Chapter 4

60 3 0
                                        

~Vanessa~

Die Sonne ging langsam hinter dem weiten Ozean unter, in wenigen Stunden würde die Nacht einbrechen, dessen Dunkelheit meinen schwarzen stromlinienförmigen Drachenkörper komplett verschluckte. 
Sofort schüttelte ich meinen Kopf um die Gedanken los zu werden. 
Vanessa, du wolltest schon immer ein normaler Mensch sein, hier ist deine Chance.

Mit einem leisen Klicken fiel die Tür hinter mir ins Schloss. 

Du bist aber nicht normal Vanessa, meldete sich eine Stimme in meinem Kopf.

Oben in meinem Zimmer angekommen, schmieß ich den schwarzen Rucksack in die Ecke beim Schreibtisch. 
Mella musste schon mal hier gewesen sein, denn kleine Dosen mit diversen Farben standen auf dem hölzernen Schreibtisch. 'Damit die Wände nicht mehr so weiß sind ;) Bis später Kleine
Ein Grinsen huschte über meine Lippen. Wir verstanden uns auch ohne Worte. 
Nur was sollte ich zeichnen?
In diesen Moment leuchtete das Display vom Handy auf und nahm mit vorerst die Endscheidung.

Viviann: Hast du Bock vorbei zu kommen?
Ich: Klar gerne, nur hab ich keine Ahnung vo du wohnst.
Viviann: Kein Problem! Gib mir deine Adresse und ich werde in Kürze da sein!

Freudig schickte ich ihr die Adresse, woraufhin mein Weg ins Bad führte, das sich am Flurende befand. 
Die Kunststunde hatte so seine Zeichen zurückgelassen. 
Schnell ging ich duschen, wobei das warme Wasser angenehm die Haut streichelte.

Das Klingeln der Tür riss mich aus meinen Gedanken. 
Ich schnappte mir mein Handy und schrieb Mella schnell noch eine Nachricht, bevor ich die Tür öffnete und fast in einem Mann mit schwarzen Anzug rein rannte.
"Miss Ehrlich",seine Mine war ausdruckslos, der Mann ging die Treppe hinunter zu einem silbernen Porsche, wo er die Tür hinter dem Beifahrersitz öffnete. 
"Kommst du endlich!",riss mich Viviann aus der Schockstarre.
Wir fuhren gefühlt ewig bis das Auto in ein Villenviertel einbog. Eine prachtvoller als die andere. 
Ob Mike hier wohl auch irgendwo wohnt?
Ächzend schloss sich ein Eisentor hinter uns, während der Porsche die kurze Einfahrt hochfuhr. 
Es standen noch weitere Luxus- Autos hier rum. 
Ob sie Besuch hatte?
Ein runder Torbogen auf weißen Säulen schmückte den Eingang, der hell gelb gestrichenen Villa. 
Mir stockte der Atem, während wir das lichtdurchflutete Foje betraten, alles war modern eingerichtet und in hellen Tönen, aus dem Wohnzimmer drang Gelächter.
"Komm wir gehen hoch", meinte Viviann schon halb oben.
Ihr Zimmer war bestimmt doppelt so groß wie meins. Die Wände in einem himmelblau gestrichen und überall hingen Bilder von "Drachen", schockiert mussterte ich die Bilder, damit hätte ich nie gerechnet. 
Gab es hier etwa auch Drachen?
"Faszinierend, nicht wahr?", freudig schaute sie mich an. 
Faszinierend? Wohl eher nicht! Eher blutrünstige, rachsüchtige Monster, die Lust am Morden haben. Zu mindestens die Meisten. 
"Ja echt Faszinierend". 
Was?
"Weißt du überhaupt ob sie existieren?" 
"Ja, klar, auch wenn ich noch nie einen zu Gesicht bekommen habe. Nichts ist unmöglich", ihre Augen leuchteten und ich verdrehte die Augen. 
Wie würde sie bloß reagieren, wenn sie plötzlich vor einem feuerspeienden Reptil steht? 
Ich bedrachtete die Bilder genauer, nirgendwo fand ich eins was meinem ähnlich sah. 
Kannten sie die Art nicht?
"Kleines nervst du wider deine Gäste mit den Fabelwesen?", erschrocken drehte ich mich zur Zimmertür.
"Nein, nein alles in Ordnung", winkte ich freudig ab. 
Die braunen Augen des Mannes mussterten mich angestrengt, als wollte er sich an irgendetwas erinnern. Oder hatte ich noch irgendwo Farbe kleben?
Irgendwie kam mir der Mann bekannt vor.
"Das ist Vanessa", durchbrach Viviann die Stille.
Abwesend schüttelte der Mann seinen Kopf und reichte mir die Hand, wobei seine Tattoos zum vorscheinen kamen.
"Chester".
Freudig nahm ich die Hand entgegen.
"Vanessa".
Erst jetzt realisierte ich wer vor mir stand, der Sänger von Linkin Park und Vivianns Onkel. 
Wieso war mir, dass nicht sofort aufgefallen, schließlich hatte ich mittlerweile die Band gegoogelt, aber Mike war immer noch der hübscheste.

"Wie geht's mit dem neuen Album vor ran?, fragte Viviann, nachdem wir im Wohnzimmer platz genommen hatten.
Es war hell eingerichtet mit einem hellgrauen Sofa, ein Kamin stand an der Wand und ein Flügel strahlte Zufriedenheit aus.
"Es könnte besser sein", bedrühbt ließ er den Kopf sinken, "Um ehrlich zu sein. Wir haben keine Idenn. Überhaupt keine!"
Aifmundernt blickte Viviann zu mir, anschließend zu Chester. 
"Dass, wird schon wieder. Vielleicht braucht ihr mal eine Pause."
"Ich weiß nicht".
"Fahr doch mal mit Talinda in den Urlaub, auch wenn es nur für ein paar Tage ist. Du bist völlig erschöpft von der Tour." 
Er hob wieder den Kopf, "Vielleicht hast du ja recht".
Seine Augen fingen wieder an zu funkeln, doch die Leere zuvor entging mir nicht.
Freudig richtete er den Blick auf mich, "Und warst du schon mal in einem Studio?"
Überrascht musterte ich ihn. Hatte er mich gerade in das Tonstudio von Linkin Park eingeladen?
"N... Nein."
"Gut", er erhob sich vom Sofa, "Dann besuchst du uns dort in ein paar Tagen, wenn ich aus dem Urlaub zurück bin. Ich werde dich abholen".
Er umarmte uns beide, wobei sein angenehmer Duft immer noch mit in der Nase hing. 

Die Haustür fiel ins Schloss und wenige Augenblicke später heulte ein Motor auf.
"Er mag dich", presste Viviann aus den Lippen hervor.
"Wieso?", ich legte den Kopf schief.
"Er hatte noch nie jemanden ins Studio eingeladen", sie machte eine kurze Pause, "Selbst mich nicht!" 
Schockiert starrte ich sie an. Seine eigene Nichte war noch nie im Studio, aber mich läd er ein, obwohl er mich erst seit ein paar Stunden kennt. 
Warum?

Straßenladernen  rasten am Fenster Wie bei, genauso wie die Landschaft L.As.
Jetzt saß ich alleine in einem schwarzen Jeep, mein Kopf lehnte gegen die kalte Fensterscheibe. Zuviele Fragen schwirrten mir im Kopf herum, wegen den letzten Stunden. 
Wieso hat mich Chester eingeladen? Wird die Freundschaft überhaupt halten? Gab es tatsächlich Drachen auch hier auf der Erde oder waren sie nir ein Mythos, genauso wie Feen? 
Das Bild von Chesters Reaktion von der Antwort auf die Drachenbilder tauchte in meinem Geist auf. Er wirkte nicht schockiert, sondern eher erstaunt, als hätte er an eine andere Antwort geglaubt.

  ~Du merktest sofort, dass ich anders war, doch wie anders ich bin       ahntest du nicht und es zerreichste dich förmlich.~

Invisible (Linkin Park- Fanfiction)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt