Kapitel 34a:
Christian POV:
Diese Frau machte mich wahnsinnig.
Ihr Körper war für meine Hände gemacht worden und ich fuhr nur zu gern über ihre weiche Haut. Mich in diesem Moment zusammenzureißen, verlangte eine übermenschliche Beherrschung. Es machte mich verrückt, mich nicht in ihr verlieren zu können. Aber meine Vernunft und Sorge hatten gesiegt. Vorerst. Wenn sie so weiter machen würde, müsste ich mir etwas überlegen. Auch wenn ich es definitiv nicht wollte, aber das Subzimmer war eine Option.
Zu der Alternative, die mich höchst wahrscheinlich nur noch mehr angemacht hätte, musste ich dann doch nicht greifen, denn sie drehte sich beleidigt von mir weg. Ana Steele war böse auf mich, weil ich sie nicht vögelte. Unglaublich diese Frau.
Ich müsste wohl eher mich fesseln, damit ich auch zu meinem Wort auch stand und nicht doch über sie herfiel. Es wurde für mich erst leichter, als ich sie endlich gleichmäßig atmen hörte.
Anders als sie konnte ich in dieser Nacht einfach nicht schlafen. Auch wenn sich mein Schwanz irgendwann wieder beruhigte, war ich zu aufgewühlt, sodass ich mich an das Klavier setzte. Ich spielte eine Transkription von Bach, das ursprünglich ein Oboenkonzert von Alessandro Marcello gewesen war und dachte nach.
Die verdammte Polizei hatte bisher noch nichts herausgefunden. Wie sollte ich da auch ruhig werden und schlafen können? Sie gingen lediglich davon aus, dass es wahrscheinlich eine Frau gewesen sei. Überwiegend würde dieses Geschlecht zu Gift greifen, um einer anderen Person zu schaden. Aber wer sollte das sein? Ana verstand sich nach ihren Erzählungen mit den Angestellten von SIP und in New York kamen sie mir auch besorgt vor. Bei der Überprüfung von jedem Einzelnen kam nichts Auffälliges heraus. Hatte es etwas mit mir zu tun oder nicht?
Bisher war ihre Arbeit noch kein Thema gewesen, allerdings hatte es sich aufgrund dieses Vorfalls mit SIP erledigt. Ich sollte sie dazu überredet im Grey House zu arbeiten oder gar nicht.
War es vielleicht jemand, der wütend war wegen der Beförderung?
Könnte es doch Hyde gewesen sein? Wann hatte das alles angefangen? Was war mit diesem Kerl, der plötzlich Hydes Jackett in New York anhatte, hatte er Hyde vielleicht geholfen? Aber die Polizei hatte auch ihn verhört. Nichts...
Noch schlimmer war, dass Welch und Taylor Hyde nicht mehr aufspüren konnten. Er war vollständig untergetaucht. Unauffindbar. Welche unschuldige Person tat das? Er musste zumindest darin verwickelt sein. Ich war mir sicher und Taylor sollte da unbedingt dranbleiben.
Wie sollte ich sie nur beschützen, wenn jemand so heimtückisch vorging?
Es gab zu viele Fragen und ich hatte auf keine einzige eine Antwort. Ich hasste diesen verfluchten Zustand.
Sawyer konnte sich zu meinem Erstaunen ein weiteres Mal vor der Kündigung retten. Ich wollte verdammte Köpfe rollen sehen, aber er hatte vorbildlich auf sie aufgepasst. Er hatte mir detaillierte Berichte abgegeben und war äußerst sorgfältig gewesen, weil er sich selbst noch Vorwürfe machte wegen der Scheiße in New York. Nachdem Taylor sich für ihn eingesetzt und ich ihn auf Bewährung gestellt hatte, ließ ich es gut sein. Würde er sich aber nur den kleinsten Fehler im kommenden Monat leisten, wäre er raus und da ließ ich mir nicht mehr von Ana oder jemand anderem reinreden.
Ana musste mir morgen eine Aufstellung machen mit allem, was sie in letzter Zeit gegessen hatte und woher sie es hatte. Interessierte mich ohnehin. Sie aß zu wenig. Ein weiterer Punkt, bei dem Miss Steele mich zum Verzweifeln brachte.
Hinzu kam, dass sie einfach so unvernünftig war und es scheinbar nicht verstand, was es hieß sich auszuruhen. Ich war fuchsteufelswild gewesen, als ich den Anruf von Sawyer bekommen hatte, dass Kate bei Ana gewesen war. Mein Finger schwebte schon über ihrem Namen auf meinem Telefon, als es von selbst angefangen hatte zu vibrieren und ich einen Anruf von einem meiner Angestellten bekommen hatte. Während des Anrufes stach mir die ungelesene E-Mail von Flynn ins Auge und ich hatte mich entschieden, erst einmal ihn anzurufen. Flynn hatte mich beruhigt und meinte Ana würde schneller wieder gesund sein, wenn sie glücklich wäre und dass ich ihr nicht verbieten konnte ihre beste Freundin zu sehen. Wenn sie schon bei mir blieb, musste ich damit klarkommen. Würde ich mich dagegenstellen, würde Ana schneller wieder in ihrer eigenen Wohnung sein als ich gucken konnte.
Aber dass sie mir nicht mal Bescheid sagte, zeigte mir bereits das sie dachte, ich durchdrehen würde, also versuchte ich mich unter Kontrolle zu halten. Wäre sie gerade im Krankenhaus könnte Kate auch bei ihr sein. So war sie immerhin nicht allein und Kate würde doch auf Ana achten, oder?
Hauptsache wir könnten das alles hinter uns lassen. Dafür müsste aber die verdammte Polizei etwas finden, anders war Ruhe für mich absolut ausgeschlossen.
Um sechs Uhr ging ich wieder ins Bett, in einer halben Stunde würde der Wecker klingeln und ich wollte bei Ana sein, wenn sie aufwachte. Ich war froh Ana durch meine Abwesenheit oder das Klavierspiel nicht geweckt zu haben. Allerdings war dies mitunter der Wirkung der Medikamente geschuldet oder es ging ihr eben doch schlechter als sie zugab. Es bestätigte mich zumindest, dass ich mich vorhin richtig entschieden hatte.
Ich legte mich wieder zu ihr und zog sie fest an mich. Direkt war ich um einiges ruhiger, weil sie hier war. Sicher. Hier konnte ihr nichts passieren. Sie schlief so schön ruhig und tief. So friedlich. Ich musste sie beschützen. Ihr durfte nichts mehr passieren.
Weil ich dich liebe, Christian. Diese Worte gingen mir einfach nicht mehr aus dem Kopf. Mein Herz hatte ausgesetzt, als sie es sagte und am liebsten hätte ich Luftsprünge gemacht, nur um eine Sekunde danach wütend um mich zu schlagen.
Was für ein Arschloch war ich eigentlich? Ich verheimlichte ihr so viel und sie?
Sie brachte so ein Opfer und ich konnte diese bedeutenden Worte nicht einmal erwidern... Fuck... ich war mir nicht mal sicher, ob ich jemand lieben konnte. Oder doch? Wenn das möglich wäre, dann nur Ana. Ich musste mich wirklich dringend mit meinen Gefühlen auseinandersetzen. In mir drin wusste ich bereits, was ich für Ana empfand, doch das war weit mehr als ich bereit war zuzugeben. Ich konnte – nein durfte – ja nicht einmal annehmen, dass sie mich liebte. Wie sollte ich ihr da meine Gefühle gestehen und damit alles besiegeln? Ich musste endlich ehrlich zu ihr sein und ihr meine andere Seite zeigen. Wenn ich mir vorher eingestand, wie wichtig sie schon jetzt für mich war, würde ich vielleicht nicht mehr den Mut dazu aufbringen.
Ich war ein Idiot und ein Feigling.
Und trotzdem gab sie mir auch noch auf eine gewisse Art Sicherheit, obwohl ich es nicht verdient hatte. Sie hatte sich für mich entschieden und gegen ein Leben mit einem Kind, obwohl ich nicht der Richtige für sie war. Nicht sein konnte. Aber gab es einen größeren Liebesbeweis? Wohl nicht.
Ich hätte ihrem Geständnis ansonsten keinen Glauben geschenkt. Wer konnte jemanden wie mich lieben? Und dann noch Ana. Diese liebenswürdige und unschuldige Frau.
Ich war solch ein Mistkerl, dass ich es akzeptierte, obwohl sie mich nicht einmal kannte. Ich wollte, dass Ana mir gehörte und nur mir. Ich wollte sie mit niemandem teilen. Es war ihre Entscheidung, redete ich mir immer wieder ein.
Sie hatte sich für mich entschieden und das Spielzimmer würde daran auch nichts ändern. Ana würde das nicht abschrecken. Wenn sie es nicht einmal ausprobieren wollte, würde ich es aufgeben. Ich würde das hinbekommen. Für Ana würde ich alles tun.
Nachdem der Wecker geklingelt hatte, stand ich auf. Ana war noch total verschlafen, also gab ich ihr nur einen kurzen Kuss und ließ sie weiterschlafen. Ich ging nur sehr widerstrebend ins Grey House. Sie allein zu lassen beziehungsweise eher von ihr weg zu gehen, war gerade nichts, was ich wollte.
Bei GEH versuchte ich möglichst schnell alles zu erledigen, damit ich wieder nachhause konnte. Als ich nachmittags allerdings von Sawyer erfuhr, dass Ana mit ihrem verdammten Auto doch zur Apotheke gefahren war, fiel meine Laune noch mehr in den Keller. MIT DER GEFÄHRLICHSTEN SCHROTTKISTE ALLER ZEITEN! Dieses Teil würde heute noch aus der Tiefgarage verschwinden. Taylor sollte damit machen, was er wollte. Mit all meiner Selbstbeherrschung versuchte ich Ana abends verständlich zu machen, dass sie, wenn sie etwas brauchte, jemanden vom Personal Bescheid sagen sollte und sie musste mir versprechen sich auszuruhen. Wie schwer konnte das denn bitte sein?
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Am nächsten Tag hielt es mich kaum im Grey House. Ich schlief verdammt schlecht und zu kurz, stand morgens ohne Ana auf und rannte von einem Termin zum nächsten.
Dazu kam, dass Ana seit zwei Tagen versuchte mich zu verführen und ich kurz vorm Explodieren stand.
Mit der Ärztin hatte ich heute bereits telefoniert und sie meinte, dass Ana zwar große Anstrengungen vermeiden solle, aber Sex vollkommen in Ordnung sei, vorausgesetzt es ginge ihr gut. Diese Aussage brachte mich so gut wie gar nicht weiter. Als würde Ana zugeben, wenn es ihr nicht gut ging. Ich hatte kaum Zeit mich nach ihr zu erkundigen, aber eine kurze E-Mail hatte ich ihr trotzdem geschrieben, bevor ich gleich in ein Meeting musste.
Als mein Telefon klingelte, hatte ich schon die Hoffnung es wäre Ana, aber es war mein Vater. Ich hatte Andrea angewiesen ihn nicht zu mir durchzustellen, aber wenn ich jetzt auch nicht an mein Handy ging, würde er früher oder später hier auftauchen. Bei meiner aufdringlichen Familie konnte man das nie ausschließen.
„Carrick, ich habe absolut keine Zeit. Ich muss arbeiten", meinte ich geschäftig und wollte sofort wieder auflegen, da ich immer noch wütend auf ihn war. Zudem hatte ich noch einen mehrseitigen Vertrag vor mir liegen, den ich zwingend durcharbeiten musste. Mit dem Vorstand dieses Unternehmens hatte ich heute Nachmittag ein Meeting und ich musste mich darauf vorbereiten und vorher meine Änderungen noch an die Rechtsabteilung weitergeben.
„Christian, ich bin dein Vater. Du wirst dir ein paar Minuten Zeit nehmen können", kam es genau so streng von ihm zurück, wie er auch schon früher mit mir gesprochen hatte. Ich hatte diesen Ton früher schon gehasst und heute war es nicht besser.
Ich sagte nichts darauf und er redete weiter: „Ich merke doch, dass du meine Anrufe nicht durchstellen lässt. Du bist also immer noch aufgebracht wegen dem, was ich im Krankenhaus gesagt habe?"
„Ich habe zu tun, wie bereits erwähnt", schnaubte ich. Allerdings ging er darauf nicht ein, weil er wusste, dass er mit seiner Annahme goldrichtig lag.
„Es ist möglicherweise eine Berufskrankheit sehr vorsichtig und misstrauisch zu sein. Du musst doch zugegeben, dass eine Schwangerschaft solche Gedanken hervorruft."
„Ana ist aber nicht schwanger", stellte ich nüchtern fest, und las die Klausel über die Standortsicherung durch, die ich abgeändert haben wollte.
„Ich muss dir keinen Vortrag über Verantwortung halten? Ich gehe davon aus, dass so etwas nicht mehr passieren wird."
„Dir ist bewusst, dass ich 27 bin?", gab ich genervt zurück. Das konnte doch nicht sein verfluchter Ernst sein.
„Und trotzdem habt ihr nicht den Anschein erweckt, als wäre es kein Unfall gewesen. Ist es nicht so? Christian ihr seid nicht mal verheiratet."
Hoffentlich kam er jetzt nicht wie früher immer mit dem Thema, was ein ordentlicher Mann zu tun habe oder was nicht. Ein echter Mann lernt viel, arbeitet hart und stellt seine Familie über alles. Wie oft musste ich mir das anhören?
„Dad. Ich werde darüber jetzt nicht mehr mit dir reden. Wenn du sonst nichts mehr zu sagen hast..."
„Habe ich, Christian. Ana etwas zu unterstellen war nicht richtig. Sie ist ein nettes Mädchen und trotzdem erst 21 Jahre alt. Vergiss das nicht."
„Ich habe noch keine Entschuldigung gehört", sagte ich kalt.
„Ich will dich beschützen. Das ist meine Aufgabe", erklärte er weiter. Das konnte nicht sein verfluchter Ernst sein!
„Das kann ich ganz gut allein und vor Ana musst du mich bestimmt nicht beschützen." Ich ließ geräuschvoll und sauer meinen Stift auf meinen Schreibtisch fallen.
„Denk daran, was ich dir gesagt habe. Du musst aufpassen, Christian."
Klar, weil eine Frau nur mit mir zusammen sein wollte wegen meines Geldes. Ich fuhr mir genervt durch die Haare.
„Ich werde jetzt auflegen. Bis bald."
„Bis bald und komm nicht auf die Idee, das Essen deswegen abzusagen. Denk an deine Mutter."
Ich beendete das Gespräch. Dachte er tatsächlich so schlecht über mich, dass er davon ausging, dass sie es nur aus diesem einen Grund mit mir aushielt? Scheiß drauf. Es war nicht so! Außerdem hatte ich nicht auch noch Zeit und Kapazität mir darüber den Kopf zu zerbrechen.
Ich schrieb endlich meine Bemerkung zu der Klausel, die mir nicht gefiel. Ich musste mich auf meine verdammte Arbeit konzentrieren.
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Kurz nach 18:00 Uhr stieg ich aus dem Aufzug und war endlich zuhause. Ich löste auf dem Weg nach oben meine Krawatte und schob sie in meine Hosentasche. Dazu öffnete ich auch gleich die obersten Knöpfe des blauen Hemdes.
Ich fand Ana im Wohnzimmer. Sie war auf der Couch eingeschlafen. Natürlich mit einem Buch, das nun absturzgefährdet auf ihrem Bauch lag. Am grünen Rand der Welt? Vorhersehbar, Thomas Hardy. „Liebe ist eine mögliche Stärke in einer tatsächlichen Schwäche."
War Ana meine Stärke oder Schwäche? Nach Hardy musste das eine das andere nicht ausschließen, sondern gehörte zusammen.
Hatte sie eigentlich jedes seiner Bücher gelesen? Ich wusste nicht einmal, dass dieses Buch in meiner Bibliothek stand. Aber Ana hatte es selbstverständlich gefunden.
Sie sah so wunderschön aus und ich könnte ihr ewig zuschauen wie sie schlief. Ihre langen Wimpern lagen auf ihren Wangen und ihr Atem ging ruhig. Ihr Anblick schenkte mir eine Atempause und in diesen Momenten war meine Welt in Ordnung.
Sie war in einer Decke eingewickelt, allerding nur bis zur Taille und so konnte ich einen Blick auf ihre tollen Brüste werfen, die in einem engen T-Shirt gerade so verdeckt wurden.
„Baby." Ich strich leicht ihr über ihre Wange.
Sie öffnete ihre faszinierenden Augen, in denen ich mich ständig verlor und auch jetzt schaute ich sie für kurze Zeit einfach nur an. Sie war mein absoluter Traum.
„Du bist zuhause", sagte sie verschlafen. Meine Antwort bestand darin sie zu küssen. Ich wollte mir nur einen kurzen Kuss gönnen.
Nur sehr widerwillig löste ich mich von ihr. Allerdings hatte ich Hunger und dieses Gefühl hasste ich zutiefst und musste es so schnell wie möglich beheben. Darüber hinaus musste ich mit Ana aufpassen, bevor sie ihren nächsten Versuch unternehmen würde.
„Hast du schon etwas gegessen?"
Sie schüttelte noch immer nicht richtig wach den Kopf und streckte sich. „Ich habe auf dich gewartet."
„Dann komm. Lass uns zur Küche gehen." Ich stand auf und zog sie mit mir und ließ dabei mein Jackett auf der Couch liegen.
Mrs. Jones hatte das Essen bereits vorbereitet und den Tisch gedeckt. Ana holte nur noch alles aus dem Warmhaltefach, wobei ich sie von hinten sah und ihren süßen Hintern in der Sporthose bewundern konnte. Sie drehte sich jedoch viel zu schnell wieder um und setzte sich zu mir an die Küchentheke.
Ana aß irgendeinen Brei, der offenbar zu schmecken schien, auch wenn er nicht sehr appetitlich aussah.
„Babybrei. Mhhhhh", stöhnte sie genüsslich. Gespielt oder nicht, ich fand es furchtbar. Hoffentlich konnte sie bald wieder richtiges Essen zu sich nehmen. Wieviel sie in letzter Zeit abgenommen hatte, sollte ich wahrscheinlich am besten nicht wissen. Aber ich sah es. Das schlimmste war, dass ich dagegen nicht einmal etwas unternehmen konnte, was mich tierisch aufregte.
Bei dem Wort Babybrei war ich etwas zusammengezuckt. Ich dachte sie wollte mit diesem Thema wieder anfangen, aber sie grinste nur. Scheinbar war es nur ein Kommentar zu meinem missbilligenden Starren auf ihren Teller.
Als sie fertig gegessen hatte, griff sie nach der Tablettenpackung, löste eine der Tabletten direkt vor meinen Augen aus der Packung und nahm sie in einer übertriebenen Geste in den Mund. Bevor sie mich mit einem festen Blick provokativ ansah, zum Wasser griff und die Tablette hinunterschluckte.
„Der Babybrei passt wohl doch besser zu dir als gedacht", zog ich sie auf. Ich fand es zwar amüsant was für eine Show sie gerade abgezogen hatte, aber trotzdem war es ein wenig kindsköpfig.
„Alles, damit sie zufrieden sind, Mr. Grey", antwortete sie süffisant.
Es war mir egal, ob sie davon genervt war, dass ich sie dauernd an ihre Medikamente erinnerte. Dafür war es zu wichtig.
„Weckst du mich bitte morgen früh? Ich will nicht allein aufwachen und so könnten wir noch zusammen frühstücken", bat sie mich. Natürlich wollte sie mal wieder nicht ausschlafen. Was sollte ich sagen? Nein? Sogar mir fehlte es. Es fühlte sich an wie früher, wenn ich meine Mahlzeiten allein aß.
„Wir werden sehen, Ana", meinte ich trotzdem, weil es für sie besser wäre auszuschlafen.
„Ich habe heute außerdem mit Jose telefoniert. Er meinte, er hätte mich am Samstag angerufen. Weißt du etwas davon?"
Dieser verdammte Mistkerl. Konnte er nicht in Vergessenheit geraten? Warum hatten sie mit ihm telefoniert?
Nach der Hochzeit hatte ich endlich alle Informationen über ihn von Welch bekommen. Er war noch nicht fertig mit dem College, pausierte aber aktuell wegen einer Ausstellung seiner Fotografien. War polizeilich wegen Marihuana aufgefallen. Sein Vater und Ray waren zusammen in der Army. UND verdammt nochmal, er ließ Ana einfach nicht in Ruhe. Wann würde er endlich verstehen, dass sie mir gehörte?!
„Er hat angerufen, als du geschlafen hast." Ich hatte diesen verdammten Anruf von ihrem Handy gelöscht. In dem Moment war ich zu aufgebracht gewesen, um mich auch noch damit zu befassen.
„Deswegen ist der Anruf nicht mehr auf meinem Handy?", fragte sie mit hochgezogener Augenbraue.
„Was wollte er?", fragte ich grimmig nach.
„Eine Gegenfrage? Wirklich? Du kannst nicht meine Anrufe löschen. Hast du schon einmal etwas von Grenzen gehört?" Sie war nicht böse, aber ich.
Ich strengte mich momentan mit der größten Mühe an nicht durchzudrehen, damit sie sich auskurieren konnte. Keine Aufregungen. Aber das hier ließ meinen Puls ansteigen.
„Dein Ernst, Anastasia?! Ich habe zu dem Zeitpunkt wirklich über Wichtigeres nachgedacht als über einen Anruf von irgendeinem Kerl, der auf dich steht", atmete ich genervt aus und fuhr mir mit der Hand durch die Haare. Sie wusste welcher Ausnahmezustand herrschte und diesen verdammte Jose hatte ich nicht auch noch gebraucht.
„Er wollte nur wissen, wie es mir geht", gab sie glücklicherweise nach. „Ich habe ihm erzählt, dass ich nicht mehr im Krankenhaus bin und du dich um mich kümmerst", grinste sie etwas. Oh, sie wusste, wie sie mich wieder milder Stimmen konnte.
„Okay."
„Wie lief dein Meeting heute?", fragte sie, um das Thema zu wechseln.
„Wir konnten uns nicht einigen. Daher suchen wir jetzt nach Alternativen."
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Als wir fertig mit dem Essen waren, zog ich sie samt ihrem Barhocker etwas mehr zu mir. Sie hatte mir so gefehlt.
„Ich wusste gar nicht, dass ich >Am grünen Rand der Welt< besitze."
„Oh, etwas, das der werte Mr. Grey nicht besitz. Das solltest du dringend ändernd. Ich liebe dieses Buch", antwortete sie mir verschmitzt.
„Du hast es doch gerade gelesen?", fragte ich verständnislos.
„Ach. Das ist mein Buch. Ganz allein meins", schmunzelte sie.
Ich hatte Taylor keine Anweisungen gegeben Bücher mitzubringen, da es genug hier in der Bibliothek gab. Mir fiel auf, dass ich Ana zwar dazu gebracht hatte in meiner Wohnung zu bleiben, ich sie ihr aber nie richtig gezeigt hatte. Offenbar und zum Glück hatte sie dies auch noch nicht auf eigene Faust unternommen, was hieß, dass sie nichts von den unzähligen Büchern wusste, die sich in ihrer unmittelbaren Nähe befanden. Das musste ich dringend ändern.
Aber woher war dieses Buch dann? Sie konnte nur bei sich in der Wohnung gewesen sein.
„Du solltest zuhause bleiben. Wie oft muss ich es dir noch sagen", schnaubte ich genervt. Wie ich sagte, sie war einfach nicht in der Lage sich auch nur einen Tag richtig auszuruhen. Wie hatte sie das nur wieder angestellt und wann? Warum hatte mir niemand Bescheid gesagt?
Die Türen zum Aufzug würde die nächsten Tage verschlossen werden. Meiner Meinung nach war das noch kein Einsperren, obwohl Flynn dazu wohl etwas anderes sagen würde. Er musste es ja nicht unbedingt wissen.
„Ich wollte nur etwas aus meiner Wohnung holen. Ryan hat mich gefahren und die Bücher getragen. Jetzt mach dir nicht gleich ins Hemd."
„Um mein scheiß Hemd mach ich mir keine Sorgen, sondern um dich", zischte ich sie an. Wenigstens hat sie Ryan dazu geholt. Warum nicht Sawyer?
Beruhige dich Grey! Ich schluckte meinen Ärger herunter. Ich wollte verflucht nochmal nicht wieder mit ihr streiten. Aber nur einen Tag, einen verdammten Tag sollte sie sich einfach nur ausruhen!
„Wo war Sawyer?", fragte ich durch zusammengebissene Zähne nach.
Sie sah schuldbewusst aus. „Sawyer wollte mich nicht gehen lassen. Ich habe bis zu seiner Pause gewartet und Ryan überredet."
„Du musst damit aufhören, Ana."
Wie sollte ich damit nur umgehen, wenn sie immer wieder Wege fand meine Anweisungen zu umgehen? Ryan würde ich mir später vornehmen müssen.
„Ich war wirklich brav heute und habe ansonsten nichts gemacht. Bekomme ich eine Belohnung?", fragte sie versöhnlicher und biss sich auf ihre Unterlippe. Verdammt... Das lenkte mich ziemlich ab. Sie war so unersättlich und ich stand drauf. Nur momentan war es schwierig. Mir war das Risiko, dass sie noch Schmerzen hatte und nichts sagte einfach zu groß.
Offensichtlich hatte sie ein komplett anderes Verständnis von Ausruhen als jeder andere Mensch. Sie war wieder nicht Zuhause geblieben und hatte mir mal wieder nicht gesagt, was sie vorhatte. Eine Belohnung war das nicht Wert, eher einer Bestrafung.
Beides würde auf Sex hinauslaufen, an was ich eigentlich gerade nicht denken sollte.
„Du bekommst eine Belohnung, wenn du mein Geschenk annimmst, ohne zu widersprechen."
Mit der Bibliothek konnte ich sie bestimmt ein wenig ablenken. Ich ging nicht davon aus, dass Ana mir begeistert in die Arme fiele, wenn sie ihr neues Auto bekäme, aber sie würde es annehmen. Etwas anderes würde ich nicht akzeptieren. Eine große Wahl hatte sie ohnehin nicht, da der Schrotthaufen bereits weg und der Audi bestellt war.
„Was für ein Geschenk? Christian. Hast du wieder Geld ausgegeben?", stöhnte sie frustriert.
„So gibt's aber keine Belohnung", sagte ich gespielt lässig.
Sie verschränkte die Arme vor der Brust.
„Nur für Sex werde ich nicht dein Geschenk annehmen. Besonders nicht für Sex!" Sie versuchte es souverän zu sagen, trotzdem wurde sie ein wenig rot dabei. Sie war so unschuldig, dass sie nicht einmal das Wort Sex aussprechen konnte, ohne ein wenig verlegen zu sein, und doch wollte sie es und wurde sogar immer draufgängerischer.
Aber ihr Gedanke war absolut abwegig.
„Das will ich überhaupt nicht und ich rede nicht von Sex ", antwortete ich ihr.
„Warum nicht?", meinte sie deutlich enttäuscht. Sie machte mich eindeutig noch wahnsinnig und als sie ihre verschränkten Armen ein wenig hob, um meinen Blick auf ihre Brüste zu lenken, würde ich am liebsten hier und jetzt über sie herfallen. Oh, Miss Steele.
Ihr Blick wanderten von meinen Augen zu meinen Lippen und wieder zurück. Ich wurde mir meiner Lippen mehr als bewusst und sie fingen an zu kribbeln. Fuck. Ich wollte sie küssen und das mit all meinem Verlangen. Würde ich diesem Drang aber nachgeben, würde ich nicht mehr aufhören wollen. Vernunft, Grey! Vernunft!
Ich stand schnell auf, um meine Selbstbeherrschung nicht derart auf die Probe zu stellen. Ich würde haushoch versagen. Es waren heute fünf Tage seit ihrem Eingriff vergangen. Wenigstens eine Woche sollte ich irgendwie überstehen.
Ich räusperte mich: „Komm, ich zeig dir die Wohnung"
Ana ließ die Schultern hängen. Als ich ihr jedoch die Hand entgegenstreckte, schien sie zu realisieren, was ich gerade gesagt hatte. Sie sah mich ungläubig an. „Du willst mir die Wohnung zeigen?"
„Du wohnst schließlich hier."
Hoffentlich länger. Jeden Tag neben ihr einzuschlafen und aufzustehen hatte eindeutig seine Vorteile.
„Ja, aber das nicht erst seit dieser Woche", schnaubte sie. Ihre Aussage freute mich auf eine unerklärliche Weise. Dass sie das hier annahm und sich zuhause fühlte und das nicht erst, seit ich sie fast schon dazu gezwungen hatte hier zu bleiben.
„Ich bin seit fast drei Wochen ununterbrochen hier und bisher sind Sie noch nicht auf diesen Gedanken gekommen, Mr. Grey. Zeigen Sie mir nun endlich all Ihre Gemeinnisse?" Sie wackelte mit den Augenbrauen und mein Herz rutschte mir in die Hose.
„Sollte ich mir Sorgen um dich machen, weil deine Neugier dich noch nicht dazu gebracht hat es selbst zu tun?", grinste ich gespielt unbekümmert und nahm ihre Hand, als sie von ihrem Barhocker rutschte.
Allerdings wurde Ana rot und in meinem Kopf machten sich Bilder breit wie sie in der Wohnung spionierte und diesen ganz bestimmten Raum fand. Warum wurde sie rot?
„Sag es", forderte ich sie etwas strenger auf als ich eigentlich wollte beziehungsweise eher sollte. Grey! Reiß dich zusammen! FUCK!
Das Spielzimmer war ganz sicher abgeschlossen. Darin wurde nicht einmal Staub gewischt, weil ich nichts riskieren wollte. Sie konnte es nicht gefunden haben.
„Vielleicht habe ich das" Sie wendete den Blick ab. Warum?
„Und was hast du gefunden?" Mein Herzschlag überschlug sich beinahe, trotzdem versuchte ich so gelassen wie möglich zu klingen. Wenn ich ihr jetzt ein Zeichen gab, dass es tatsächlich etwas zu finden gab, würde sie am Schluss doch noch danach suchen. Oh Himmel, lass sie es nicht gefunden haben. Oder doch? Dann wäre es zumindest raus und sie noch da.
„Du meinst eher wen", sagte sie verlegen. Und das erklärte einiges. Zum Glück hatte sie mich zuvor nicht angesehen, vielleicht hätte sie meine Panik erkannt.
Innerlich atmete ich auf. „Und wen hast du gefunden?"
„Wusstest du, dass Mrs. Jones und Taylor ein Paar sind?!", fragte sie dann schockiert nach.
„Du hast die beiden erwischt?", lachte ich dann doch. Nochmal gut gegangen.
„Ein wenig", sagte sie beschämt und mit noch röteren Wangen. „Dann habe ich aufgehört, bevor ich noch in andere peinliche Situationen gerate oder etwas herausfinde, das ich eindeutig so nicht herausfinden wollte."
Stellt sich nur die Frage, wie und ob ich ihr mein Geheimnis offenbaren sollte. Was wäre am besten, um es ihr zu sagen?
„Jetzt komm."
„Heißt das, du wusstest es tatsächlich schon?", fragte sie weiter.
„Natürlich. Taylor hat es mir sogar selbst erzählt."
Der Grund lag wahrscheinlich nur darin, dass er seinen Job nicht verlieren wollte, aber vielleicht war es sogar der Loyalität geschuldet.
Ich zeigte ihr die Gästezimmer, den Fitnessraum, das Fernsehzimmer mit den ganzen Spielkonsolen und dem Billardtisch, den Vorratsraum und das danebenliegende Weinzimmer, die Personalunterkünfte sowie den Kontrollraum, in dem gerade Taylor und Sawyer saßen. Taylors Büro mit dem großen Tisch, den er für Besprechungen nutze. Den Rest der Wohnung kannte sie bereits, es fehlte nur noch die Bibliothek. Diese hatte ich mir für den Schluss aufgehoben.
„Und was ist da drin?", fragte Ana als ich sie an einer bestimmten Tür weiterziehen wollte. Wir waren momentan im oberen Stockwerk und das letzte Zimmer war das eine Gästezimmer, das Subzimmer, das ich natürlich nicht so genannt hatte. Aber dieses Zimmer, von dem Ana gerade wissen wollte, was sich darin befand, konnte ich ihr unmöglich zeigen.
War jetzt der Zeitpunkt gekommen, um es ihr endlich zu sagen? Sie war noch krankgeschrieben und musste sich erholen. Irgendjemand wollte ihr etwas antun und wenn ich ihr nun sagen würde, was ich schon die ganze Zeit vor ihr verheimlichte, würde sie gehen. Es war ein beschissener Zeitpunkt. Im besten Fall würden wir uns nur wieder streiten. Das fiel nicht unter die Kategorie Erholung. Ich versuchte den Streit zu umgehen, nicht zu provozieren.
„Ein Archiv", sagte ich eilig. Was für eine bescheuerte Lüge! Aber es war das erste, was mir einfiel, bei dem es unnötig wäre hineinzusehen.
Sie schaute den Flur entlang nach vorne und hinten und runzelte die Stirn.
„Ganz schön großes Archiv. Von der Arbeit?"
Shit, sie hatte nach weiteren Türen geschaut und die Größe des Raums erkannt.
„Ja, genau", stimmte ich ihr zu.
„Warum sind die hier und nicht im Grey House?", fragte sie nun nach. Bemerkte sie etwa, dass ich log? Warum stellte sie so viele Fragen?
„Es sind Akten, auf die nicht jeder Zugriff haben soll", verstrickte ich mich weiter.
Ich sah wie sie schon zur nächsten Frage ansetzte und es war an der Zeit dieses Zimmer hinter uns zu lassen. Jetzt war es kein Verheimlichen mehr, sondern eine verdammte Lüge. Fuck. Warum musste sie auch nachfragen? Wir waren schon mal an einer Tür vorbeigelaufen und sie hatte nichts gesagt. Warum jetzt?
„Los, jetzt kommt deine Belohnung."
Allerdings war Ihr Blick daraufhin richtiggehend gefrustet. „Es wird dir gefallen, Baby."
„Sind wir dabei nackt?", fragte sie herausfordernd. „Nein. Du wirst deine Kleider schön anbehalten, damit ich meine Hände bei mir lasse."
„Bedeutet das, ich muss mich nur ausziehen?" Sie biss auf ihrer Unterlippe herum und ich konnte es nicht mehr aushalten. Sie durfte mich so nicht mehr ansehen.
„Anastasia. Dreh dich um und geh nach unten", kam es streng von mir und sie nahm es genau falsch auf. Sie wollte mich auch gar nicht verstehen. Jubelnd lief sie vor und zog sich bereits das T-Shirt über den Kopf und schmiss es mir entgegen.
„ANA!" Eilig lief ich ihr hinterher. Unten an der Treppe wollte sie bereits in Richtung des Schlafzimmers gehen, aber ich bekam sie zu fassen und hätte sie schon fast auf meine Schulter geworfen, bevor ich mich wieder entsann und sie stattdessen nur an mich zog „Kein Sex", knurrte ich ihr ins Ohr, obwohl mein Körper etwas ganz anderes signalisierte. Was sie auch noch bemerkte.
„Glaube mir. Darüber wirst du dich freuen", versicherte ich ihr.
„Wollte ich gerade auch sagen, Mr. Grey", meinte sie, während sie ihren Hintern an meine schon seit einiger Zeit harte Stelle drückte. Was würde ich geben, sie jetzt zu vögeln.
Den Großteil des Körperkontaktes zu ihr abbrechend, zog ich sie an einer Hand weiter. Sie von den Gedanken an das Spielzimmer abzulenken, hatte sie erfolgreich selbst übernommen. Nun musste ich meine Gedanken in eine andere Richtung führen. Dabei half es überhaupt nicht, dass Anas T-Shirt noch im oberen Stockwerk lag und sie nur in ihrem trägerlosen roten Spitzen-BH und einer Hose vor mir stand, die ich sehr schnell von ihren Beinen streifen könnte.
ROT und Spitze! Sie hatte das definitiv bereits geplant.
Vor der Bibliothek blieb ich mit ihr stehen und hielt ihr die Augen zu.
„Christian", forderte sie ungeduldig. „Geduld ist eine Tugend, Miss Steele."
„Jetzt komm schon."
„Du musst mir erst versprechen, mein Geschenk ohne zu widersprechen anzunehmen. Sonst kann ich dir deine Belohnung leider nicht zeigen."
„Vielleicht werde ich es annehmen, aber nicht ohne Protest. Mehr bekommst du nicht."
Ich öffnete etwas umständlich die Tür und führte sie in den Raum. Unsere Schritte wurden durch den dunklen Teppichboden gedämpft.
„So starrköpfig."
Sie seufzte genervt. Oh, das würde sie gleich nicht mehr sein. Da war ich mir dieses Mal tatsächlich sicher.
„Ich hoffe du verzeihst mir, dass ich dir diesen Raum erst jetzt zeige", sagte ich leise und gab ihr einen Kuss hinter ihr Ohr, bevor ich meine Hände fallen ließ.
Sie riss die Augen auf und schaute sich fassungslos um. „Oh mein Gott", hauchte sie leise und erstaunt und drehte sich einmal im Kreis, um die drei Seiten des Raumen mit Regalen zu sehen. Danach ging sie sprachlos zu einem dieser Regalen, die vom Boden bis zur etwas höheren Decke reichten, und sah sich die ganzen Bücher an. Auf der vierten Seite war ein großartiger Panoramablick mit einem Schreibtisch auf der einen Seite und einem bequemen Lesesessel auf der anderen.
„Du hast wirklich eine Sammlung von Erstausgaben", wisperte sie und strich behutsam über einen der Buchrücken. Ihr kurzer Blick in meine Richtung zeigte mir ihr Strahlen. Nicht nur auf ihren Lippen, sondern auch in ihren Augen. Sie war so glücklich und das nur wegen Büchern.
„Ich hasse es, wenn wir uns streiten. Das tun wir momentan zu oft und jetzt sehe ich endlich wieder dein wunderschönes Lächeln."
„Dann darfst du nur noch das tun, was ich will", meinte sie neckisch, nahm ein Buch heraus, schlug es auf und schaute konzentriert hinein.
„Könnte schwierig werden."
„So wie die letzten beiden Abende", grummelte sie in sich hinein und ich hörte deutlich die Frustration aus ihrer Stimme.
Ich ging den einen Schritt auf sie zu, stellte mich dicht hinter sie und nahm ihr das Buch aus der Hand. Mit einer Hand fuhr ich zärtlich ihren Arm entlang. Ich wollte nur, dass sie glücklich war und ich hielt es nicht mehr aus so einen Abstand zwischen uns zu haben.
„So zickig ohne Sex, Miss Steele?", hauchte ich ihr ins Ohr und ich sollte gefälligst Abstand zwischen uns bringen. Tief durchatmen und mich in den Griff bekommen. Aber ich tat es nicht.
Stattdessen drehte ich sie an ihrer Hüfte herum und keilte sie zwischen meinem Körper und dem Regal ein. Ihre Augen nahmen mich gefangen, wie es auch umgekehrt war. Plötzlich war dieses Gefühl, sie zu spüren, ihre Nähe zu wollen, stärker als alles andere. Wie eine Naturgewalt. Die Luft zwischen uns lag voller Anspannung, die ich nicht mehr bereit war auszuhalten.
Sie sah mich flehend an und ich wollte nichts mehr als mich in ihr versenken. Wir sollten das nicht tun.
Ana sah das allerdings anders, sie beugte sich mir etwas entgegen und ich gab meinem Verlangen nach. Unsere Lippen trafen sich. Stürmisch und ungeduldig. Meine Hand wanderte in ihren Nacken und hielt sie fest an mich gepresst. Ein tiefer animalischer laut entkam meiner Kehle. Es tat so verdammt gut sie auf diese Art und Weise zu spüren. So voller Leidenschaft.
„Ana versprich mir, dass es dir gut geht. Richtig gut. Keine Schmerzen und zwar gar keine", meinte ich bereits etwas atemlos. Wie konnte ich das machen, wenn ich mir nicht sicher war? Und ich betete, dass sie mir eine ehrliche Antwort geben würde.
Ich wollte mich wieder gut fühlen. Sie um mich fühlen, aber nur wenn ich ihr damit nicht schadete.
„Christian. Mir geht es gut. Bitte", sagte sie mit fester Stimme. Verdammt, selbst wenn es sich überzeugend anhörte, ich konnte nur hoffen, dass es stimmte.
„Versprich es mir. Keine Schmerzen. Und wenn irgendetwas ist, musst du mich stoppen." ... oder Rot sagen, verkniff ich mir gerade noch so. „Versprochen", hauchte sie in den Kuss hinein.
Ich hob sie auf meine Hüfte und drückte sie gegen das Regal. Ana entkam ein Ton, der eine Mischung von Überraschung und Erleichterung war. Meine Hände an ihrem Hintern massierten sie und drückten sie fest gegen meine Erektion. Mit ihren Händen hielt sie sich dagegen an einem Regalboden fest, der einen Kopf über mir war. Durch ihren Halt konnte sie sich fantastisch an mir reiben und macht mich wahnsinnig.
Wie gerne würde ich sie hier und jetzt ficken.
Aber nicht heute. Was nicht bedeutete, ich würde sie nicht in Zukunft genau hier nehmen.
Ich riss mich von der Wand los und lief mit Ana ins Schlafzimmer. Sie war zu übereifrig, was mir gefiel, aber auch wieder Bedenken hervorrief. Sie sollte stillhalten und dafür gab es nur eine Lösung.
Ich legte Ana vorsichtig auf dem Bett ab und Anas hektische Hände machten sich bereits an meinem Gürtel und meiner Hose zu schaffen. „Warte", hauchte ich in den Kuss hinein.
„Bitte, Christian. Ich habe keine Schmerzen!", stöhnte Ana enttäuscht, als ich mich von ihr löste und mich aufrichtete. Allerdings hatte ich schon längst allen Widerstand aufgegeben. Auch wenn ich mich zusammenreißen musste, sie nicht zu hart zu nehmen, das hier musste aus so vielen Gründen jetzt sein. Sie war zu übereifrig. Ich zog meine Krawatte von vorhin aus meiner Hose, die bereits offen war und nur noch halbwegs an der richtigen Stelle saß.
Als sie bemerkte, was ich in den Händen hielt, erkannte ich deutlich ein teuflisches Blitzen in ihren Augen.
„Willst du das?", fragte ich sie mit rauer Stimme. Aber ich wusste die Antwort schon.
Sie presste die Beine zusammen, rieb sie ein wenig aneinander, um dadurch wenigstens ein wenig Befriedigung zu erlangen. „Gott, ja", stöhnte sie und streckte mir schon bereitwillig ihre Arme entgegen. Eilig band ich den Stoff um ihre Handgelenke und anschließend an das obere Ende des Bettes. Sie umschlang mich währenddessen mit ihren Beinen und sobald ich ein wenig nachgab, zog sie mich wieder auf sich. Ich wünschte sie wäre bereits nackt.
Ein heißes Ziehen durchzog meinen Körper und ich genoss ihre Lippen auf meinen. Gierig reckte sie sich mir entgegen und ich wanderte mit meiner Hand an ihrer Seite weiter hinunter in ihre zum Glück locker sitzende Hose. „Zieh sie aus, Christian. Zieh dich aus."
„Jetzt sei still, Anastasia", forderte ich von ihr mit rauer und heiserer Stimme.
Ich bewegte meine Finger zu ihrer Empfindlichsten Stelle und neckte Ana.
Ich legte meinen Kopf in ihre Halsbeuge, um erst ihren Hals zu küssen und anschließend ihre Schulter, ihr Schlüsselbein und ging dann über zu ihrer Brust. Mit meiner freien Hand schob ich das Körbchen gerade ausreichend zur Seite, damit ich ihr leicht in ihren Nippel beißen konnte. Ana schrie erregt auf und kam mir mit ihrem Becken entgegen. Sie war bereits so nass, dass meine Finger fast schon von allein in sie hineinrutschen. Ich wusste nicht wie lange ich heute ein Vorspiel aushalten würde. Das war allerdings auch eindeutig nicht notwendig.
Ich schob direkt zwei Finger in sie, um sie wenigstens etwas vorzubereiten. Aber ich konnte bereits nach kurzer Zeit nicht mehr und zog sie wieder heraus. Ana versuchte meine Hose mit ihren Füßen weiter nach unten zu bekommen und ich half ihr auch dabei. Ich konnte nicht mehr und musste in ihr sein.
Hose samt Höschen zog ich von ihren Beinen und befreite auch mich aus meinem Gefängnis. Mein Hemd war mir für den Moment egal. Es waren schon einige Knöpfe geöffnet, was vielleicht sogar Ana zuzuschreiben war. Aber ich konnte nicht mehr warten. Ich nahm ein Kondom aus meiner Hose und zog es eilig über.
Ana beobachtete mich dabei begierig und spreizte die Beine weit auseinander, als ich mich wieder zwischen ihre Beine legte und mich vor ihrem Eingang positionierte. Ihr Brustkorb hob und senkte sich schnell und voller Erwartung. Langsam, aber verflucht tief, drang ich in sie ein und Ana schloss befreit die Augen und stöhnte erleichtert auf. Mir ging es verdammt nochmal nicht anders.
Ihre feuchte vibrierende Enge umschloss mich, raubte mir den Verstand, zog mich, lockte mich, reizte mich mit jeder Bewegung mehr. Erst stieß ich langsam und genussvoll in sie. Es war die pure Erlösung. Aber von Sekunde zu Sekunde fiel es mir schwerer mich nur vorsichtig in ihr zu bewegen.
Ich wollte ihre Brüste sehen. Also löste ich nun doch den Verschluss an ihrem Rücken und beförderte den BH in hohem Bogen auf den Sessel an der Wand des Schlafzimmers.
Dann reichte es mir. Ich brauchte mehr und Ana brauchte ebenfalls mehr, denn sie riss gerade an der Krawatte. Daher warf ich alles über Bord und vertraute auf Ana. Ich erhöhte mein Tempo und verpasste ihr immer kräftigere Stöße. Bis meine Grenze erreicht war und Ana mit der Unterstützung meiner Hand auf ihrer Klitoris ebenfalls in diesen Zustand brachte. „Komm für mich, Baby."
„JA! Ja! Oh mein... Gott. Ich liebe dich!", schrie sie abgehackt heraus und ließ ihren Kopf nach hinten fallen, während sie den Rücken durchdrückte. Sie riss mich mit, als sie um mich pulsierte und sie laut ihre Lust und ihre Liebe herausschrie beziehungsweise eher wimmerte.
Beide wieder entspannt, trafen sich unsere Münder erneut und es fühlte sich so großartig an. Der Kuss war unglaublich intensiv und ich genoss diesen Moment. Ich streckte mich und löste den Knoten der Krawatte um das Bett und selbst in diesem Moment ließ Ana nicht von mir ab, sondern küsste zärtlich meinen Hals, Sobald ihre Arme wieder frei waren, rollte ich mich zur Seite, damit ich ihr nicht zu schwer wurde, beseitigte rasch das Kondom und zog sie sofort wieder glücklich in meine Arme.
„Ich habe das vermisst", murmelte sie an meiner Seite.
„Das hast du mir des Öfteren zu verstehen geben", sagte ich und küsste ihren Kopf. Mein kleines sexbesessenes Monster.
„Ich meine nicht den Sex, Christian", stellte sie jedoch klar, was mich wiederum verwirrte.
„Was dann?", fragte ich verständnislos und ich merkte, dass sie sich in meinen Armen ein wenig verspannte. Was würde denn jetzt kommen?
„Deine Nähe. Du bist so gestresst momentan und hast mich auf Abstand gehalten..." Sie brach ab und doch konnte ich ihr nur zustimmen. „Körperlich. Aber auch... es war einfach komisch zwischen uns", ergänzte sie und in meiner Brust zog sich bei diesen Worten etwas zusammen.
„Tut mir leid, Baby. Ich will nur, dass es dir gut geht und du glücklich bist."
Ich hatte mich vermutlich tatsächlich etwas von ihr zurückgezogen, obwohl ich es nur gut meinte. Wie hatte ich das zulassen können?
„Ich bin jetzt glücklich", antwortete sie mir mit einem zufriedenen Seufzen.
Fuck! Konnte ich daraus schließen, dass sie es ansonsten nicht war? Ich musste mich mehr anstrengen, ihr versuchen zu zeigen, wie verdammt wichtig sie mir war. Sie musste einen Grund haben bei mir zu bleiben und den gab ich ihr offenbar momentan nicht.
„Wenn du das Okay vom Arzt bekommst, werden wir mehr unternehmen." Es war das erste, was mir einfiel.
„Ach, der Ort ist mir egal. Nur... Ich wünschte du wärst manchmal nicht nur anwesend, sondern... ach, ich will einfach nur dich, Christian."
Ich wusste genau, was sie meinte. Leider.
„Das bekomme ich hin", versprach ich ihr.
„Was ist mit dir? Bist du glücklich?", fragte sie mich dann.
„Solange du bei mir bist, bin ich es."
Sie schaute mich an als wäre meine Aussage nicht richtig gewesen.
„Wenn wir streiten, bist du wohl kaum glücklich."
„Ich habe nur Angst, dass du mich dann verlässt", sagte ich überraschend ehrlich und verletzlich.
„Oh, Christian." Sie gab mir einen süßen Kuss. „So einfach ist das nicht. Und irgendwie bekommen wir alles schon hin"
„Versprich mir, nicht zu gehen", forderte ich leise von ihr.
„Ich verspreche nicht zu gehen, wenn du mir nicht einen wirklich sehr, sehr guten Grund dafür gibst und wir es unmöglich nochmal hinbekommen."
„Ich hasse dieses Wenn", grummelte ich.
„Könntest du es mir denn versprechen ohne ein Wenn?", sagte sie leise.
Ich dachte über ihre Frage im Krankenhaus nach. Würde ich sie womöglich sitzen lassen, wenn sie schwanger wäre? Wäre das mein Wenn oder eher eines meiner Wenns? Ich konnte nicht darüber nachdenken. Aber würde sie mich betrügen, wäre das definitiv ein Wenn.
„Gut, nein, kann ich wohl auch nicht", gab ich widerstrebend zu.
„Allerdings könnten wir weniger streiten", schlug sie vor, mit einem kleinen Lächeln im Gesicht.
„Da bin ich absolut deiner Meinung. Keinen Streit mehr", stimmte ich ihr zu. Ich wusste zwar nicht wie wir das aushalten sollten, aber es war ein guter Ansatz.
Ich legte meine Hand an ihre Wange und sie drehte ihren Kopf noch ein wenig mehr in meine Richtung, damit ich besser in ihre wunderschönen blauen Augen sehen konnte.
„Ich liebe dich, Christian."
Ich liebe dich auch, Ana. SAG ES, GREY!
Stattdessen hörte ich mich sagen: „Hast du nochmal darüber nachgedacht, was du im Krankenhaus beschlossen hast?"
Es ging nicht. Statt es endgültig zu besiegeln, gab ich ihr sogar noch einen Ausweg. Vielleicht hatte sie es sich anders überlegt. Vielleicht hatte sie überhaupt nicht mehr darüber nachgedacht und versuchte es zu verdrängen.
„Ja, und es hat sich nichts geändert", lächelte sie mich sanft an.
„Also nur wir zwei?" Es war nicht mehr als ein Hauchen, aber es bedeutete mir verdammt viel.
„Du reichst mir eindeutig. Ich brauche nicht noch mehr von deiner Sorte", kicherte sie und ich schnaubte belustigt. Beschwichtigend küsste sie meine Handinnenseite. Ich fuhr mit meinem Daumen über ihre Unterlippe und ihr Blick wurde daraufhin deutlich verruchter. Sie öffnete ihren Mund und spielte mit ihrer Zunge mit meinem Daumen und zog ihn in ihren Mund, woraufhin mein Körper ihr deutlich antwortete. Sie sog so daran wie ich es mir an einem anderen Körperteil wünschen würde.
Ich drehte mich auf sie. „Zweite Runde."
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~ One Secret ~
عاطفيةEine Begegnung, ein Abend und alles ändert sich. Christian und Ana lernen sich etwas anders kenne. Es wird verrückt, leidenschaftlich und auch romantisch. Aber durch diese Begegnung, durch alle Umstände führen Verleugnung und Lügen zu Schmerz. Stärk...
