‚Sie lässt uns im Stich', knurrte Florian und verzog angeekelt den Mund, als sich eine der Frauen über ihn beugte, ihm lasziv über die Muskeln streichelte und ihre Hand langsam über seine muskulöse Brust und seinen flachen Bauch sogar bis zu seinem besten Stück gleiten ließ.
„Gefällt dir das?", fragte sie flüsternd an seinem Ohr. Florian schwieg.
‚Nein', erwiderte Hendrik bestimmt. Stoisch ertrug auch er die fremde Frauenhand, die sogar soweit ging, seine Hoden zu kneten, während ihre Zähne schmerzhaft an seiner Brustwarze knapperten.
‚Was macht dich so sicher', brummte Florian, der Mühe hatte, diese kalte Frauenhand an seinem besten Stück zu ertragen.
„Warum antwortest du nicht?", knurrte die Frau ihn an. „Ihr Männer glaubt doch alle, dass es uns Frauen gefällt, wenn ihr uns ungefragt anfasst. Ist es nicht so?" Sie funkelte Florian wütend an, während sich ihre Finger fest um seinen Penis schlossen. Florian schloss die Augen und atmete tief durch.
‚Ich weiß es', presste Hendrik hervor. Mit fest zusammengebissenen Zähnen starrte er die Frau vor sich an. Ihr fester Griff an seinen Hoden schmerzte, doch um nichts auf der Welt würde er sich dies anmerken lassen.
‚Hoffentlich kommt sie bald', knurrte Florian. ‚Das ist ja widerlich.'
‚Ja', stimmte Hendrik ihm zu. ‚Jetzt verstehe ich auch die Abscheu der Frauen vor solch unwürdiger Behandlung.'
‚Ich fange an, mich für die widerlichen Vertreter unseres Geschlechts zu schämen, die Frauen so behandeln', murmelte Florian.
‚Da stimme ich dir zu', bestätigte Hendrik.
„Weg da", brüllte Amira in diesem Moment und stieß die Frau vor Hendrik grob zur Seite. Sie war bereits betrunken und schwankte leicht. Ohne zu zögern griff sie nach dem Halsband um Hendriks Hals und zog ihn auf die Knie.
„Du gehörst mir, Sohn von Alpha Norman, und du wirst dafür büsen, was dein Vater meiner Familie angetan hat", zischte sie hasserfüllt und ihre Stimme zitterte leicht. Hendrik schwieg.
Leicht unsicher auf den Beinen hielt sie sich an seiner Schulter fest, während sie sich nach unten beugte, mit festem Griff seinen Penis in die Hand nahm, daran zog und ihn dadurch zwang aufzustehen. Ihre Hand an seiner Schulter löste sich, wanderte langsam tastend an seinem Körper hinunter, ergriff dort seine Hoden und drückte zu. Hendrik keuchte, wandte aber seinen Blick nicht ab.
In diesem Moment ertönte vom Eingang des Rudelhauses ein Knurrren. Es war nicht sonderlich laut, aber in einer Tonlage, die die Luft zum Vibrieren und alles zum Erstarren brachte. Am Eingang stand eine Wölfin mit rötlich glänzendem Fell. Sie stand dort, steif mit steil aufgerichteter Rute, die Nackenhaare gesträubt und mit gebleckten Zähnen. Starr fixierte sie Amira und ihr tiefes, bedrohliches Knurren erfüllte den Raum, in dem sich plötzlich niemand mehr traute, auch nur einen Ton von sich zu geben.
„Er gehört mir", donnerte Tonyas Stimme durch den Raum. Sie hatte sich blitzschnell verwandelt und stand nun vollkommen nackt, aber stolz und mit der ganzen kraftvollen Ausstrahlung, die ihn ihr wohnte, da und ließ Amira nicht eine Sekunde aus den Augen.
Irgendjemand reichte ihr einen Umhang, den sie sich lässig überwarf. Dann ging sie langsam einige Schritte auf Amira zu.
„Du wirst mir doch nicht meine Beute streitig machen wollen?", fragte Tonya mit leiser aber vor Kälte klirrender Stimme.
„Ich bin hier die Alpha-Wölfin", knurrte Amira. „Hier bestimme ich, wo es langgeht und was getan wird." Sie hatte Hendrik losgelassen und sich Tonya zugewandt.
„Und? Was befiehlst du?" Tonyas Stimme klang nun spöttisch.
„Sie werden dafür bezahlen", fauchte Amira wütend.
„Wofür, Amira?"
„Für alles, was dieses Schwein uns angetan hat", schrie sie. „Schau dich hier um, Patrischa, oder soll ich dich jetzt wieder Tonya nennen?"
„Du darfst mich wieder Tonya nennen", gestattete Tonya höflich lächelnd. „Patrischa ist aber auch ok."
„Wie nett, Tonya", blaffte Amira hämisch und betonte den Namen Tonya ganz besonders. „Also – Tonya – schau dich um. Es gibt hier einige Frauen, die zu Recht aus diesem Rudel geflohen sind. Sie haben ein Recht auf Rache."
„Rache ist etwas für Monster, Amira. Willst du wirklich Unschuldige für das bezahlen lassen, was jemand anderer getan hat?", schnaubte Tonya verächtlich. „Wenn es das ist, was du willst, dann bist du genauso ein Monster wie Alpha Norman. Ist dir das klar?"
„Du willst den Frauen hier tatsächlich die Chance auf Genugtuung nehmen?", knurrte Amira böse.
Tonyas Blick schweifte über die Frauen. „Wer von euch ist aus dem Forster-Rudel?", fragte sie ernst. „Ich bitte diese Frauen nach vorne zu kommen."
„Was soll das?", schnauzte Amira Tonya an.
„Warte ab", forderte sie Amira mit einem Ton auf, der keinen Widerspruch duldete. Dann schweifte ihr Blick wieder über die Frauen. „Traut euch."
Jetzt erst wagten es einige Frauen nach vorne zu treten. Tonya lächelte sie freundlich an.
„Schaut euch die Männer an", forderte sie die Frauen auf. „Ist einer unter ihnen der Grund, dass ihr euer Rudel verlassen musstet oder freiwillig fluchtartig verlassen habt?"
Nur eine der Frauen traute sich nicht, ihren Kopf zu heben. Sie stand da, zitternd, und knetete nervös ihre Finger. Sie bemerkte nicht einmal, wie die anderen Frauen kopfschüttelnd einen Schritt zurücktraten und erschrak, als Tonya direkt vor ihr stand und sanft ihre Hand unter ihr Kinn schob und ihren Kopf anhob.
„Ich erkenne dich. Du bist Iska, nicht wahr?", fragte Tonya sanft. „Ich habe von dir gehört und mitgekommen, dass du plötzlich verschwunden warst. Man erzählte sich, dass du vor deinem Vater geflohen bist, richtig? Vor deinem eigenen Vater, der dich immer und immer wieder geschlagen hatte und dich dann auch noch dazu zwingen wollte, dich mit einem seiner Freunde zu paaren, stimmt das?"
Das Mädchen nickte schluchzend. Tonya wandte sich an Amira.
„Einzig und allein Iska hätte das Recht, sich an ihrem Vater zu rächen, falls du auf das Recht zur Rache bestehst. Meinst du nicht auch?"
„Das hast nicht du zu entscheiden", knurrte Amira.
„Du aber auch nicht, Amira", sagte Tonya leise. „Selbst deine Stellung als Alpha-Wölfin gibt dir nicht das Recht dazu, dies zu entscheiden." Tonya atmete tief durch und ging noch weiter auf Amira zu. „Aber ich habe das Recht, selbst über meine Beute zu entscheiden", entgegnete Tonya ruhig und bestimmt. „Und meine Beute ist Hendrik. Er gehört mir. Ich habe ihn besiegt."
„Du hast hier überhaupt nichts zu sagen, Wölfin. Du bist hier nur Gast", schnaubte Amira böse.
„Nun gut. Dann lässt du mir keine andere Wahl", knurrte Tonya und richtete sich hoch auf. „Ich stelle dich vor die Wahl, Amira, Alpha-Wölfin des Wölfinnenrudels im Niemandsland. Ich war Gast in deinem Rudel und ich habe deinem Rudel in den letzten Wochen wertvolle Dienste erwiesen. Ich habe eine Strategie entworfen, die dich und dein Rudel heute zum Sieg geführt hat und ich habe deine Frauen entsprechend trainiert. Dafür fordere ich von dir eine angemessene Bezahlung. Abgesehen von meiner Beute, die so oder so mir gehört, fordere ich von dir zwei weitere Männer, die mein Gepäck zu tragen haben. Denn ich gehe davon aus, mit ausreichend Kleidung und Nahrung aus deinen Diensten zu scheiden. Bist du nicht bereit, mir meine Beute zuzugestehen und mich entsprechend zu entlohnen, lässt du mir nur noch eine Möglichkeit, nämlich die, dich zu einem Kampf um den Posten der Alpha-Wölfin herauszufordern. Wähle klug, Amira."
Die beiden Frauen standen nur noch wenige Schritte voneinander entfernt da und starrten sich an. Es war so leise im Rudelhaus, dass man eine Nadel hätte fallen hören. Gebannt schwenkten die Blicke der Anwesenden zwischen Amira und Tonya hin und her und in den Gesichtern spiegelten sich die unterschiedlichsten Gefühle wider. Die Spannung war fast körperlich zu spüren. Würde Amira den Kampf wählen oder Tonya ziehen lassen?
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Suche, Tonya!
WerewolfWas war bei ihrer Geburt wirklich geschehen? Warum hatte ausgerechnet sie diesen Talisman erhalten? Warum hatte sie das Gefühl, dieser Mondstein bedeutete etwas? So viele Fragen und keine Antwort darauf. Tonya wollte sich nicht einfach so unterordne...
