19_Des Pudels Kern

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„Ist alles in Ordnung?" fragte sie ihn.

Loki reagierte nicht sofort, er hatte einen Punkt, irgendwo in seiner Vorstellung fixiert und riss sich erst nach ein paar Sekunden davon los.

„Ja" gab er knapp als Antwort. Dass das eine Lüge war, wusste sie auf der Stelle. Seufzend lehnte sie sich im schweren Ledersessel zurück und musterte ihn ausgiebig. Er hatte im anderen Sessel Platz genommen. Sein Gemach wurde nur von den Flammen im Kamin erhellt, was vollkommen ausreichend war. Für einen Moment fühlte sie sich in der Zeit zurück versetzt. Damals, als sie hier eingeschlafen war und Loki ihr aus dem Buch vorgelesen hatte. Das Gefühl der Einsamkeit, die langsam verebbte und das Vertrauen, welches zu wachsen begann. Diese Vertrauen war mittlerweile beachtlich gewachsen und hatte einen festen Stamm gebildet.

„Lüge" erwiderte sie genau so kurz und bündig wie er und kassierte dafür ein leises Lachen.

„Thor und seine Freunde..." begann er und ließ sich zurück in den Sessel fallen. Schweigend wartete sie ab und forderte ihn dadurch wortlos auf, weiter zu sprechen.

„Sobald er mit seinen Freunden zusammen ist, fühlt er sich unbesiegbar und redet ohne nach zu denken. Genau so seine Freunde." das letzte Wort spuckte er wütend aus.

„Es sind nur Worte" beschwichtigte sie ihn und legte den Kopf leicht schief. Es verursachte das genaue Gegenteil.

„Nein!" wütend sprang er aus dem Sessel und lief aufgebracht vor ihr herum.

„Es sind gezielte Stiche. Immer und immer wieder!" er blieb kurz stehen und machte eine ausladende Geste. Harley versuchte ruhig zu bleiben und hörte aufmerksam zu.

„Die Krieger!" Spottete er. „Voller Weisheit und Kraft!"

Er rannte weiter auf und ab. Was auch immer ihn so aufbrausen ließ, der Kern war noch nicht greifbar.

„Schon von klein auf, hatten sie Freude daran!" rief er.

Langsam schaukelte er sich immer weiter hoch. Seine Bewegungen wurden nun hektischer und sie konnte seinen Unmut körperlich fühlen. Aufmerksam lehnte sie sich vor und stützte ihre Arme gegen ihre Knie. Harley wollte ihm zeigen, dass er ihre volle Aufmerksamkeit hatte. Das war wichtig in diesem Moment. Sie fühlte es, dass es um mehr ging. Vielleicht war es ihre Verbindung, oder auch das Verständnis, sie war sich sicher, dass es hier um mehr ging als nur um seinen Bruder und seine Freunde.

„Dieser Versuch immer überlegen zu sein..."

Normalerweise war Loki wortgewandter, es war seltsam ihn so abgehakt sprechen zu hören.

„Und das absolut schlimmste..." er blieb stehen, sah sie an und sackte leicht in sich zusammen, „Sie haben dieses Mal sogar recht." Seine Stimme brach ab und Verzweiflung spiegelte sich in seinen Augen wieder. Genau das, genau jetzt. Das war der Moment wo sie aufstehen musste. Ohne zu zögern verließ sie ihren Platz und baute sich vor ihm auf.

„Womit haben sie recht?"

fragte sie ruhig.

Hektisch schüttelte er den Kopf. Seine Augenbrauen zogen sich zusammen und seine Miene verfinsterte sich schlagartig.

„Diese Sitten...diese Regeln" brummte er.

„Loki, ich verstehe nicht" gestand sie.

Schwer atmete der Gott auf und sein unstetiger Blick bleib kurz an ihr hängen.

„Sif hat recht, irgendwann wird man für dich einen passenden Gemahl suchen und dich verheiraten!" brachte er schließlich heraus. Sie hatten des Pudels Kern erfasst.

Feuerteufel (Loki FF)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt