Chapter 27

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~Mike~

Bedrückende Stille herrschte in dieser kleinen Hütte.
Meine Mutter umkreiste ständig meine Freundin, die anderen drei beobachteten sie aus der Ecke. Eigentlich hätte ich es mir denken können, wer von den wenigen Asiatischen Drachen hier auftauchte, doch irgendwie hatte ich, dass verdrängt.
Jetzt wollte sie testen ob die Kleine wirklich zu mir passte.
Plötzlich und unerwartet flog die Holztür aus ihrer Verankerung. Erschrocken wich ich ein paar Schritte zurück.
Ein Mann stürmte den kleinen Raum, hinter ihm eine ganze Truppe. Überrascht blickte ich in das Gesicht meines Vaters.
Ein Georgs- Krieger.
Wie konnte er nur so sein?
Wie konnte er uns Drachen töten? Wird er uns töten?
Seine Blicke wanderten zwischen uns und der Truppe hin und her.
„Sir?“, fragte einer, „Sind das unsere Zielpersonen?“ verzweifelt blickte er uns an.
Hatte er doch soeben erfahren, dass sein Sohn und seine Frau schuppige Reptilien waren.
Wird ihm das zum Umdenken bewegen oder wird er uns töten? Stille breitete sich aus, keiner rührte sich, die Gewähre der Soldaten auf Anschlag, jeder Zeit bereit abzufeuern.
Mein Herz schlug mir bis zum Hals, die kleinen Härchen auf der Haut aufgestellt, von der Unwissenheit.
Ich traute mich noch nicht mal zu meiner Freundin zu blicken, einen Wimpernschlag zu riskieren.
Ich hatte Angst, dass die Männer in Rüstung vor uns abfeuerten.
„Jungs, nehmt die Gewähre runter“, befahl mein Vater, „Ich glaube wir müssen noch so einiges lernen!“ Verwirrung machte sich auf den Gesichtern der Soldaten breit, ließen aber zögernd die Gewähre sinken. Erleichtert atmeten wir alle durch. „Sir?“, frage einer unsicher, „was ist hier los?“
Mein Vater atmete tief durch und musterte meine Mutter eindringlich. „Das sind meine Frau und mein Sohn“, deutete er auf uns uneinschätzbar.
Ein Raunen breitete sich unter den Soldaten aus.
Nervös wippte ich mit dem Fuß. Noch nie hatte ich noch so hilflos gefühlt. „Sind sie?“, fragte einer knapp. Der Mann an der Front blickte uns an, woraufhin meine Mutter nickte. „Warum tötet ihr uns nicht?“, überrascht riss er seine grünen Augen auf.
Wie er musterten uns alle neugierig, meinen Vater eingeschlossen.
„Weil nicht alle Drachen gleich sind“, fand meine Freundin die Stimme zuerst wieder, „Wir gehören nicht zu Tanà und werden es auch nie. Wir wollen sie vernichten genauso wie ihr.“ „Ihr gehört nicht zu Tanà?“
„Nein, gehören wir nicht“, behutsam legte meine Mutter ihre Hand auf die Schulter ihres Mannes.
„Aber welche Drachen haben wir dann die ganze Zeit getötet?“
„Größenteils unsere“, verschränkte Sebastian die Arme vor der Brust. Das alte Holzdach knackte leise, bevor es in sich zusammenbrach. Ein Junge erhob sich aus der Rauchwolke. „Zane?“, fragte Vanessa verblüfft, „Was machst du denn hier?“
„Das sollte ich eher dich fragen, Schwester!“, blaffte er.
Schwester?
Nein, das konnte nicht sein.
„Ich habe keinen Bruder!“, antwortete sie ruhig.
„Erinnere dich Vanessa, du hast mal zu uns gehört. Bis unsere Mutter meinte mit dir abhauen zu müssen“, meinte der Junge, „Komm zu uns zurück.“
„NEIN!“, brüllte sie, „Das ist alles eine Lüge!“
Beschützend hielt sie ihre Hände an den Kopf.
Tief in ihr wusste sie, dass Zane recht hatte. Augen lügen nicht.„Warum seid ihr damals abgehauen?“, drängte er, „Was ist passiert? Kannst du nicht in einen Drachen verwandeln? Wie erbärmlich."
Die Kleine konnte nur schwer ihre Wut kontrollieren, doch sie schaffte es. Sie ist schon etwas Besonderes. „Einen Teufel werde ich dir sagen!“, brüllte sie, „Und ich werde nie zu dieser Organisation gehen! Ihr seid doch alle Geistesgestört!“
Entrüstet blickte Zane das blonde Mädchen an.
„Dann seht zu wie ihr klarkommt! Eure letzten Minuten haben geschlagen!“, lachte er höhnisch, bevor er sich in einen braunen Drachen verwandelte und davonflog. Aus dem Wald ertönten Schüsse und wildes Drachengeschrei.
Den Tag hatte ich mir irgendwie anders vorgestellt.
Ein gemütlicher Abend auf der Couch wäre etwas gewesen.
Doch jetzt bangten wir um unser Leben.
„Du hast mal zu Tanà gehört!“, entrüstet blickte meine Mutter Vanessa an mit einem Hauch Traurigkeit.
„Das weiß ich doch jetzt nicht mehr!“, fluchte sie, hatte die Kleine doch etwas Besseres zu tun als sich zu streiten, „Ich kann mich an gar nichts mehr erinnern! Und dass ich einen Bruder habe, habe ich erst eben erfahren!“
„Was bist du?“, fragte die Asiatin, „Was bist du? Dass dich deine Mutter versteckt?“
„Dass wirst du noch früh genug erfahren“, zwinkerte sie.
Ich wusste wieso, doch hätte ich nie gedacht wie mächtig sie sein kann. Die ohrenbetäubenden Schüsse wurden mit jeder verstrichenen Sekunde immer lauter.
Das ist das Ende.
So würden wir also sterben. Vereinzelt durchschossen die Kugeln die dünne Holzwand, bevor sie im nichts verpufften.
Irritiert blickte ich zu meiner Freundin, die belustigt mit den Schultern zuckte.
Meine Mutter musterte sie prüfend. „Wollen wir uns nicht verteidigen?“, kam es von Vanessa, „Oder wollen wir auf unser Ende warten, wie die Sadinen in der Sardinenbüchse?“
„Ich habe noch keine Lust zu sterben“, lächelte Mella.
„Ich auch nicht“, erhob sich Sebastian.
Xavier hockte ängstlich unter dem Schreibtisch, in den Händen beschützend den Laptop.
„Also sind wir uns einig“, Vanessas warme Stimme bereitete mir eine Gänsehaut, „Zeigen wir ihnen, dass sie sich mit den Falschen angelegt haben! Treten wir Tanà mal so ordentlich in den Arsch!“
Ein ungutes Gefühl breitete sich in mir aus.         

Invisible (Linkin Park- Fanfiction)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt