Kapitel 26b:
Ana POV:
„Werden wir uns eine Show am Broadway anschauen?", fragte ich aufgeregt. Dieser Tag lief so gut, dass ich - für mich ungewöhnlich - mal tatsächlich aufgekratzt war.
„Baby, wir haben nur heute einen freien Abend. Sonntagmittag fliegen wir schon wieder zurück nach Seattle."
Christian war vor knapp einer Stunde in New York gelandet und zur Buchmesser gekommen, um mich abzuholen und anschließend mit mir in seine Wohnung in Lenox Hill zu fahren.
Nach einer kurzen Dusche zog er sich ein einfach weißes T-Shirt und eine Jeans an, während er mich auf die Folter spannte, was wir eigentlich unternehmen würden. Ich war ebenfalls relativ leger gekleidet. Ein grauer Jeansrock mit einem weißen Top und ebenfalls grauen Cardigan.
„New York ist wohl nicht gedacht für nur einen freien Abend?", sagte ich etwas niedergeschlagen. Es war nie ein großer Wunsch von mir gewesen hierherzukommen, aber wenn man schon einmal in New York war, wollte man dann doch alles sehen.
„Wir werden irgendwann für längere Zeit nach New York reisen. Versprochen." Er zog mich in seine Arme und hauchte mir einen Kuss auf den Scheitel. Die Aussicht, mit Christian noch einmal allein hierherzukommen, ohne irgendwelche anderen Verpflichtungen, hob meine Stimmung schnell wieder an. Außerdem... er plante? ER PLANTE.
Ich hatte mir in der Nacht vor dem Flug endlich eingestanden, wie sehr ich ihn schon liebte. Deswegen freute es mich umso mehr. Es bedeutete doch, dass auch er eine Zukunft mit mir sah. Mein Herz schlug bei diesem Gedanken um einiges schneller und ich konnte nicht anders als ihn zu küssen.
„Los jetzt. Sonst haben wir noch weniger Zeit. Zieh dir bequeme Schuhe an, wir werden viel laufen."
Ich nickte, schlüpfte in meine Sneakers und zog ihn weiter zum Ausgang seiner viel zu großen Wohnung. Er hatte mir erzählt, er wäre nur sehr selten hier, viel öfter würden Mia oder andere Familienmitglieder in dieser Wohnung übernachten. Aber trotz dieses Umstandes, hatte er sie und es war ein absoluter Abklatsch des Escala. Bis auf die Tatsache, dass die Wohnung sogar noch unpersönlicher wirkte und sich damit meine Hoffnungen Christian dadurch besser kennenzulernen verabschiedeten. In einem Hotel würde es nicht anders aussehen.
Aber sonst... Es war ebenfalls alles sehr offen, groß geschnitten und eindeutig farblos. Eventuell ein wenig dunkler gestaltet und alles auf einer Etage. Ob es möglicherweise kleiner war, wusste ich nicht, denn Zeit die Wohnung zu erkunden, hatte ich noch nicht gehabt. Allerdings gab es keinen Balkon.
„Komm schon. Damit ich endlich erfahre, was du vor hast." Ich hatte ein riesiges Lächeln im Gesicht und auch er verzog seine Lippen.
Christian hielt Wort. Wir klapperten tatsächlich einige Touristenattraktionen ab. Und dabei entdeckte ich noch viel mehr und Wichtigeres als jedes Bauwerk, nämlich wie viele gemeinsame Interessen wir eigentlich hatten und jede weitere machte mich ein wenig glücklicher. Er war, trotz seiner Leidenschaft zur Wirtschaft, auch unglaublich interessiert an Büchern, Geschichte und Kunst.
Wir gingen nach einem Besuch im MoMA zum 9/11 Memorial. Es war so beeindruckend und ich wurde wehmütig und traurig, die ganzen Namen zu sehen und war trotzdem froh, dass die Menschen auf diese Weise in Gedenken gehalten wurden. Christian erzählte mir so viel dazu und auch wenn ich schon einiges wusste, war ich wissbegierig.
Zum Sonnenuntergang befanden wir uns dann auf dem Empire State Building. Es war so wunderschön. Heute war ein sonniger und wolkenfreier Tag und so konnte man bis zu 80 km weit sehen, so stand es zumindest auf dem Infoständer direkt vor uns.
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~ One Secret ~
RomanceEine Begegnung, ein Abend und alles ändert sich. Christian und Ana lernen sich etwas anders kenne. Es wird verrückt, leidenschaftlich und auch romantisch. Aber durch diese Begegnung, durch alle Umstände führen Verleugnung und Lügen zu Schmerz. Stärk...
