Nike stand vor ihrer Haustür und kramte verzweifelt in ihrer Tasche, der Schlüssel musste doch irgendwo sein. Sie überlegte fieberhaft, vermutlich hatte sie ihn auf ihrem Schreibtisch liegen gelassen. Im Anschluss an die Arbeit hatte sie sich noch mit April auf einen Tee getroffen, daher war ihr das Fehlen ihres Schlüssels nicht eher aufgefallen. Verärgert sah sie auf die Uhr: 21:15 Uhr. Sie musste also tatsächlich noch einmal zu ihrem Arbeitsplatz laufen.
Sie betrat ihr dunkles Büro und erblickte bereits von der Tür aus den gesuchten Schlüssel auf ihrem Schreibtisch. Bevor sie den Raum wieder verließ, fiel ihr ein Lichtkegel aus Luis Büro auf, vermutlich hatten die Putzfrauen vergessen das Licht auszuschalten. Nichtsahnend öffnete sie die Tür und erblickte Luis versunken in Papieren an seinem Schreibtisch. Sein Jackett und seine Krawatte hatte er abgelegt, die ersten Knöpfe seines Hemds geöffnet und die Ärmel nach oben geschoben. „Luis“, entfuhr es ihr überrascht, woraufhin dieser regelrecht zusammenfuhr. Perplex sah er Nike an, atmete erst einmal tief durch, bevor er das Wort ergriff: „Hast du mich erschreckt. Was machst du hier?“ „Entschuldige“, sagte sie ruhig und hob ihren Schlüssel hoch. „Den hatte ich hier vergessen. Aber dasselbe könnte ich dich fragen.“ „Ich gehe noch die Marktanalyse durch“, erklärte er selbstverständlich. Nike sah ihn irritiert an: „Um 21:30 Uhr?“. Ihr Gegenüber lächelte und zuckte mit den Schultern: „Wann sonst?“. Für einen Augenblick sah sie ihn einfach an und überlegte. „Brauchst du Hilfe?“, fragte sie, trat neben ihn und sah ihm über die Schulter. Er fuhr sich müde mit einer Hand durch die Haare, schüttelte jedoch den Kopf: „Du solltest schlafen gehen“, bemerkte er, ließ seinen Blick über ihren Körper wandern und blieb an ihrem Bauch hängen. „Ich brauche keinen Beschützer“, bemerkte Nike mit einem verschmitzten Grinsen. Luis lachte: „Das weiß ich bereits“ stand auf und trat näher an sie heran: „Vielleicht aber er oder sie“. Nike zögerte und sah ihn verwundert an. „Es wird ein Mädchen“, sagte sie leise. Sie griff nach seiner Hand und legte sie vorsichtig auf ihren Bauch. Nike beobachtete den faszinierten Ausdruck seiner Augen und lächelte. Er war nicht so sachlich, wie er immer tat. Sie fuhr mit ihrer Hand über seine Brust, über seinen Hals bis in seinen Nacken, zog ihn zu sich und näherte sich seinen Lippen. Luis zögerte einen Moment, überwand jedoch den letzten Zentimeter zwischen ihren Lippen und zog sie an sich heran. Ein Blitz durchfuhr ihren Körper, als ihre Zunge seine berührte. Innerhalb kürzester Zeit wurde der Kuss intensiver, leidenschaftlicher. Nike vergrub ihre Hände in seinen Haaren, während er seine über ihre Hüften gleiten ließ, bis sie auf ihrem Hintern zum Liegen kamen.
„Ich fahre dich nach Hause“, bemerkte Luis atemlos, als sich Nike von ihm gelöst hatte.
„Paul was machst du hier“, entfuhr es Nike überrascht, als sie den auf der vor ihrer Haustür sitzenden Mann erblickte. Er ignorierte ihre Frage, stand auf und taxierte Luis, der inzwischen neben sie getreten war. „Ich wusste es“, stellte er verbissen fest, trat einen Schritt auf Luis zu und sah ihn herausfordernd an. „Als Chef hat man also das Recht einfach seine Sekretärin zu vögeln und sich dann nicht einmal für die Konsequenzen zu interessieren?“, provozierte er. Luis erwiderte seinen Blick unbeeindruckt: „Auf dieses Niveau werde ich mich sicher nicht herablassen“, bemerkte er desinteressiert. Paul trat einen weiteren Schritt auf ihn zu, dem Luis nicht auswich: „Glaubst du etwa du bis was Besseres?“. Luis lächelte überheblich: „Nein, ich weiß es“. Paul schnaubte, packte Luis ruckartig am Kragen und schlug ihm mit der Faust frontal ins Gesicht, woraufhin er zwei Schritte zurücktaumelte. Nike machte einen Schritt nach vorne und griff nach Paul: „Hör auf, bist du wahnsinnig?“. „Lass mich“, riss sich Paul los und schubste Nike zur Seite. Luis schnellte nach vorne, packte Paul und verpasste ihm einen gezielten Hieb ins Gesicht. „Du fasst sie nicht an“, drohte er, während sein Gegenüber ein paar Schritte nach hinten stolperte. „Hört auf“, rief Nike schockiert, als Paul erneut ansetzte auf Luis loszugehen.
„Ist alles in Ordnung?“, fragte Nike, als auch Luis sich zum Gehen abwandte, nachdem Paul regelrecht abgerauscht war. Es überraschte sie, dass dieser sonst so ruhige und gefasste Mann dazu fähig war. Die Tatsache, dass Paul sie zur Seite geschubst hatte, hatte ihn in Windeseile vorschnellen lassen. „Dieser Kerl ist verrückt“, stellte Luis ruhig fest, während er ein Taschentuch aus seinem Jackett zog an seine blutende Nase hob. „Wir sollten deine Hand kühlen“, erklärte Nike und betrachtete seine inzwischen an den Knöcheln geschwollene Hand.
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Luis erhob sich und stand nun unmittelbar vor Nike. „Es wird ein Mädchen“, sagte sie leise. Noch bevor er die Information richtig fassen konnte, griff sie nach seiner Hand und legte sie vorsichtig auf ihren Bauch. Für einen kurzen Moment genoss er die Wärme ihrer Hand, welche sie sanft auf seine gelegt hatte und stockte. Er spürte eine zarte Bewegung unter seiner Hand. Das war unglaublich, sie war so zart, dass er sich regelrecht darauf konzentrieren musste, sie richtig wahrzunehmen.
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Challenge
RomanceNike Davis war mit ihren 28 Jahren fest im Berufsleben angekommen. Ihr Abschluss in Wirtschaftspsychologie hatte ihr eine super Chance in einem weltweit vertretenen Unternehmen in den USA ermöglicht, wo sie nun seit drei Jahren als persönliche Assi...
