46_Unheil und Unfug

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Zitternd saß sie in der Mitte der Arena und weinte bitterlichst. Noch immer fiel die Asche auf sie herab und bedeckte ihr Haupt. Ihr Atem ging rasselnd und wieder und wieder sammelte sich das Blut in ihrem Mund. Am liebsten würde sie es ausspucken, aber sie konnte sich gerade einmal im sitzenden Zustand halten, zu mehr war sie einfach nicht fähig. Den Mut den Kopf zu heben und die Leiche von Loki zu sehen, hatte sie nicht. Irgendwie konnte sie das alles nicht glauben. Sie hatten verloren und Harley war an der ganzen Sache die Schuldtragende. Sie hätte auf Poseidon hören sollen, hätte sich nicht so sehr auf ihre Gefühle versteifen sollen. Aber das hatte sie nun mal getan und sie bekam gerade die Rechnung dafür serviert. Eine unheimliche ruhe legte sich über sie und innerlich fühlte sie sich leer. Ob das auch die Nachwirkungen der fehlenden Flammen waren? Wohl eher der Tod eines geliebten Menschen. Harley befand sich nicht am Rande des Abgrundes, sie war gerade Kopf über in das schwarze Loch gesprungen. Den Boden konnte sie nicht sehen, aber sie fühlte die kratzende Kälte die ihr langsam alles Leben entzog. Eigentlich könnte sie jetzt genau so gut auch sterben. Es war ihr gleichgültig. Noch nie war sie an diesen Punkt angelangt, diese Grenze hatte sie nie überschritten, aber sie war gerade dabei, ernsthaft darüber nach zu denken, einfach zu sterben. Ob das ginge? Einfach aus Traurigkeit zu sterben? Vielleicht würde einfach ihr Herz nachgeben, weil es in tausend Teile zersprungen war. Selbst diesen Frieden gönnte man ihr nicht. Denn die Tür zur Arena ging ein weiteres Mal auf. Das Monster hinter ihr war weiterhin erstarrt und bewegte sich keinen Millimeter. Dafür kamen neue Monster in die Arena. Die Nilgram. Zwei der Wesen liefen über den blutgetränkten (ihr Blut) Sand zu ihr rüber. Unsanft ergriff man sie an den Armen. Dabei war ihre einzige Reaktion ein leises Wimmern weil sich die Wunden kurz zurück meldeten. Widerstand würde sie keinen leisten. Ja fast Hoffnungsvoll blickte sie den Tod gegenüber. Vielleicht waren sie so gnädig und würden sie einfach töten. Das war der einzige Lichtblick den sie noch hatte. Irgendwo tief in ihr schrie ihr verkümmerter Instinkt auf, aber sie brachte ihn schnell zum schweigen. Es gab nichts mehr zu kämpfen, wofür auch? Das Feuer war dahin, was dessen Folgen waren, wollte sie gar nicht wissen. Lieber würde sie in Unwissenheit sterben. Harley hatte in den wenigen Jahren als Mensch genug geleistet. Sie hatte das Böse bekämpft, reale und unreelle Dämonen vernichtet und war nun im letzten Kampf gefallen. Alles was ihr Lieb war, hatte sie nun verloren also gab es nichts mehr, woran sie festhalten konnte.
Willenlos ließ sie sich mitschleppen, dabei weinte sie ununterbrochen. Warum auch nicht? Mit gesenkten Kopf wurde sie mehr über den Boden geschliffen als das sie gehen konnte. Der Eingang verschluckte sie und man brachte sie zu schmucklosen Stufen die hinauf führten. Nur am Rande bekam sie mit, dass man sie auf die Terrasse brachte. Die Realität nahm sie wieder in Empfang, als man sie direkt neben Loki niederließ. Für einige Sekunden war sie wie erstarrt. Der Gott lag regungslos neben ihr auf dem Bauch, noch immer lag er in Ketten. Der Verlust und das tiefe Entsetzten darüber ließen sie noch einmal aufbäumen. Mit einem jaulenden Schrei brach sie über ihm zusammen und vergrub ihr Gesicht in seinen Rücken. Verzweifelt klammerte sie sich an seinen Körper. Ihre Finger krallten sich in seine Rüstung. Immer wieder wimmerte sie seinen Namen, auch wenn sie wusste, dass er sie nicht mehr hören würde. Nie wieder.
Die Beiden Wachen hatten sich neben sie positioniert und die Kapuzenlose Gestalt beugte sich langsam zu ihr runter. Wenn sie davor dachte, sie hätte abgeschlossen, dann hatte sie sich geirrt. Denn der Hass kam so unerwartet, wie willkommen. Als sie die Gestalt im Augenwinkel erkannte, brach sie in Raserei aus. Wütend stürzte sie sich auf das Ding und riss es von den Füßen. Immer und immer wieder schlug sie darauf ein, während sie es am Boden mit ihren knie festnagelte. Lange hielt dieser Rachefeldzug nicht an. Einer der beiden Wachen zerrte sie rasch von dem Nilgram runter.
Plötzlich holte die zweite Wache aus. Eine Hand schnellte nach vor. Harley zuckte zusammen und schloss kurz die Augen. Im nächsten Moment riss sie diese wieder auf als sie ein vertrautes Geräusch vernahm. Die zweite Wache hatte den Kopf der Ersten fest in der Hand. Blaue Flammen wucherten zuerst auf der Hand bis sie schließlich den Kopf der ersten Wache vollkommen zerstörten. Wie ein stück Kohle, welches man in der Hand zerbröselte, zerfiel der Kopf des Nilgrams. Nicht verstehend, was hier gerade passierte, blinzelte Harley auf. Eine glucksendes Keuchen konnte sie sich nicht mehr verkneifen als die übrig gebliebene Wache sich die Kapuze vom Kopf nahm. Es war Loki.

Feuerteufel (Loki FF)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt