Kapitel 23b:
Christian POV:
„Ich wollte dich nur nochmal daran erinnern, dass ich in der Armee war und falls du meiner Tochter weh tust, werde ich nicht zögern, meine Mitbringsel aus dieser Zeit an dir auszuprobieren."
Shit. Ray Steele drohte mir, nur kurz nachdem er die zuschlagende Tür des Bades in dem Ana verschwunden war, gehört hatte. Wohl eine typische Handlung von Vätern, aber es überraschte mich etwas. Ich hatte nicht mehr damit gerechnet und kurz war ich sprachlos, aber hatte mich innerhalb von ein paar Sekunden gefangen.
„Das erwarte ich sogar", sagte ich, genau so ernst wie er. Wahrscheinlich war es der natürliche Instinkt eines jeden guten Vaters, seine Tochter zu beschützen. Hoffentlich war es der einzige Grund und ich hatte mich nicht so dermaßen verschätzt. Entgegen Anas Meinung war ich innerlich ganz und gar nicht ruhig. Mir war die Bedeutung dieses Abendessens durchaus bewusst, es wäre mir zwar lieber gewesen ihn unter ungezwungeneren Umständen, mit mehreren Personen und mit kürzerem Zeitraum kennenzulernen, aber es war nicht zu ändern. Bislang konnte ich nicht einschätzen, wie viel Einfluss Ray auf Anas Entscheidung hatte, aber es war ihr Vater, von daher stünden meine Karten wohl verflucht schlecht, wenn er sich gegen mich aussprechen würde.
„Du bist 27, Ana 21. Denkst du nicht ihr habt etwas andere Ziele?"
Welche Ziele sollte man denn mit 27 verfolgen???
Ich räusperte mich. „Ehrlich gesagt, denke ich das nicht. Ana verhält sich nicht wie eine partywütige Volljährige und ist interessiert an ihrer Karriere, bei der ich ihr absolut nicht im Weg stehe. Alles andere wird sich zeigen und klären."
„Aha."
Verflucht, der strenge- Vater- Blick hatte er verdammt gut drauf.
„Ihr scheint es bereits jetzt ernst zu sein, wie sieht es mit dir aus?"
Dieses Gespräch war hart an der Grenze. Einen Schritt weiter und ich wäre eindeutig überfordert. Aber das konnte ich mir in dieser Situation nicht leisten.
Innerhalb von drei Wochen hatte sich mein Leben so sehr geändert, dass es kaum mehr zu vergleichen war. Plötzlich war da diese Frau morgens in meinem Bett und ich konnte sie nicht mehr gehen lassen. Ana war die erste Person, bei der ich mich fallen lassen könnte, unabhängig vom Sex.
„Mir geht es nicht anders, Sir." Ich konnte mir nicht einmal selbst eingestehen, was da zwischen mir und Ana genau war. Das Einzige, was ich wusste, war, dass ich an dem derzeitigen Zustand nichts ändern wollte und sie nicht mehr gehen lassen wollte. Eine kurze Zeit schaute er mich intensiv an, um wohl zu überprüfen, ob es der Wahrheit entsprach und nickte dann.
Nach meiner Antwort schien er beruhigt zu sein. Dieses Kapitel war damit hoffentlich abgehakt, denn er blickte nun nicht mehr so ernst.
„Na dann wird jetzt Bier getrunken." Er stand auf und holte sich und mir aus dem Kühlschrank zwei Dosen Bier. Möglicherweise war es ein Test. Dachte er, ich wäre ein Snob oder sonst etwas in der Art? Wenn er wüsste, woher ich kam, würde er nicht einmal in die Nähe solch eines Gedanken kommen.
Ana kam zurück und beim Bier in meiner Hand grinste sie. Allerdings ging ein überraschend vorwurfsvoller Blick in die Richtung ihres Vaters, welcher jedoch mit den Schultern zuckte. Als sie saß, blickte sie grübelnd auf das Getränk in meiner Hand. „Gibt es bei einem Helikopter auch so etwas wie Alkoholgrenzen?"
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~ One Secret ~
RomanceEine Begegnung, ein Abend und alles ändert sich. Christian und Ana lernen sich etwas anders kenne. Es wird verrückt, leidenschaftlich und auch romantisch. Aber durch diese Begegnung, durch alle Umstände führen Verleugnung und Lügen zu Schmerz. Stärk...
