Hermine sah rot. Stinksauer stapfte sie aus Dracos Zimmer und stürmte die Treppe zum Gemeinschaftssaal herunter, um zu ihrem eigenen Schlafsaal zu kommen. „Wenn ich Glück habe, ist Ronald immer noch da, damit ich ihn endlich zurechtweisen kann", dachte Hermine rasend vor Wut. Hinter sich hörte sie Schritte, vermutlich wollte Draco noch versuchen, sie aufzuhalten. Doch damit würde er keinen Erfolg haben – dieses Mal würde sie nicht über Ronalds Taten hinweg sehen, dieses Mal war er fällig. Sie riss die Tür auf und sah einen Anblick, den sie sofort lieber vergessen wollte – Ron und Lavender ineinander verschlungen in ihrem Bett und das auch noch nackt. Zu sehr mit ihren Körpern beschäftigt, bemerkten sie wohl nicht, dass Hermine im Raum stand. Sie räusperte sich, wodurch Lavender sofort zusammenschrak und sich die Decke unter ihr Kinn zog; Ron sah nicht gerade überrascht aus. „Entschuldigt die Störung", sagte Hermine schnippisch, „Ronald ich muss mit dir reden – jetzt." Zu ihrem Erstaunen stand er sofort auf und zog sich eine Hose an. Glücklicherweise konnte Hermine sich noch rechtzeitig umdrehen, ansonsten hätte sie heute noch mehr Dinge gesehen, die sie lieber vergessen hätte. Als Hermine die Treppe zum Gemeinschaftsraum herunterstieg, bemerkte sie Draco, der wohl auf einem der Sessel auf sie wartete. „Hermine, das ist es wirklich nicht wert. Ich kann das Wiesel verstehen, früher hätte ich wahrscheinlich dasselbe getan", sagte er mit einem flehenden Unterton. „Du sagst es – früher. Du hast dich geändert. Das sollte Ronald auch tun, wenn er nicht alle seine Freunde verlieren will", Hermine wurde wieder wütend.
„Da hat mich wohl jemand verpetzt, überrascht mich jetzt so gar nicht, du elender Feigling", höhnte Ron und schaute Draco an, als er ebenfalls die Treppe hinunterging. „Oh nein, du wirst jetzt nicht wieder jemand anderem die Schuld in die Schuhe schieben. Du hast ihn ohne Grund verletzt und wirst jetzt für deine Taten gerade stehen", fauchte Hermine. „Natürlich hatte ich einen Grund dafür!", Ron schrie fast und ging auf seine ehemalige Freundin zu, „Dieser Verbrecher ist kein guter Einfluss für dich, das musst du doch erkennen. Hermine ich bin doch seit Jahren dein bester Freund, ich muss auf dich aufpassen. Du scheinst ja nicht mehr klar denken zu können, wenn du freiwillig mit dem Frettchen Zeit verbringst." Hermine erschauderte, als Ronald ihre Hände ergriff. Sie bemerkte Dracos Blicke auf sich; er blieb jedoch ruhig und griff nicht ins Geschehen ein. Ron fuhr nun sanfter fort: „Wir können das alles vergessen, mein Liebling. So tun, als wäre das alles nicht geschehen. Es wird so sein, wie ganz am Anfang. Ich werde der beste Freund sein, den du dir vorstellen kannst, mich für deine Bücher interessieren und meine Ausbildung zu Ende machen. Nur musst du mir versprechen, den Rest des Schuljahres nicht mehr mit diesem Typen zu sprechen." Hermine war entsetzt. Während Lavender allein oben lag, erklärte Ron ihr Hermine seine Liebe? Das konnte doch nicht sein Ernst sein? Gerade hatte sie ihn noch mit einer anderen in eindeutigen Positionen erwischt und nun erwartete er wirklich von ihr, dass sie ihm wieder vertrauen könnte? Hermine blickte zu Draco, der nun mit zusammengekniffenen Augen demonstrativ in eine andere Richtung blickte. Hoffentlich dachte er nicht, dass Hermine ihn für Ron sitzen lassen würde. Dieser schaute sie immer noch erwartungsvoll an und hob nun seine Hand, um ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht zu streichen. Doch Hermine schlug seine Hand weg. „Was ist nur in dich gefahren Ronald? Oben liegt Lavender und wartet auf dich. Und selbst wenn du keine Freundin hättest... Wie könnte ich dich jemals wieder so sehen wie früher? Für uns gibt es keine Zukunft mehr, seit ich erfahren habe, dass du mich wochenlang belogen und betrogen hast. Wahrscheinlich gab es nie eine Zukunft für uns beide...", sagte Hermine und musste eine Träne unterdrücken. Nach einer kurzen Pause fuhr sie nun mit fester, beinahe schon bedrohlicher Stimme fort: „Ich liebe Draco und solltest du ihm noch ein einziges Mal zu nahe kommen, dann Gnade dir Gott." Ron zitterte bei Hermines Worten und stolperte zur Treppe.
Nachdem Ron verschwunden war, wandte Hermine sich Draco zu: „Hast du wirklich geglaubt, dass ich ihn wählen würde? Nach allem, was zwischen uns beiden vorgefallen ist?" „Ich hatte Angst", sagte er leise, „du hast mit ihm so viel durchgestanden. Im Gegensatz zu mir hat er dich nie beleidigt, sondern war für dich da und hat dich verteidigt. Manchmal träume ich noch von der Nacht im Malfoy Manor. Ich höre seine Schreie aus den Kerkern. Wahrscheinlich hat ein Teil von mir immer geglaubt, dass du zu ihm zurückkehren würdest, wenn sich die Möglichkeit ergäbe." Hermine ging langsam zu ihm und setzte sich behutsam auf seinen Schoß. Sanft hob sie sein Kinn an, damit sie ihm in die Augen sehen konnte. „Ich bin hier bei dir Draco. Und es gibt wirklich keinen Ort auf der Welt, an dem ich lieber wäre."
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Warum Er?
FanfictionHermine kehrt nach dem Kampf um Hogwarts wieder an ihre alte Schule zurück, um ihr siebtes Schuljahr zu vollenden. Da Harry und Ron beschließen, nicht mit ihr zusammen zu gehen, fühlt sie sich zunächst einsam. Doch dann lernt sie einen ehemals verha...
