Chapter 20 (71)

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"Du hast sie geküsst??", fragte Harry breit grinsend.
"Ja, bitte nicht so laut", brummelte ich.
"Ich bin so stolz auf dich, L! Du bist endlich über deine komischen Gefühle für den Prinzen hinweg... Lasst uns mal ehrlich sein, du würdest ihn doch eh nie treffen", sagte Harry und schmunzelte.
Ich nickte nur und lächelte halbherzig. Schön wäre es.
Alles wäre so viel besser wenn ich über Zayn hinweg wäre und wenn ich ihn nie mehr treffen würde.
"Naja, zurück zum eigentlichen Thema. Ich wollte mit euch über die Hütte reden", sagte Harry begeistert.
"Es ist hier einfach perfekt", er lächelte breit.
"Wir müssen es nur wieder ein bisschen reparieren und richten und natürlich gemütlicher machen. Das hier könnte unser Zimmer sein, Lou. Und das daneben das von dir, L.
Wir könnten uns hier ein perfektes Leben aufbauen und kaum jemand würde überhaupt bemerken, dass wir hier sind. Der Wald ist direkt hier, da können wir jagen gehen und es sind kaum andere Dämonen in der Nähe, weil es so abgelegen ist, das heißt wir werden nicht entdeckt."
Er blickte mich begeistert an und ich lächelte leicht.
Er hatte recht, es war perfekt hier. Aber ich gehörte einfach nicht hier hin.
So gerne ich auch hier blieben wollte, ich konnte nicht.
Seufzend blickte ich auf den Boden.
Harrys Lächeln verschwand langsam und er blickte mich besorgt an.
"Was ist los?", fragte er.
Ich schluckte und sah zu ihm auf.
"Ich würde wirklich, wirklich gern hier bleiben. Aber ich gehöre hier einfach nicht her. Ich habe in Mystara mein Zuhause, ich habe dort Bekannte. Ich habe dort mein Leben."
Der Blick des Lockenkopfes wurde traurig.
"Aber du brauchst doch keine Bekannten, wenn du uns hast. Freunde"
Stumm schüttelte ich meinen Kopf.
Er hatte Recht. Verdammt Recht. Er war der beste Freund den ich in dieser Welt jemals hatte.
Aber ich konnte hier nicht leben.
Mit dem Wissen, dass dies alles bald Zayns Reich sein würde, dass Zayn mein Ķönig sein würde.
Ich würde täglich an ihn erinnert werden und dann würde ich es niemals schaffen, vollkommen über ihn hinwegzukommen.
Das konnte ich einfach nicht, ich konnte ihm nicht so schmerzhaft nah sein.
So selbstsüchtig es auch war.
Ich musste eben auch an mich denken.
"Es tut mir leid, Harry. Du bist mein bester Freund hier. Aber ich gehöre hier wirklich nicht her. Ich sollte wirklich gehen", sagte ich traurig. Es würde verdammt weh tun, einen so guten Freund loszulassen. Er war der einzige Dämon, dem ich jemals vollkommen vertraut hatte, mit Ausnahme von Zayn.
Ich sah, wie Harrys Unterlippe begann zu zittern und seine Augen leicht feucht wurden.
Ohne etwas zu sagen, lief er einfach mit schnellen Schritten auf mich zu und schloss seine Arme eng um mich.
Sofort erwiderte ich die Umarmung und vergrub mein Gesicht in seiner Schulter.
"Ich werde dich so vermissen", schluchzte Harry.
"Ich dich auch Harry. Ich bin dir so dankbar für alles. Ohne dich hätte ich es nie so weit geschafft"
"Ich bin dir auch dankbar, Liam. Nur dank dir habe ich es zu Louis geschafft", sagte er mit vor Trauer zitterner Stimme und ich spürte, wie mein Shirt durch seine Tänen langsam feucht wurde. Ich strich einfach ihm sanft durch die Locken und sah ihn traurig an.
"Aber du hast Recht", murmelte Harry dann. Er löste sein Gesicht etwas von mir und blickte mich an.
"Du musst die Aufgabe endlich erledigen und dann zurück nach Hause kehren. Dafür bist du ja überhaupt erst hier her gekommen."
Ich nickte leicht aber schüttelte dann nach einiger Zeit seufzend meinen Kopf.
"Ich werde die Aufgabe nicht erledigen... Wahrscheinlich sind die anderen die daran teilgenommen haben eh schon viel weiter als ich. Außerdem ist es einfach dumm, nur für ein bisschen Geld einen verdammten Teufel umzubringen. So sehr brauche ich das Geld nun auch wieder nicht."
Harry löste sich sofort vom mir und blickte mich überrascht an.
"Die anderen sind ganz sicher nicht so weit wie du, L. Sie haben niemanden auf der anderen Seite der Grenze, der ihnen rein hilft. Außerdem...", er seufzte.
"Außerdem was?", fragte ich.
"Ich hätte es dir früher sagen sollen, aber ich weiß, was der Preis für die Aufgabe ist. Es ist weitaus mehr, als nur Geld."
Verwirrt blickte ich ihn an.
"Was ist es dann?"
"Also...", Harry atmete durch, wischte sich die Tränen weg und blickte mich an.
"Wie du es ja wahrscheinlich mitbekommen hast, haben alle gesagt, der Prinz von Mystara sei tot. Aber wie du ja auch weißt, bin ich nicht tot. Ich habe meinen Tod vorgetäuscht, weil ich nicht mehr konnte."
Warnung: jetzt folgt eine ziemlich langweilige Larry backstory also wer keinen Bock hat einfach überspringen haha
"Ich habe mich nie wie ein Prinz gefühlt, ich habe mich nie stark oder gar in der Lage gefühlt, ein ganzes Reich zu regieren.
So viel Druck lag auf mir und es war niemals meine Entscheidung, ob ich König werden wollte, oder nicht. Es war einfach vorbestimmt, ich wurde einfach durch meine Geburt dazu gezwungen.
Von Tag zu Tag wuchs meine Angst davor, ich hatte eine Panik Attacke nach der anderen, bis ich irgendwann dem Druck nicht mehr stand halten konnte.
In dieser Zeit hatte ich Louis kennen gelernt, welcher Sohn von einer Dämonin aus Idumea und von einem Dämon aus Mystara ist.
Wir damals gingen beide gerade durch eine sehr harte Zeit, da Louis' Mutter, welche heimlich bei seinem Vater in Mystara gelebt hatte, drohte aufzufliegen und somit bald mit Louis in ihre alte Heimat in Idumea fliehen musste.
Wir halfen uns in dieser Zeit gegenseitig, bauten uns gegenseitig langsam wieder auf und verliebten uns dann schlussendlich.
Aber bevor wir zusammen kamen, musste Louis mit seiner Mutter fliehen und ich war erneut allein.
Und mir ging es noch schlechter als jemals zuvor.
Es wurde alles immer schlimmer, bis ich irgendwann aufgab.
Ich hatte einkleines Haus, welches mir mein Vater gekauft hatte, um dem Druck zu entkommen. Das setzte ich dann einfach in Brand und täuschte somit meinen Tod vor.
Ich floh und dann irgendwann traf ich dich.
Mein Vater denkt noch immer ich sei tot. Und ich weiß, es ist grausam, aber ich möchte, dass es auch weiterhin so bleibt. Nur so kann ich glücklich werden, mit Louis."
Soo hier ist die öde Story zu Ende lol
"Aber ohne mich hat mein Vater eben keinen Nachfolger... Und deswegen sucht er nun nach Dämonen, die dem Thron gewachsen sind. Liam, du musst diese Aufgabe erfüllen... bitte. So wirst du eines Tages zum König von Mytsara und tust das, wofür ich nicht stark genug war.
Ich will, dass du das für mich tust.
Du könntest so viel ändern, wenn du König bist.
Du könntest Frieden mit... schließen, die strengen Grenzen aufheben und Beziehungen wie die von Louis und mir erlauben. Du bist der einzige Dämon, den ich jemals kannte, der dem gewachsen ist, so etwas auf sich zu nehmen. Denn du bist anders. Du bist stark, aber trotzdem nicht kaltherzig. Du sorgst dich um das Wohlergehen anderer und man kann dir vollkommen vertrauen. Und sowas gibt es fast nie"
Mit geöffnetem Mund blickte ich Harry an und versuchte, die Informationen zu verarbeiten, die ich gerade erfahren hatte.
Asmodeus wollte den, der diese Aufgabe erfüllte als seinen Nachfolger ernennen?
Machte sich ein wahrer König wirklich durch einen Mord aus?
Oder hatte er schon das Potential zum König erkannt, als er die Dämonen ausgewählt hatte, die überhaupt die Aufgabe erfahren durften?
Es war unmöglich, dass ich das Potential dazu hatte. Ich war schwach, beherrschte kaum Magie und war viel zu emotional gesteuert.
Ich war ein ehemaliger Mensch, es war unmöglich, dass ich zu einem Teufel werden konnte.
Ungläubig schüttelte ich meinen Kopf.
"Das kann unmöglich stimmen"
"Doch, Liam, ich will, dass du das tust.
Für mich, für Louis; Aber am meisten für dich selbst"
~~
Jap, langweiliges Kapi sorryyy
Idk what else to say lol
Das nächste Kapitel wird ziemlich krass und es hat fast 4000 Wörter (zum Vergleich: das hier hat 1300 Wörter)
Bis dann my sons

Monster [Ziam Fanfic]Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt