Kapitel 26a:
Ana POV
Mein Freund war verrückt. Einfach verrückt. Er hatte tatsächlich SIP gekauft.
Damit wäre es bewiesen, er hatte mehr Geld, als es ihm guttat. Gab er es immer für solch irrsinnigen Sachen aus? Wohl kaum, aber WIESO hatte er das nur getan? Eine vernünftige Erklärung gab es dafür absolut nicht.
An sein Versprechen musste er sich einfach halten, er durfte mein Vertrauen in ihn nicht so sehr missbrauchen und sich in meine Karriere einmischen, wenn ich schon hinnahm, dass er nun der Chef vom Chef meines Chefs war. Ohje, wo war ich da nur hineingeschlittert? Ich wusste, es würde nichts bringen sich weiterhin darüber aufzuregen, obwohl es mich unglaublich nervte. Würde ich kündigen, was absolut keine Option für mich darstellte, würde er noch mehr unnötiges Geld ausgeben um... für was überhaupt? Nochmal, warum tat er das?
Ich verstand ihn nicht und möglicherweise sollte ich nochmals mit ihm über dieses Thema reden. Aus meiner Wut wurde Frustration, dann Resignation und anschließend... Als er zwischen meine Beine getreten war und ich für den Moment alles vergessen konnte, war meine Wut meiner stürmischen Lust gewichen. Der Sex nach unserem Streit war es auf jeden Fall wert gewesen. Versöhnungssex hatte definitiv etwas an sich. Meine innere Göttin applaudierte mir und fragte schon nach dem nächsten Mal. Er war grob und hart und so leidenschaftlich gewesen, dass ich es kaum hatte abwarten können bis er endlich in mir war.
So im Nachhinein dachte ich darüber nach, wie sehr es ihn angemacht hatte, als ich ihn mit Boss ansprach. Oder eher Sir. Ich war kurz überrascht, als er mich dazu aufforderte. Eigentlich ging ich anfangs davon aus, er würde einen Witz machen. Aber als ich es ausprobiert hatte, war es irgendwie aufregend gewesen. Auf eine gewisse Art und Weise hatte es etwas an sich. Mein Verlangen hatte sich nochmals gesteigert, obwohl ich nicht gedacht hätte, dass es überhaupt noch möglich war.
Puhh Steele, am besten gar nicht so genau darüber nachdenken. Lass einfach deine innere Göttin tun und lassen, was sie will.
_
Gleich sollte die letzte Besprechung stattfinden, bei der die Lektoren die endgültige Auswahl an Autoren und Büchern vorstellen sollten, mit denen sie verhandeln wollten und das unter dem vorgegebenen Budget.
Ich klopfte vorsichtig an Jacks Tür. „Jack? In fünf Minuten beginnt das Meeting", flüsterte ich, da er noch immer am Telefon war. Ich hatte die ganze Zeit die Anzeige am Telefon verfolgt, aber seit einer halben Stunde leuchtete das Licht neben seinem Namen.
„Ben, warte kurz", sagte er zu seinem Gegenüber und drückte ihn in die Warteschleife.
„Ich habe keine Zeit für diese Präsentation. Die Welt hört sich nicht auf zu drehen wegen dieser verdammten Buchmesse. Ich muss arbeiten!", schnauzte er mich an und ich wusste nicht, was ich sagen sollte und das musste ich auch nicht, denn kaum hatte Jack ausgesprochen, kam Mrs. Harris ohne zu klopfen herein.
„Was machst du noch hier? Wir müssen gehen", forderte sie und tippte ungeduldig auf die Uhr. Mrs. Johanna Harris war ziemlich groß, ungefähr Ende 20, hatte eine Figur zum Beneiden und braune Haare, die immer zu perfekten Locken gedreht waren. Zudem hatte sie auch noch einen umwerfenden Modegeschmack, was sie auch heute wieder mit ihrem schwarzen Businesskleid und weißen dezenten Akzenten bewies. Ich traf sie nicht oft und wenn, hatte ich immer das Gefühl, dass sie mich nicht leiden konnte.
Er seufzte genervt auf. „Ana, geh du für mich und wehe du blamierst mich!"
Mit offenem Mund starrte ich ihn an und Mrs. Harris ging es nicht anders. „Du kannst nicht eine Assistentin schicken und dann auch noch sie", kam es feindseliger von ihr als ich erwartetet hätte. Auf was spielte sie an? Hoffentlich doch nur auf meine kurze Zeit bei SIP.
DU LIEST GERADE
~ One Secret ~
RomanceEine Begegnung, ein Abend und alles ändert sich. Christian und Ana lernen sich etwas anders kenne. Es wird verrückt, leidenschaftlich und auch romantisch. Aber durch diese Begegnung, durch alle Umstände führen Verleugnung und Lügen zu Schmerz. Stärk...
