Acht♡

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Die Kiste war mit rotem Samt eingekleidet. Wer machte sich denn bitte so viel Arbeit für einen Stadtplan, einen Brief und ein Lederarmband?! Ich nahm alles ais der Kist raus, vermutlich hatte ich zuviele Detektivfilme gesehen, denn ich klopfte die ganze Kiste nach Holräumen ab. Nichts.

Das Lederarmband war nichts besonderes, es war übernatürlich groß oder einfach nur nicht für den Arm gemacht, sonst war es einfach nur hell braun und hatte auch keinen Verschluss.

Ich faltete den Stadplan auseinander, er war wie erwartet von London. Am Rand der Karte war der Wald, dort war ein rot eingekreistes Stück Land, auf dem 'Zuhause' stand.

Misstrauisch beäugte ich den leicht vergilbten Briefumschlag, auf dem in Schönschrift 'Evelyn' stand. Ich nahm ihn in die Hand, er war nicht besonders dick oder so. Das Siegel war noch immer knall rot, auf ihm war ein Wolf zu sehen, wie er den Mond anheuelte.

Ich drehte den Umschlag noch ein paar Mal hin und her, bis ich schließlich das Couver aufriss und das gelbliche Blatt heraus zog.

Von wem es wohl war?

Ich faltette es auseinander und began zu lesen;

Liebe Evelyn,
nun bist du also sechzehn und hast es erfahren. Du musst uns glauben, dass wir es nicht so kommen lassen wollten aber das Wolfleben hat uns gerufen und wir konnten nichts anderes tun. Unsere Familie hat ein Geheimnis, ein gefährliches Geheimnis. Komm zu uns und wir erklären dir alles, auf der Karte siehst du, wo du hin musst.
Nimm das Lederarmband mit, dadurch erkennen wir dich und niemand wird dir etwas tun.
Es ist kompliziert, weshalb wir deine Pflegeeltern gebeten haben, es dir erst mit sechzehn zu sagen, da du es jetzt am ehesten verstehen wirst. Komm schnell, bevor es zu spät ist.

In liebe, deine Eltern

Wie in Schockstarre sah ich den Breif an. Ich schüttelte mich, toller Scherz. Wirklich sehr originell.

Ich sah auf die Karte, die eingekreiste Stelle war etwa eine viertel Stunde zu Fuß entfernt, weshalb ich leicht dahin gehen könnte.

Die Haustür öffnete sich, Mom war von ihrer Therapie zurück.

"Mom!", rief ich, während ich die Treppe runter rannte.

"Was gibt es mein Schatz?", fragte sie fröhlich, doch in ihrer Stimme schwang ganz eindeutlich agression mit. "Was soll das hier?", fragte ich leicht gereizt. "Was?", fragte sie und drehte sich zu mir um. Ich hielt ihr den Brief unter die Nase und sie überflog ihn schnell. "Ein Scherz, von uns...also von deinem Dad und mir."

"Mom, lüg mich nicht an!", schrie ich aufgebracht.

"Ich lüg dich nicht an", sagte sie gelassen. "Das glaube ich dir nicht, ihr macht euch nie so viel Mühe, also was ist das? Warum steht da 'In liebe, deine Eltern'?!", meine Stimme bebte und ich war kurz vorm ausrasten...

"Okay, komm mit meine kleine. Vielleicht haben sie recht und du bist schon alt genug dafür." Mom nahm meine Hand und führte mich in die Küche, sie setzte sich und wies mir an mich neben sie zu setzten aber ich setzte mich gegenüber und sah sie angespannt an. "Ja, ich höre."

"Wir...Ben! Kommst du mal bitte!"

Dad kam, wie immer wenn Mom ihn rief, sofort um die Ecke. "Ja, Schatz?", fragte er. "Wir müssen es ihr jetzt sagen." Dad nickte nur.

"Evelyn, wir sind nicht deine richtigen Eltern." Mein Herz blieb stehen. "Was? Nein, nein, nein. Das glaube ich euch nicht, das...dass ist doch absurd", sagte ich und stieß ein seltsam schrilles Lachen aus.

"Wir haben dich aus dem Waisenhaus, du warst so klein und zerbrechlich. Das einzige, was du bei dir hattest war diese Kiste und dein rosa Strampler. Wir haben den Brief deiner Eltern gelesen, wir kennen sie nicht persönlich. Ben und ich hatten beschlossen dir nicht davon zu erzählen, es sollte für immer ein Geheimniss bleiben. Bevor du fragst, wir haben keine Ahnung, was das für ein 'Familiengeheimniss' ist."

Ich schluckte. "Warum habt ihr die Kiste nicht einfach weggeworfen? Oder alle Sachen rausgenommen und sie mir dann gegeben?"

"Ohh, das haben wir oft genug versucht, glaub mir. Aber das Ding ist verflucht", zischte Mom und sah mir tief und eindringlich in die Augen.

Bei dem Wort 'Fluch' zuckte ich unmerklich zusammen. Deshalb war ich nicht verflucht, weil ich nicht zu dieser Familie gehörte.

"Darf ich meine Eltern treffen?", fragte ich. Mom und Dad sahen sich an. "Erstmal holst du noch mit uns Mira ab und dann sehen wir weiter", sagte Dad schließlich bestimmt und ging. Ich nickte Mom brav zu und verließ die Küche. Mein Körper kribbelte wieder, als hätte ich zu viele Brausestäbchen auf einmal gegessen.

Jetzt war erstmal nur Mira wichtig, redete ich mir ein. Doch als ich daran dachte, dass sie gar nicht meine richtige Schwester war wurde mir übel, übel vor...ach ich weiß auch nicht. Angst?
Meine kleine Lieblingsschwester, war gar nicht meine Schwester ein unvorstellbar großer Stein lag mir auf dem Herzen und drohte es zu zerquetschen.

Tada, das nächste Kapitel :)
Meinung?

Hel, euer Gummibärchen♡♥♡

Und alles ist andersWo Geschichten leben. Entdecke jetzt