28_Kohlrabenschwarz

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„Kann es nicht einen Morgen ohne Katastrophen geben" brummte Loki als sie vor der alten Industrieanlage standen. Zustimmend schnaufte sie auf. Den gleichen Gedanken hatte sie heute schon des öfteren gehabt. Als die Frau von Philipp in die Wohnung kam und ihnen offenbart hatte, was passiert war, ging alles recht schnell. Harley hatte Philipps Ehefrau dazu bringen können, zu ihren Eltern zu fahren und dort zu bleiben, bis sie sich meldeten. Die einzige Spur die sie hatten, war die verlassene Fabrik, wo auch Frigga und Odin gefunden wurden, dieser folgten sie jetzt.

„Wir sind hier nicht um Urlaub zu machen." kommentierte Thor und verschränkte die Arme vor der Brust.

Ehrfürchtig sah sie sich das Kastenartige Gebäude an. Es war unverputzt und die roten Ziegel waren bleich und bröckelig. Zement fehlte an manchen stellen und die Rohre und Stangen, die wie ein Gerippe darum gelegt wurden, waren verrostet und schon lange nicht mehr im Gebrauch. Fenster waren eingeschlagen und Schutt lag um sie herum verteilt, es war ein trostloser Anblick.

„Ich habe ein ungutes Gefühl bei der Sache." Harley legte die Karten auf den Tisch.

„Es wird alles gut, wir finden Philipp" versicherte Loki mit sanfter Stimme. Skeptisch sah sie ihn an. Sie wollte seinen Worten Glauben schenken, wirklich, aber sie schaffte es einfach nicht.

„Gehen wir rein" schlug Thor vor und lief los. Harley und Loki folgten ihm zum Eingang. Dieser war eine metallische Flügeltüre die Thor ohne große Problem aufstieß. Auch wenn es Fenster zu genüge gab, war der große leere Raum dahinter dunkel. Die Abgestandene Luft war das nächste was sie vernahm und ließ sie angeekelt die Nase rümpfen, das beeinflusste aber nicht ihre geschärften Sinne. Wie von selbst entflammten ihre Hände und sie streckte sie etwas von sich weg. Die Wunden unter ihrem Verband brannten kurz, aber das schob sie einfach beiseite. Loki neben ihr, tat das gleiche und Thor umgriff seinen Hammer. Schleichend drangen sie weiter vor. Dabei wurde ihr diese Dunkelheit immer befremdlicher. Selbst ihre Flammen konnten die dickflüssige Dunkelheit nicht vertreiben.

„Seid vorsichtig" hauchte Thor ihnen zu, ohne stehen zu bleiben.

„Danke für den Tipp Bruder" motzte Loki zurück. Harleys Puls beschleunigte sich und begann schließlich zu rasen, als sie sich sicher war, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmte. Die Halle war so Dunkel, als wäre es Nacht, obwohl es gerade erst Vormittag war.

Harley ließ den Flammen mehr Raum und sie loderten heller. Abrupt blieb sie stehen und blinzelte ungläubig.

Die Dunkelheit war lebendig! Schwarze Tentakel zogen sich windend zurück. Sie waren eins mit der Schwärze die nur gering vom Licht zu fliehen schien. Ein Zischen, was fast wie Schreie klang, zog sich durch den Raum. Loki blieb ebenfalls stehen und sah sie wissend an. Auffordernd streckte er ihr die Hand entgegen und sie ergriff diese ohne zu zögern. Eine Energieladung floss durch ihre Körper und das Feuer umhüllte sie vollkommen. Die windenden, schwarzen Arme wichen zurück, das Gekreische wurde lauter als sie sich immer weiter in die Ecken zurück zogen und nun endlich die Halle preisgaben. Zischend atmete Harley ein als sie sah, was sich vor ihnen befand.

Inmitten der sonst leeren Halle stand ein einfacher Stuhl. Eine verkrümmte Gestallt war darauf platziert und hatte den Kopf tief gesenkt. Keine Bewegungen waren zu erkennen und generell, sah es fast so aus als wäre...

„Philipp!" rief Harley entsetzt, ließ die Hand von Loki los und rannte auf ihren Partner zu.

„Warte!" wollte Loki sie davon abbringen, aber da war sie schon auf halben Weg bei ihm.

„Nein, nein, nein!" jammerte sie und brach in die Knie. Unsanft hob sie seinen Kopf. Ein stechender Schmerz zog sich durch ihre Brust. Er war übel zugerichtet worden. Sein Auge war geschwollen und leuchtete in sämtlichen Lila-Tönen. Seine Lippe war aufgeplatzt und Blut floss ihm über das Kinn. Außerdem hatte er zwei Wunden in der Brust. Seine Kleidung war zerrissen und das nässende, dunkelrote Fleisch war darunter zu sehn. Zitternd suchte sie seinen Puls. Er lebte noch. Behutsam ließ sie den Kopf los und machte sich am Tau zu schaffen, welches ihn an den Stuhl festhielt.

Feuerteufel (Loki FF)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt