paar Schneeflocken landeten auf meiner Nase und schmolzen dort sofort wieder, ich sah wie die Sonne langsam hinter dem Wald versank, aus dem ich gerade gekommen war.
Zu hause angekommen drückte ich auf die kalte Metallklingel. Doch es passierte nichts, schien niemand da zu sein. Ich seuftzte. Vielleicht konnte ich durch ein Fenster einsteigen?
Ich lief um das Haus herum, eins war offen, allerdings lag es im ersten Stock und da kam ich ohne Leiter schlecht hin.
Ich zog mein Handy aus der Tasche und wählte Ryans Nummer. Es klingelte, dann hörte ich Ryan.
"Hallo?", fragte er. Hinter ihm war ein Gemurmel aus Stimmen zu hören und es lief Musik.
"Ryan?", fragte ich. "Evelyn! Was ist?" "Wo bist du?" "Ähm...nicht Zuhause." "Das sehe ich." "Warte mal kurz", sagte er und hielt das Handy weg, so das man ihn nur sehr leise hörte.
"Es ist Evelyn! Was sollen wir machen?", fragte er.
"Sie kann kommen. Von mir aus", sagt eine Mädchenstimme. Irgendwoher kannte ich die...aber sie war zu leise.
"Nein! Wir sind noch nicht fertig. Wir müssen noch-", fing ein Junge an aber Ryan legte den Finger auf den Lautsprecher, so das ich nichts hören konnte. Na toll; ich wollte zu gerne wissen, was er noch musste.
"Evie?", fragte er dann wieder mit deutlich Stimme, dass ich leicht zusammen zuckte.
Ich antwortete nicht sofort.
"Ja?", fragte ich nach einer Weil.
"Unter der Fußmatte liegt ein Schlüssel, du kannst rein und dannach zu uns kommen, okay?" "Zu wem?" "Wirst du sehen", sagte er und obwohl ich ihn nicht sehne konnte, wusste ich das er grinste.
Er gab mir die Adresse, ich nahm den Schlüssel und schloss die Tür auf.
Nachdem ich mich geduscht hatte zog ich mir schnell was an. Ich lief nach unten, schlüpfte in meine braunen Stiefel und ging los. Bis dorthin war es nicht weit, höchstens zehn Minuten zu Fuß.
Die Sonne war schon komplett verschwunden und langsam ging der Mond auf und die ersten Sterne leuchteten am Himmel.
Ich war schon einmal in dieser Gegend, ich glaube ich habe mal jemand besucht.
Ich sah mich um aber keins der Häuser kam mir bekannt vor.Als ich bei der Nummer 14 angekommen war ging ich die Steinstufen hinauf zur Eingangstür. Alles war dunkel. War überhaupt jemand da? Es war eine gruselige Atmosphäre, ich drückte schnell die Klingel, in der Hoffnung, dass sofort jemand auf machte und ich rein gehen konnte. Aber nein. Es tat sich gar nichts. Ich glaube die Klingel hat nicht einmal funktioniert. Ihre drückte die kalte Klinke herunter, mit leichtem Druck ließ sich die Tür leicht öffnen. Ich ging herein. Okay, dass war keine gute Entscheidung gewesen, hier drinnen war es nämlich noch gruseliger als draußen.
Ich schlich langsam durch die Räume, bis ich ein Kannen wahr nahm. Ein kalter Schauer erfasste mich und ich bekam Gänsehaut. "Hallo?", fragte ich leise und versuchte etwas zu erkennen. Nichts, alles schwarz ich sah gar nichts.
Dann hörte ich ein gespenstische Lachen und im nächsten Moment währe mein Herz vor Schreck fast stehen geblieben.Naja, dass war ein ziemlich kurzes Kapitel aber ich hoffe das es euch trotzdem gefallen hat :)
Was meint ihr, was hat Evelyn so erschreckt?Hel, euer Gummibärchen ♡ ♥ ♡
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Und alles ist anders
WerewolfEvelyn und Mira, die beiden Geschwister, leben mit ihren Eltern in London. Eigentlich ist alles perfekt, doch es gibt ein Problem; Mira ist Todkrank, sie macht unzählige Therapien aber es bringt nichts, Evelyn ist am verzweifelt. Mira selbst scheint...