Tut mir leid für die kleine Verspätung! Ich war leider den ganzen Tag unterwegs und hatte keine Möglichkeit das Kapitel früher hochzuladen.
Ich wünsche euch viel Spaß :)
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Kapitel 34b:
Christian POV:
Ich hatte verdammte Sehnsucht nach Ana. Das Wochenende lief perfekt und wir hatten nur Zeit für uns und ausnahmsweise keinen verdammten Streit. Ihr nach den ganzen Aufregungen wieder so nah zu sein, hatte ich – hatten wir – eindeutig gebraucht. Meine gute Laune wurde nur dadurch gedrückt, dass die Polizei mir heute tierisch auf die Nerven ging. Außerdem hatte Welch herausgefunden, dass Hyde aus Detroit stammte. Warum ausgerechnet Detroit?? Dort war er zwar nicht lange und war sogar vor meiner Geburt nicht mehr dort gemeldet. Aber an diese verdammte Stadt erinnert zu werden wirkte sich bei mir niemals gut aus.
Heute hatte ich eigentlich auch nicht genug Zeit für zu Ana in der Mittagspause zu fahren.
Meine Entscheidung, was ich tun sollte, wurde mir allerdings von Taylor abgenommen. Als er mir Bescheid gab, dass der Audi geliefert wurde, war klar, dass ich zu ihr fahren würde. Ich würde Ana sofort ihre Überraschung geben.
Ich rief Gail an, damit sie alles für das Essen vorbereite, sodass wir noch genug Zeit für uns hatten und machte mich auf den Weg ins Escala. Eine Stunde war dafür zu wenig. Möglicherweise war ihr das aber auch bewusst und ihr Widerstand würde sich somit um einige Minuten verkürzen.
Auf dem Weg ins Escala bekam ich eine Nachricht von Ana.
Ana: Genommen, Griesgram.
Nach dem dritten Tag, an dem ich sie immer wieder und wieder mit ihren Tabletten nervte, schrieb sie mir jedes Mal eine Nachricht, wenn sie ihre Medizin genommen hatte. Eine fügsame Anastasia Steele war eine erfreuliche Abwechslung. Hoffentlich wäre es heute auch der Fall. Es gab genug andere Probleme!
Ich war froh, dass sie endlich mal tat, was man ihr sagte, und es gerade zumindest in dieser Hinsicht etwas unkomplizierter erschien.
Sogar die Liste mit all dem Essen, das sie zu sich genommen und woher sie es bekommen hatte, hatte sie kommentarlos erstellt, was mich wirklich überraschte. Zum Glück erkannte sie die Ernsthaftigkeit der Situation. Allerdings war ich kurz vorm Durchdrehen, als ich sah wie verdammt wenig sie aß und dass Hyde auch einige Male auf der Liste stand. Warum hatte Ana dauernd Essen von diesem Mistkerl angenommen? Es verstärkte meine Vermutung. Irgendetwas war trotzdem faul an der Sache. Warum ging es ihr erst nach der Kündigung von Hyde so schlecht? Ich musste es dringend noch einmal mit Taylor und eventuell auch der Polizei bereden.
Der Wagen sah ich der Tiefgarage klasse aus und nach diesem Wochenende und unserem Vorsatz nicht mehr zu streiten standen meine Karten relativ gut, dass Ana ihr Geschenk annehmen würde.
Mit einem übertriebenen Kuss begrüßte ich sie und hob sie dabei ein Stück von den Füßen.
„Ich liebe es, dass du hier bist. Daran könnte ich mich gewöhnen", sagte ich leise an ihren Lippen und ich wollte, dass sie auch hierblieb, wenn sie nicht mehr krank geschrieben war. Sobald der Zeitpunkt gekommen war, würde ich sie fragen und hoffentlich würde sie zustimmen.
„Ich werde bestimmt nicht die brave Hausfrau sein, die jeden Tag auf dich wartet bis du von der Arbeit kommst. Wir könnten ja auch mal wieder bei mir schlafen."
Okay, Ana hatte offensichtlich nicht diese Gedanken. Es verpasste mir einen ziemlichen Dämpfer, aber noch konnte ich es hinunterschlucken. Ich war zu euphorisch, als dass mir meine gute Laune heute so schnell abhandenkommen würde.
Während des Essens versuchte ich Ana bereits etwas vorzubereiten.
„Du hast am Donnerstag gleich in zweifacher Hinsicht eine Belohnung bekommen. Du weißt, was das bedeutet?"
„Ich dachte, du warst mein Geschenk?", schmollte sie.
„Nein, natürlich nicht. Außerdem war es wohl eher ein Geschenk für mich."
Sie seufzte. Wie konnte es nur sein, dass ein Mensch so ungern Geschenke bekam. Alle Frau in der Vergangenheit hatte sich über jedes einzelne Geschenk gefreut und wenn ich bedachte wie sie erst auf einen Wagen reagiert hatten... Bei Ana durfte ich diesen unrealistischen Vorstellungen erst gar nicht hinterherjagen.
Ich legte mein Besteck zur Seite. Ana hatte ja schon gegessen, sie wusste schließlich nicht, dass ich kommen wollte. Hoffentlich war es genug und nicht wieder irgendein Brei, sondern annähernd eine normale Mahlzeit. Laut Arzt musste sie sich nicht mehr einschränken.
„Dann mal los, Baby."
Auf in den Kampf, hieß es wohl passender. Ich stand auf und sah sie an.
Sie wollte noch etwas dazu sagen, behielt es dann aber für sich. Das ging mir total auf die Nerven. Warum redete sie nicht mit mir?
„Sprich es aus", forderte ich daher. Aber statt mir zu gehorchen, schüttelte sie den Kopf und reichte mir die Hand. Ich hasste es, wenn sie das tat.
„Ich bitte dich, es anzunehmen, Baby", hauchte ich an ihren Lippen und stahl mir noch einen Kuss, falls es doch schlechter für mich ausgehen sollte als ich momentan ausging.
„Christian, wenn du auf irgendeine Weise wieder Geld ausgegeben hast, werde ich heute Nacht in meiner Wohnung schlafen."
Das würde ich nicht zulassen. Allerdings war das durchaus eine effektive Drohung, was meine Zweifel verstärkte, ob sie überhaupt hier sein wollte oder sich gezwungen fühlte. Wollte sie wieder in ihre Wohnung? Wollte sie nicht bei mir bleiben? War es solch eine Überwindung für sie?
„Dann war es wohl unnötige Geldverschwendung."
Das Geld war mir völlig egal. Sie sollte es nur akzeptieren und damit schien es mir wahrscheinlicher. Ich suchte eine Lösung, damit wir einen Streit vermeiden könnten. Aber ihr Blick drückte puren Argwohn aus. Trotzdem ließ sie sich bereitwillig mit zum Aufzug ziehen.
„Warum fahren wir hinunter, Christian?"
„Sei etwas aufgeschlossener. Es wird dir sicherlich gefallen", meinte ich und gab ihr noch einen Kuss auf den Scheitel, damit sie sich beruhigte. Resigniert atmete sie aus. „Na gut."
Eine kleine Hoffnung gab es noch, dass sie sich freuen würde, selbst wenn diese immer kleiner wurde. Wenn sie es erstmal akzeptiert hatte würde sie sich sicherlich freuen, fügte ich innerlich hinzu. Aber wer konnte denn schon zu einem Audi nein sagen.
Vermutlich Ana.
Dann gingen die Aufzugtüren auch schon auf und ich führte sie zu dem neuen Auto, das neben meinem R8 in der Reihe meiner Parkplätze stand. Direkt davor hielt ich sie fest.
„Unternehmen wir etwas?" Das war unmissverständlich Freude in ihrer Stimme. Wie sollte ich etwas mit ihr unternehmen, wenn sie sich doch ausruhen sollte?
„Heute nicht, Baby." Ich nahm den Autoschlüssel und drückte ihn ihr in die Hand. „Nicht gerade dein Stil, so ein kleiner roter Wagen", kommentierte sie etwas durcheinander und schaute immer wieder zwischen dem Wagen und mir hin und her.
„Das ist ein neuer Audi A3 TFSI E, ein Hybrid. 204 PS, statt 150 350 Nm. Der Elektromotor nutzt 13 kWh große Lithium-Ionen-Batterien und hat schon eine alleinige elektronische Reichweite von...„
„Christian", unterbrach sie mich. „Warum erzählst du mir das?"
„Es ist dein Auto", strahlte ich sie an. Es war ein großartiges Auto und das neuste Modell. Dieses Mal sogar ein Hybrid. Diese Woche würde noch jemand kommen und eine Ladestation in die Tiefgarage einbauen. Es war nicht das gleiche Modell, das ich meinen Subs besorgte, aber ein sehr ähnliches. Zumindest hatte ich nie einen Hybrid für sie bestellt.
Ich hatte Glück, dass dieses neue Model von einem Autohaus über das Wochenende angeliefert werden konnte. So war das Problem schnell gelöst.
Ana war vollkommen geschockt und stand stocksteif da. „Du... Du kannst mir... Nein. Du kannst mir... kein Auto kaufen", stotterte sie.
„Habe ich aber schon", grinste ich sie an. Sie würde sich schon damit abfinden und das Auto war einfach erstklassig. Gerade wenn ich davor stand, war es kaum zu glauben, dass jemand ablehnen könnte. Es war ein wahnsinns Auto. Mein R8 oder RS6 waren besser, aber so einen wollte Ana bestimmt noch weniger fahren, und schon gleich gar nicht besitzen.
„Du kannst mir kein Auto schenken! Ich habe ein Auto", wurde sie schon etwas lauter und suchte mit ihren Augen nach der Schrottkiste.
„Um den Verkauf deines Autos kümmert sich Taylor gerade", antwortete ich ihr. Aber das war offenbar nicht die Antwort, die sie hören wollte oder ihre Laune besserte.
Sie drehte sich kommentarlos um und stieg in den Aufzug. Fuck!
Ich erreichte den Aufzug in letzter Sekunde und konnte meine Hand noch rechtzeitig zwischen die Tür schieben, damit sie wieder aufgingen. Dann stellte ich mich zu Ana.
„Du hast ihn dir nicht einmal richtig angesehen und dieses Modell ist eines der sichersten überhaupt, noch dazu um einiges umweltfreundlicher als dein uralter Käfer."
„Mein Vater hat mir Wanda geschenkt", sagte sie mit eiskalter Stimme.
Das wusste ich! Als wir bei ihm zum Essen waren, hatte ich es aus einem Gespräch herausgehört. Deswegen musste man aber kein Auto für immer behalten und das sah auch ihr Vater so. Er dachte sie würde irgendwann damit stehen bleiben, weil es endgültig versagte und machte sich Sorgen.
„Ich habe mit deinem Vater darüber gesprochen und er ist sogar erleichtert, dass du ein neues Auto hast." Das müsste sie doch wohl besänftigen. Außerdem hatte er, wie vermutetet, die Papiere von dem Wagen bei sich in Montesano. Ich dachte mir bereits, dass Ana sie nicht in ihre Studentenwohnung mitgenommen hatte.
„Du hast mit meinem Vater gesprochen?", fragte sie stattdessen schockiert.
Der Aufzug kam oben an und sie stampfte förmlich ins Wohnzimmer. Sie übertrieb noch mehr als ich angenommen hatte.
„Baby, komm schon."
Wir könnten jetzt Sex haben, aber nein, wir stritten. Fantastisch.
„Anastasia", rief ich nun sauer, da sie mir nicht einmal mehr antwortete und lief ihr frustriert hinterher.
„HÖR AUF MIR SACHEN ZU KAUFEN!", schrie sie mir plötzlich entgegen.
„Jetzt beruhig dich, Ana. Wir wollten nicht wieder streiten. Das hast du selbst gesagt."
„Wie soll ich ruhig bleiben, wenn du mir ein Auto kaufst?! Das geht nicht! Weißt du wie teuer das ist? Das geht einfach nicht, Christian."
Verdammt, warum war es jedes Mal ein Kampf ihr etwas zu schenken?
Dass sie so herumschrie und so weit von mir entfernt war, strapazierte meine Nerven, die momentan sowieso blank lagen.
„Ana. Ich könnte mir nie verzeihen, wenn dir etwas zustieße! Das, was gerade erst passiert ist, genügt mir schon bei weitem. Da musst du nicht noch mit einem lebensgefährlichen Wagen herumfahren. Nicht, wenn ich es mit so wenig Aufwand verhindern kann."
„Du verstehst es einfach nicht", sagte sie müde und sah mich nicht einmal mehr an.
„Dann erklär es mir. Jetzt."
„DU hast mein Auto weggeben. Mein Auto!", schrie sie plötzlich wieder und fing an vor der Couch auf und ab zu laufen.
„Eigentlich war es das Auto deines Vaters", antwortete ich klarstellend und sie sah mich mit offenen Mund an.
„Es war MEINE Wanda und über die hast du nicht zu entscheiden. Ich will mein Auto zurück!"
„Dieses Auto, wie du es bezeichnest, ist nicht sicher! Dann sag mir welches du möchtest und ich werde es dir kaufen."
„Du sollst mir nichts kaufen und schon gar nicht ein Auto!"
„Dein Vater hat mir zugestimmt. Er hat mir gesagt, dass du schon mindestens viermal liegen geblieben bist. VIERMAL! Dabei fährst du nicht mal oft!"
„Mein Vater hätte dem bestimmt nicht zugestimmt", schnaubte sie und verschränkte ihre Arme vor der Brust.
„Ana", seufzte ich genervt. Himmel, wie stur konnte ein Mensch nur sein.
„Du kannst dich doch nicht mit ihm gegen mich verschwören. Ich werde ihn anrufen", schob sie noch hinterher.
Verschwören, sie wollte mich echt verarschen. Dabei gab ich mir alle Mühe nicht durch die Decke zu gehen und über eine Bestrafung nachzudenken.
„Tu, was du nicht lassen kannst und hör dir das gleiche von Ray an."
Verdammt nochmal, das konnte nicht ihr Ernst sein! Ruhig, Grey! Ganz ruhig.
„Wenn ich ein Auto bräuchte, dann kann ich mir auch selbst eines kaufen. Schließlich arbeite ich."
„Du verdienst nicht annähernd genug, um dir ein vernünftiges Auto leisten zu können", stellte ich sachlich fest. Es war eine Tatsache. Sie hatte noch Schulden von ihrem Studium und war noch kein Jahr bei dem Verlag angestellt, sie würde niemals einen Kredit bekommen.
„Oh ja. Natürlich. Entschuldige, es einmal vergessen zu haben, dass du ja mein Chef bist und so gut über meine Lohnverhältnisse Bescheid weißt!"
Sie war nicht nur sauer, jetzt wurde sie auch noch ungerecht. Unnötigerweise.
„Jetzt reicht es, Anastasia. Was eine Lektorin verdient kann jeder mit ein wenig Interesse herausfinden, also hör auf mit dieser Scheiße!", entgegnete ich deutlich gereizter. Warum verdammt nochmal flippte sie so dermaßen aus?!
„ICH WILL MEIN AUTO!"
„Du hast ein Auto. Einen sicheren Audi!", wurde ich nun doch wieder lauter.
„Das ist nicht das gleiche. Du verstehst es einfach nicht."
„Wie oft willst du es mir noch sagen und es mir trotzdem nicht erklären?!"
„Ich will MEIN Auto hier haben. Dazu gibt es nicht mehr zu sagen." Dann wandte sie sich vollständig von mir ab.
Das durfte nicht wahr sein. Wenn ich es doch nicht verstand, musste sie mit mir reden! Verdammt, ich riss mich hier dermaßen zusammen, während sie mich anschrie und mir nichts erklärte. Das war genug! Diese Diskussion war jetzt sofort beendet!
Ich griff sie am Arm, zog sie an mich und hob ihr Gesicht zu mir. Sie sollte mir in die Augen sehen und merken, wie verdammt ernst mir das war. Mit meinem Daumen und Zeigefinger hielt ich ihr Kinn fest, damit sie keine Möglichkeit hatte ihren Blick wieder abzuwenden.
„Ich glaube du verstehst es genau so wenig. Ich kenne nicht deine Gründe, aber ich werde dir wenigstens meine erklären."
Sie zuckte etwas schuldbewusst zusammen. Gut so! Sie sollte verflucht nochmal mit mir reden.
„Ich weiß nicht, warum es dir so wichtig zu sein scheint ein eigenes Auto hier zu haben und den Grund dafür will ich noch wissen. Aber nun hast du eines. Ein sicheres und nicht eines, bei dem ich keine ruhige Minute hätte, in dem Wissen, dass du gleich in diese Todesschleuder steigen könntest. Also wenn du willst, dass ich meinen Job machen kann oder schlafen kann, dann nimm dieses gottverdammte Auto an."
Ihr Blick wurde mit jedem Wort weniger wütend und wieder sanfter.
„Aber warum denn gleich so ein teures?", jammerte sie dann doch noch. So teuer war es dann auch nicht. Mit rund 64.000 Dollar war für dieses Auto mit allem möglichen Extras und Sonderausstattungen absolut annehmbar. Wie teuer es war, sollte ich ihr vermutlich trotzdem nicht sagen.
„Ich will nur das Beste für dich, Baby."
Bevor ich noch etwas sagen konnte, tauchte Taylor aus dem Aufzug auf. „Sir."
Genervt schaute ich auf meine Uhr. Meine Zeit war schon vorbei.
Verflucht war diese Frau anstrengend. Wie konnte es so schwierig sein ihr etwas zu schenken. Ich legte meine beiden Hände an ihre Wangen.
„Warum bist du immer so dagegen, wenn ich dir etwas schenke? Rede mit mir. Verdammt, schreib es mir, wenn es dir leichter fällt. Ich will wissen, was in dir vorgeht", sagte ich etwas einfühlsamer zu ihr.
Sie nickte ganz leicht mit dem Kopf, sagte aber nichts mehr dazu.
„Du musst gehen", kam dann allerdings von ihr und ich konnte es nicht fassen. Ich hätte jeden Termin für sie abgesagt, wenn sie wollte, dass ich bei ihr blieb. Aber sie schickte mich weg. Fuck!
„Wenigstens ein bisschen könntest du dich auch freuen", meinte ich genervt und löste mich von ihr. Dann würde ich eben gehen, wenn sie es wollte.
Meine Laune war absolut im Keller. Ich hatte ihr schließlich ein Auto geschenkt. Ein kleines Danke, wäre nicht zu viel verlangt gewesen, oder? Stattdessen stritten wir uns mal wieder, obwohl wir erst beschlossen hatten es nicht mehr so oft zu tun und es gut zwischen uns lief.
Ross bekam erstmal meine schlechte Laune ab. Sie fragte sogar nach, was los sei, und ich sagte ihr, sie solle die Verhandlungen übernehmen, bevor ich das auch noch in den Sand setzte. Ich hatte dafür keine Nerven. Glücklicherweise, aber auch vorhersehbar, bekam Ross es hauptsächlich geregelt, ohne mich großartig zu involvieren.
Nach zwei Stunden kam ich wieder in mein Büro und erhielt kurz danach eine E-Mail von Ana, bei der ich kurz überlegte, ob ich sie überhaupt lesen sollte. Aber wem wollte ich etwas vormachen? Ich brannte darauf, ihre Beweggründe zu verstehen.
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Von: Anastasia Steele
An: Christian Grey
Betreff: Begründung
Mein geliebter Mr. Grey,
da Sie ja darauf drängen zu erfahren, was in meinem Kopf so vor sich geht, habe ich mich dazu entschieden, es Ihnen durch eine E-Mail mitzuteilen.
Ich wollte mein Auto hier haben. Etwas von mir. Weil sich alles so schnell verändert hat in letzter Zeit. Auch ich habe mich verändert und das hat viel mit dir zu tun. Unter anderem hast du mir Selbstbewusstsein und Mut gegeben, denn ich dachte nicht, dass mich ein Mann so begehren könnte wie du es tust und doch sehe ich es in deinen Augen. Ich dachte nie, dass mich jemand so herausfordern und gleichzeitig einschüchtern könnte. Ich kann nicht nachvollziehen, warum ausgerechnet ich. Ich war nie mehr als eine einfache schüchterne Literaturstudentin, der nicht besonders viel Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Aber ich bin unendlich froh darüber, deine zu bekommen.
Allerdings brauche ich das Gefühl der Unabhängigkeit und das Wissen, dass ich immer noch die Gleiche bin. Ich will gehen und kommen, wann und wie ich will, ohne jemanden zu fragen. Deswegen MEIN Auto. Außerdem wollte ich auch nicht mit diesen Monstern, diesen sündhaft teuren Autos von dir fahren.
Der Grund liegt nicht darin, dass ich weg von dir will, sondern mich nicht fühlen will wie eine Gefangene in deinem Elfenbeinturm.
Der Audi... Danke. Auch wenn ich ihn nicht will, war ich wirklich undankbar. Daher tut es mir leid. Aber gehört er nun mir oder wirst du mir wie vorhin auch irgendwann an den Kopf knallen, dass mein Auto eigentlich jemand anderem, dir, gehört? Erkennst du mein Problem? Als Leihgabe werde ich deinen Audi annehmen. Sobald ich allerdings genug Geld gespart habe, um mir ein eigenes Auto leisten zu können, wirst du es zurückbekommen.
Genauso wie deine Erstausgabe von Stolz und Vorurteil. Ich habe deine Bibliothek durchgesehen, und da du eine Sammlung hast und dir dieses Buch fehlt, steht es jetzt an dem Platz, an dem es von Anfang an hätte stehen sollen, bei dir.
Leider war das nicht das einzige Thema.
Wie du schon gemerkt hast, will ich keine Geschenke. Ich fühle mich dabei nicht gut, ich fühle mich unwohl. Ich wurde mit dem Gedanken erzogen, dass Materielles nicht wichtig ist. Hinzu kommt, dass ich so etwas nicht kenne und ich auch nie davon geträumt habe. Das, was nicht greifbar ist, ist doch viel wichtiger. Denkst du nicht auch? Sollten wir uns nicht darauf konzentrieren?
Ehrlich gesagt habe jedes Mal, wenn du mir etwas schenkst, das Gefühl dir etwas zu schulden oder dass es eben eine Gegenleistung ist. Leider kann ich dir nicht mehr geben als mich und meine Liebe. Aber das würde ich ungern in Verbindung mit einer Gegenleistung betrachten.
Allerdings macht es dich aus einem mir unerfindlichen Grund glücklich und das ist mir tatsächlich wichtiger als alles andere. Trotzdem muss es doch einen Kompromiss geben? Wir spielen in dieser Hinsicht in weit unterschiedlichen Ligen und das macht mir zu schaffen.
Ich liebe dich, Christian, und nichts davon, gar nichts, hat auch nur zu einem kleinen Teil mit deinem Geld zu tun.
Deine Ana.
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Irgendwann bekam ich es hin, eine Antwort zu formulieren. Es hatte länger gedauert als es sollte. Jedoch konnte ich nicht auf die Sache mit der Unabhängigkeit eingehen. Was würde sie dazu sagen, wenn ich zugeben würde sie tatsächlich am liebsten einsperren zu wollen? Wenn sie wüsste, dass ich die Aufzugstüren versperrt hatte, damit ihr niemals etwas passieren würde? Ich musste das schnellstmöglich wieder ändern, bevor sie es herausfand.
Sie wollte Unabhängigkeit, eine Fluchtmöglichkeit, die sie nicht mit mir in Verbindung brachte und ich wollte das genaue Gegenteil. Ich wollte, dass sie mich so sehr brauchte, wie ich es bei ihr tat.
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Von: Christian Grey
An: Anastasia Steele
Betreff: RE: Begründung
Miss Steele,
ich bin zwar unglaublich wütend während ich deine E-Mail lese, aber zumindest kenne ich nun den Grund. Für mich ist er allerdings völlig abwegig. Offenbar verstehe ich es tatsächlich nicht.
Ja, ich bin reich, gewöhn dich dran. Wenn du es nicht kennst, dann lern es kennen. Du bist doch sonst so neugierig, warum stellst du dich dieser Situation dann nicht und lehnst sie stattdessen ab?
Wie du schon erkannt hast, macht es mich glücklich und ich dachte dich in gewissem Maße auch. Ich will nur das Allerbeste für dich und das kann ich dir auch geben. Nichts anderes hast du verdient.
Sag mir, warum ich kein Geld für dich ausgeben sollte. Für was oder wen denn sonst? Ich spende schon eine ganze Menge oder gebe es für soziale Zwecke aus, falls dich das in irgendeiner Weise beruhigt.
Bei den Worten „schulden" und „Gegenleistung" bildet sich ein Wort in meinem Kopf, das ich nicht mal wage in Verbindung mit dir denken kann und ich hoffe wirklich, dass du nicht ernsthaft so empfindest. Allein wegen dieses Gedankens könnte ich dich versohlen.
Ich habe keine Ahnung, was ich tun oder sagen soll, um dir dieses Gefühl zu nehmen.
Ich arbeite hart für mein Geld und es gibt nichts, wofür ich es lieber ausgeben würde als für Menschen, die mir wichtig sind.
Und das sind Sie, Miss Steele.
Christian Grey.
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Ich blieb länger im Grey House als die letzten Tage. Erst dachte ich, es würde in die richtige Richtung gehen. Und heute sah ich mehr denn je, dass ich Ana wahrscheinlich nie glücklich machen würde. Ich würde es nie hinbekommen, nicht den Wunsch zu verspüren, dass sie mich brauchte.
Sie antwortete ja nicht mal mehr auf die E-Mail. Ich hatte keine Ahnung wie ich es mit ihr hinbekommen sollte. Vielleicht sollte ich ihr jetzt endlich mein Spielzimmer zeigen. Sie würde dann entweder bleiben und nur noch meine Sub sein, weil ich immer mehr den Glauben daran verlor eine Beziehung führen zu können oder sie würde mich gleich ganz verlassen.
Aber nicht, solange sie noch krankgeschrieben war. Die kurze Schonfrist würde ich mir noch zugestehen.
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Und was sagt ihr? Gefällt euch das Kapitel :)
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~ One Secret ~
Любовные романыEine Begegnung, ein Abend und alles ändert sich. Christian und Ana lernen sich etwas anders kenne. Es wird verrückt, leidenschaftlich und auch romantisch. Aber durch diese Begegnung, durch alle Umstände führen Verleugnung und Lügen zu Schmerz. Stärk...
