Kapitel 29a:
Christian POV:
Seit Wochen bräuchte ich so dringend wie schon lange nicht mehr einen Termin bei Flynn, aber ausgerechnet dann musste er verreisen.
Heute war er endlich wieder zurück und ich joggte zu der Praxis, um ein wenig Dampf abzulassen. Denn Ana hatte heute Nacht nicht bei mir übernachtet und ich hatte mich schon so sehr daran gewöhnt, dass ich nun durchdrehte. Warum, verdammt, war sie nicht bei mir?
Seit Montag hatte ich damit noch größere Probleme und meiner Meinung nach lief alles auf fehlendes Vertrauen hinaus. Sie vertraute mir nicht, dass ich mich um sie kümmern würde. Ein Virus oder eine Magenverstimmung stellte zumindest für mich keinen Grund dar mich von ihr Fern zu halten.
Heute Morgen hatte wir zwar miteinander telefoniert und sie meinte sie hätte sich übergeben müssen, aber es ginge ihr bereits besser, doch das beruhigte mich nicht. Ich machte mir Sorgen um sie, gerade weil sie mich nicht für dich da sein ließ. Als hätte ich sie nicht schon gesehen wie sie sich übergab. Aber sie hatte sich geweigert. Vielleicht waren es doch noch Nachwirkungen von vorgestern oder sie log mich sogar an.
Eigentlich war ich der Meinung zwischen uns wäre alles geklärt. War sie doch sauer gewesen, weil ich sie nicht abgeholt hatte oder erst so spät nachhause gekommen war? Es ließ mir keine Ruhe.
Dass Ana nicht da war, hieß außerdem Alpträume, kein Schlaf und ebenfalls keinen Sex abends, nachts oder auch morgens. Ich war genervt und frustriert.
Früher hatte ich immer nur Sex am Wochenende gehabt, aber auch das hatte sich durch Ana geändert. Das Vergnügen den Tag mit Sex zu starten, konnte man nicht bestreiten. Nur musste ich darauf heute Morgen verzichten. Hätte ich zwar ohnehin, weil sie sich schließlich übergeben hatte, aber sie war trotzdem nicht bei mir gewesen. Warum machte mich das nur so verrückt? War ich schon so abhängig von ihr?
Als ich endlich auf der Couch von Flynn saß, schaute er mich nach kurzem Smalltalk und der Erzählung von seinem Urlaub in der Heimat, einfach nur an.
Tatsächlich freute ich mich für ihn. Für seine Ehe und seine Kinder. Allerdings fragte ich mich ernsthaft wie man in seinem Beruf so lange Urlaub machen konnte. Er konnte doch nicht all seine Patienten einfach so hängen lassen. Mein Termin war längst überfällig.
Nun schwieg er und wartete auf meine Erklärung.
Seine übliche Vorgehensweise – er wollte immer, dass ich von mir aus erzählte, was ich allerdings nur selten tat.
„Ich habe eine Freundin", überwand ich mich letztlich.
Ich dachte, er wäre darüber überrascht, stattdessen sagte er nur emotionslos: „Das weiß ich."
Warum schockierte ihn das überhaupt nicht? Ich ging davon aus, es wäre ein riesiger Sprung für mich eine normale Beziehung zu führen. Das tat ich doch? Tat ich es nicht?
„Aha. Woher?", fragte ich ihn missmutig.
„Internet", sagte er trocken und zuckte mit den Schultern.
Natürlich. Ich verschränkte die Arme vor der Brust und ließ mich gegen die Lehne fallen.
„Ist sie den wirklich deine Freundin oder eine Sub, die du der Öffentlichkeit präsentierst?"
Die Annahme Ana wäre NUR eine Sub, machte mich wütend und dementsprechend war meine Stimme deutlich gereizter. „Sie. Ist. Meine. Freundin!"
Warum traute mir das niemand zu, der von dieser Seite in mir wusste? War es so abwegig, dass ich eine normale Beziehung führen konnte oder wollte? War ich wirklich so abgefuckt?
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~ One Secret ~
RomanceEine Begegnung, ein Abend und alles ändert sich. Christian und Ana lernen sich etwas anders kenne. Es wird verrückt, leidenschaftlich und auch romantisch. Aber durch diese Begegnung, durch alle Umstände führen Verleugnung und Lügen zu Schmerz. Stärk...
