44.

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-Sicht Yoongi-

Nachdem Taehyung bei mir angerufen hatte, hatte ich ihn sofort abgeholt. Schon seid mehreren Stunden saß er nun bei mir auf dem Balkon mit einer heißen Tasse Kakao und einer Decke. Wir redeten. Als erstes hatte er mir alles erzählt, was Jungkook gesagt hatte. Dann haben wir angefangen darüber zu reden, wie lange die beiden ja schon zusammen waren und er erzählte mir von Erlebnissen die er mit Jungkook hatte. Zwischendurch rollten ihm ein paar Tränen übers Gesicht. Ich tröstete und umarmte ihn. Ich hörte ihm zu und manchmal schwiegen wir auch einfach nur. Man konnte sich auch ohne Worte verstehen. Doch inzwischen war es spät, Taehyung schlief bald in seinem Deckenkokon ein, weshalb ich irgendwann raunte:

"Willst du was essen bevor ich dich nach Hause bringe?" Er schüttelte den Kopf. Ich sah ihn kurz an.

"Komm, ich fahre dich nach Hause." sagte ich dann. Ich stand auf, er ebenfalls. Im Auto angekommen war es leise. Die ganze Fahrt über. Immer wieder sah ich ihn besorgt von der Seite an. Er schaute tief in Gedanken aus dem Fenster. Vor seinem Haus hielt ich.

"Taehyung, du weißt, ich bin immer für dich da. Wenn du reden willst, sag einfach bescheid. Du musst das nicht alleine machen, ich bin da, okay?" er sah mich an und nickte.

"Danke für alles Hyung. Gute Nacht." sagte er leise beim aussteigen, setzte ein mildes lächeln auf und schlug die Autotür zu. Ich beobachtete noch, wie er ins Haus lief und die Tür hinter sich schloss. Ein tiefes seufzen ließ ich aus meinen Lungen. Mit einer Hand strich ich mir durch die Haare, mit der anderen hielt ich fest das Lenkrad. Jetzt gerade würde Tae seinen Eltern das geschehene erzählen. Der Junge tat mir leid. Aber irgendwie habe ich das kommen sehen...

-Sicht Taehyung-

Nachdem ich ebenfalls mit meiner Mutter noch zwei Stunden geredet hatte, ließ ich mich in mein Bett fallen. Ich war kaputt, mein Kopf tat weh vom weinen. Ich fühlte mich scheiße. Ich hatte immer noch nicht komplett realisiert, was passiert war. Trotzdem hatte sich schon Schmerz eingeschlichen, der in meiner Brust saß und sich wie ein Tumor weiter fraß. Eine Ewigkeit lag ich auf meinem Bett, dachte immer noch über Jungkook und mich nach, über das, was wir zusammen erlebt haben. Über das, was er heute gesagt hatte. Über das, was ich vielleicht doch falsch gemacht habe. Immer wieder rollten leise Tränen über meine Wangen. Mit nassem Gesicht und schmerzender Brust schlief ich erschöpft ein.

Am nächsten Morgen wurde ich von meinem Handywecker geweckt. Ich richtete mich auf. Mein Kopf tat weh, mein Körper fühlte sich schlapp an. Ich hatte in Klamotten geschlafen, nicht gerade bequem. Seufzend stand ich auf und wusch mein Gesicht. Es war alles nur ein Traum. Bitte. Es war ein Traum, lieber Gott, bitte. Doch je länger ich wach war, desto realer fühlte es sich wieder an. Ich machte mich fertig für die Schule, mit den Gedanken bei dem gestrigen Tag. Ich dachte nach, was wohl heute passieren wird, wie ich den Tag überleben sollte und vor allem: Wie Jungkook und ich uns begegneten.

Ich schlurfte die Treppe runter, meinen Rucksack über der Schulter und ging zur Tür. Da rief meine Mutter aus der Küche:

"Willst du nichts essen?" Doch ich antwortete nur schnell:

"Nein. Tschüss!" bevor die Tür ins Schloss viel. Ich war nicht gut drauf, etwas nieder geschlagen. Ich hatte keine Lust auf Schule, ich hatte genug mit meinen Gedanken zu tun. Da konnte ich mich auf nichts anderes mehr konzentrieren. Am Klassenraum angekommen war Yoongi schon da. Er stand bei Joonie und redete mit ihm. Ich ging zu den beiden und begrüßte sie.

"Wie war die Nacht?" fragte Yoongi. Ich lachte kurz gespielt auf.

"Scheiße." antwortete ich müde. Yoongi seufzte.

"Was ist denn los?" fragte Namjoon besorgt. Da stießen Yuki und Yuna zu uns.

"Hey Guys! What's up?" trällerten sie. Ich setzte ein Lächeln auf und umarmte sie zur Begrüßung. Meine Freunde verfielen in ein Gespräch, wo ich mich komplett raus hielt. Ich hatte nicht die Lust zu reden. Ich war immer noch mit meinen Gedanken wo anders. Irgendwann sprach mich Yuki an.

"Taehyung, was ist los? Du siehst so traurig aus." besorgt strich sie mir über den Arm.

"E-Es ist alles gut... Es ist nur... Jungkook und ich... w-wir haben uns getrennt." Plötzlich waren Joonie, Yuki und Yuna still. Sie starrten mich an als wäre ich ein Alien.

"D-Das ist ein Witz, oder?" fragte Yuna aufgebracht.

"Sehe ich so aus als fände ich es witzig?" fragte ich und deutete auf mein Gesicht. Yuna sah mich entschuldigend an.

"Das tut mir Leid, Kleiner." sagte Namjoon knapp. Alle waren von dieser Nachricht überrumpelt und wussten nicht was sie sagen sollten.

"Schon gut." sagte ich knapp, doch da rollte eine Träne über meine Wange. Ich schaute runter, in der Hoffnung sie würden es nicht bemerken oder ignorieren. Doch da musste Yuki mich fest umarmen, sodass noch ein paar Tränen ihren Weg fanden. Ich versuchte es so gut wie möglich zu unterdrücken.

"Hey, ich glaub so machst du es nicht besser." sagte Yoongi. Yuki ließ wieder locker und hielt meine Hände. Sie sah mich an und sagte:

"Taetae, vergiss nicht, wir sind alle für dich da. Und für Jungkook ist das bestimmt auch nicht leicht. Der Schmerz geht vorbei. Versprochen." Ich schaute zu ihr rauf, schmunzelte leicht und wischte meine Tränen weg.

"Danke." Konnte ich noch sagen, bevor ich hinter ihr Jungkook auftauchen sah. Sofort sah ich zu Boden. Ich wollte ihn nicht sehen, es tat weh.

Am Ende des Tages wussten dann alle meine engeren Freunde, was passiert war. Auch Jin und Hobi versicherten mir, dass sie für mich da seien. Ich benickte alles nur und bedankte mich. Ich war froh solche Freunde zu haben, trotzdem hatte ich nicht das Bedürfnis mich bei jedem einzelnen auszuheulen. Ich hatte mit Yoongi und Mum geredet, jetzt werde ich selbst damit fertig. Zuhause tat ich nicht viel. Ich saß nur in meinem Zimmer, musste über alles nachdenken und hatte Bock auf nichts. Ich hatte keinen Hunger, wollte keine Musik hören, nicht schlafen. Morgen war Schule. Aber was soll's...

Stundenlang lag ich still auf meinem Teppich. Ab und zu rollten mir Tränen über die Wange, manchmal schluchzte ich. Ich zwang mich dazu endlich zu realisieren, was passiert war. Doch es fühlte sich an wie ein Traum. Dann irgendwann, es musste schon nach 1 Uhr sein, realisierte ich, dass ich den ganzen Tag noch nichts gegessen hatte. Obwohl ich keinen großen Hunger hatte, ging ich leise nach unten und schaute in den Kühlschrank. Ich schloss ihn aber wieder, schaute mich in der halbdunklen Küche um und schlich mich dann mit einer Tüte Weißtoast nach oben. Dort schloss ich mich dann in mein Zimmer, öffnete die Tüte und stopfte eine Scheibe nach der anderen in meinen Mund, während ich leise heulte.

  What Is Love? || Taegi || BTS Texting ffGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt