~Mike~Irgendwo explodierte eine Handgranate und brachte die Erde zum Erzittern.
Meine Krallen scharrten über den Teppichboden, blutgedrängt.
Der tote Körper lag hinter mir, um die Ecke, mit eisblauen Schuppen, wo jetzt an den Rippen eine riesige Wunde klaffte.
Entweder sie oder wir.
So lief es nur mal in einem Kampf ohne Rücksicht auf Verluste. Sehnsüchtig reckte ich mein Kinn zur Decke, soweit wie es ging.
Hoffe dir geht es gut da oben mein Mädchen.
Du wirst es schon schaffen müssen, alleine, ohne Rückendeckung.
Denn wir waren in den unteren Etagen zu sehr beschäftigt am leben zu bleiben.
Eine grelle Feuerwalze flammte mir entgegen, schützend schloss ich meine Augen und stemmte den Körper gegen den Druck der Flamme. Mein Puls raste, wobei wahrscheinlich mehr Adrenalin meinen Körper durchströmte als Blut. Ungezähmt schlängelte sich das purpurne Feuer an der Decke entlang. Die blauen Augen des Drachens, mit einem hellgrünen Schuppenkleid, musterte mich argwöhnisch wie ein lästiger Parasit.
Seine geschwungenen, stahlgrauen Krallen schlugen immer wieder nach mir, vergebens, dass Schutzschild aus Magie schützte mich.
Die Pupillen des Angreifers weiteten sich überrascht, ängstlich wich er zurück. Ohne mit der Wimper zu zucken rammte ich dem Drachen meine Krallen in den Brustkorb, dessen Schuppen unweigerlich zerbarsten.
Er wand sich unter meinem Griff wollte seinem Schicksal entkommen, während kleine rote Rinnsale sich einen Weg über die Brust bahnten um schließlich auf dem Boden zu landen. Wie ein leerer Sack fiel der Körper vor mir zu Boden.
Ich atmete schwer, die Flügel abgespreizt, jede Zeit bereit für einen Kampf.
Bin ich überhaupt ich gewesen?
Mein Körper fühlte sich an als sei er ferngesteuert gewesen von seinen uralten Instinkten.
Das Töten war wie eine Droge, berauschend, umso mehr umso besser.
Konnte von diesem Gefühl nicht loslassen.
Wie ein Katze schlich ich mich durch die Gänge. Ein Soldat gesellte sich zu mir, den ich nur allzu gut kannte. „Wie läuft es so?“, fragte mein Vater. „Bis jetzt kann ich mich nicht beklagen“, meinte ich in den Gedanken, „Hier und da war mal einer, aber sonst ist es ruhig.“
„Wo ist deine kleine Freundin?“, amüsiert blickte ich auf ihn hinab. Seine Schutzweste war zerrissen mit kleinen feinen dunkelroten Blutflecken und seine Wange zierten einige Kratzer, aber sonst ist er unverletzt gewesen.
Zum Glück.
Auch wenn er zu dem St. Georgs- Orden gehörte, der unser Gleichen tötete, blieb er mein Vater.
„Sie kümmert sich um den Chef“, meinte ich stolz.
„Alleine?“, der Mann riss die Augen auf.
„Ja, alleine. Sie ist stärker als du denkst.“
„Ich weiß, dass sie ein Nachtschatten ist. Aber alleine gegen den ältesten und mächtigsten Drachen der Welt? Ist das nicht schon Selbstmord?“, er legte den Kopf in den Nacken um meine Augen besser sehen zu können. „Sie wird es schon schaffen“, beleidigt schnaubte ich, wobei kleine weiße Rauchwölkchen meine Nüstern verließen.
Mein Vater, unter mir, lachte amüsiert.
„Ich kann es immer noch nicht fassen“, wild gestikulierte er mit seinen Händen.
Unwissend legte ich den Kopf schief. „Dass du und deine Mutter Drachen seit“, antwortete er gereizt, „Mein ganzes Leben habe ich verbracht um euch zu töten, zu vernichten. Und jetzt? Jetzt kämpfen wir Seite an Seite. Ich dachte, ich wüsste alles über Drachen, doch damit lag ich wohl falsch, so mal, dass zwei jahrelang mit mir zusammenlebten und ich es nicht bemerkt habe“, fassungslos schüttelte er den Kopf.
„Ja, die alltäglichen Vorurteile. Nicht jeder ist gleich“, meinte ich. Zusammen bahnten wir uns einen Weg durch den Flur, der mit leblosen Körper gesäumt war.
Genauso wie früher, nur dass dort Spielzeug verstreut auf dem Boden lag, was mir definitiv lieber war, als blutgedrängte leblose Körper.
Es herrschte eine angespannte Stille, nur das Kratzen meiner Krallen halte durch die Gänge, mein Vater bewegte sich wie ein Ninja, lautlos.
Meiner Meinung nach ist es hier viel zu still gewesen für ein Kampffeld, nichts bewegte sich, als sei die Welt stehen geblieben, die den Atem anhielt für, dass was kommen mag. Die sollte nichts Gutes werden, denn Überraschungen in einem Kampf haben immer verehrende Folgen. Jeder Muskel, jede Faser in meinem Körper war zum Zerreißen angespannt, immer bereit anzugreifen.
Der brünette Mann hatte seine AK 47 erhoben und den Finger am Abzug, den er nie los lies, um seine Schulter hing ein Munitionsgürtel.
Man konnte nie genug davon besitzen, vor allem wenn es sich um Drachen handelte, deren Schuppen eine Art Panzerung gaben.
Immer weiter durchkämpften wir die Gänge immer tiefer in das Gebäude hinein.
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Invisible (Linkin Park- Fanfiction)
FanficVanessa hatte es geschafft dem Krieg zu entkommen, doch es lauerten neue Problem für sie. Dann taucht auch noch Mike in ihrem Leben auf, der ihre Welt auf den Kopfstellt. Doch irgendetwas verheimlichte er. Doch nur was? Und was hat es mit der myster...