„Wo ist Sagramor?" Meister Ulfin starrte die beiden Knappen streng an.
„Ich habe ihn schon länger nicht mehr gesehen", begann Tristan. „Du Arthur?"
Der Braunhaarige schüttelte nur vorsichtig seinen Kopf, als der wütende Blick des Meisters nun auf ihm verharrte.
„Da gibt man euch ein paar Tage frei und zum Dank schafft ihr es nicht einmal zum ersten Training zu kommen!" Ulfin kochte vor Wut, als er den Klang von Hufen vernahm.
Sagramor führte Krauka in den Innenhof. Medusa saß stolz auf ihrem Rücken, einen prallgefüllten Korb im Arm. Gerade, als sie um die Ecke bogen, blickten ihm ein wütender Meister Ulfin und zwei seiner Freunde mit mitleidiger Miene entgegen. Was war los? Hatten sie eine Nachtwache vergessen? Geschockt blieb er stehen. Was auch immer es war, das gab Ärger!
„Was ist?" Medusa sprang vom Pferd und stellte sich neben Sagramor.
„Ich schätze, ich muss jetzt sterben", antwortete Sagramor mit starrem Blick und blassem Gesicht.
„Was?" Medusa folgte seinem Blick zu Ulfin. „Euer Meister scheint wütend zu sein. Oh nein, hätten wir das Pferd nicht nehmen dürfen?" Geschockt sah sie zu Sagramor, der in eine Art Schockstarre verfallen war.
„Nein, das ist es nicht ...", Sagramor blickte ihr nun panisch in die Augen. „Ich habe das Training vergessen."
Gawain lag in seinem Bett. Seine Augen waren geschlossen, doch er schlief nicht. Es war einfach zu anstrengend sie zu öffnen oder irgendetwas anderes zu bewegen. Seine Eltern diskutierten mal wieder miteinander, da sein Vater zurück nach Orkanien musste.
Von draußen hörte man Ulfin schimpfen. Das Training hatte wohl wieder begonnen. Was würde er jetzt dafür geben, ebenfalls draußen zu stehen und von Ulfin angeschrien zu werden.
„Meister Ulfin hält die Jungen wohl ordentlich auf Trab", hörte er seine Mutter sagen.
„So gehört sich das ja auch. Du hättest meinen Meister mal erleben müssen", die Stimme seines Vaters war überraschend amüsiert.
„Das heißt nicht, dass es richtig ist."
„Komm schon Juna, wenigstens werden sie nicht geschlagen."
Da klopfte es leise an der Tür und das Königspaar wurde unterbrochen.
„Guten Tag, Eure Majestäten", grüßte Medusa, als sie den Raum betrat. Morgan schlich ihr hinterher und lugte an ihr vorbei in das Bett, indem Gawain regungslos lag und zu schlafen schien.
„Ich wollte mit Ihnen die weiteren Schritte besprechen, die ich geplant habe", erklärte Medusa.
„Gerne, setzt euch doch", bot die Königin an und deutete auf Sagramors Bett. Die Mädchen nahmen das Angebot dankend an und ließen sich auf dem Bett nieder. Das Königspaar guckte sie gespannt an, als Medusa erneut das Wort ergriff.
„Die Entzündung breitet sich langsam im ganzen Körper aus. Wenn ich das Knie nicht bald unter Kontrolle bekomme, fürchte ich, dass ich nichts mehr tun kann. Ich halte es deshalb für sinnvoll, das Knie zu öffnen, dass alles abfließen kann."
Das Königspaar, sowie Morgan guckten sie mit großen Augen an.
„Und wie willst du das tun?", ergriff die Königin nach einigen Momenten das Wort.
„Ich besitze ein bestimmtes Messer aus dem Orient, mit dem ich einen Schnitt am Knie setzen kann, ohne größeren Schaden anzurichten."
„Hast du das schonmal gemacht?", fragte Juna weiter.
„Ehrlich gesagt, nein. Aber ich habe schon häufig dabei zugesehen ..."
„Nein! So einen Unsinn habe ich ja noch nie gehört", unterbrach sie der König barsch.
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Wilde Rose
FanfictionRitter werden! Das ist Gawains Ziel, welchem er, zusammen mit seinen Freunden, in der Ritterschule auf Camelot immer näher kommt. Zusammen mit Sagramor, Tristan, Arthur und Guinivere bildet er die Tafelrunde, die vor bald drei Jahren von ihnen gegrü...