Chapter 11

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~Vanessa~
Die Schlange vor dem Hollywood Bowl fand überhaupt kein Ende. Gelangen wir weit genug nach vorne, um was zu sehen? Die Sonne prallte unermäßlich auf uns hinab, die Luft flimmerte. Wie lange warteten die schon, die ganz vorne in der Reihe stehen? Wahrscheinlich s hin so lange, dass sie picknicken. Gegen ein Sandwich hatte ich jetzt nichts einzuwenden. Mir war langweilig, extrem langweilig. Ich hasste es einfach irgendwo herum zu stehen und zu warten. In diesem Moment leuchtete das Display meines Handys in der Hand.
Chester: Wir finden es alle mega schade, dass du heute Abend nicht kommst. Aber beim nächsten Mal bist du dabei! Keine Ausrede! Ich: Tut mir leid. Beim nächsten mal bin ich dabei. Versprochen. Rockt die Bühne.
Ich schaute zum weißen Kuppeldach, wo drunter sich die Bühne verbarg. Ein Grinsen konnte ich mir nicht mehr verkneifen. Sie ahnten nichts, dass ich hier seit zwei Stunden in dieser Schlange stand und nacher noch zu ihnen kommen würde. Kimberly stand sichtlich nervös neben mir.
"Wer war das, dass du so Grinsen musst?", sie stach belustigt in meine Rippen.                    
"Nur ein Freund", winkte ich ab, sie durfte nicht erfahren mit welchen zwei Personen ich so schreib. "Na, ja mir auch egal. Ich werde mir auf jeden Fall Mike heute Nacht schnappen", meinte sie siegessicher. Erneut flammte Wut in mir auf, die verdammt schwer zu bändigen war. Mike würde sich nie auf so was einlassen. Wieso kapiert sie es nicht?

18:00 Uhr.

Der Enlass fängt an, in zwei Stunden würde Linkin Park die Bühne betreten, allerdings brauchten wir noch ein bisschen zum Eingang. Der orangene Streifen am Himmel war mittlerweile fast komplett verschwunden und machte Platz für den dunklen, sternenübersähten Himmel, der Mond ging in voller Pracht hinter dem Ozean auf.
Nach 20 Minuten gelangten wir endlich zur Sicherheitskontrolle, voller Vorfreude. Wie zwei irre rannten wir zur Bühne und versuchten soweit wie möglich nach vorne zu gelangen, wobei wir einige bitterböse Blicke kassierten, dies war mir allerdings recht egal. Wir waren halt zwei verrückte Teenager, die soweit wie möglich nach vorne wollte. "Ich glaube weiter geht nicht", meinte Kimberley enttäuscht. Vor uns baute sich eine Wand aus Menschen auf ,die unbezwingbar vor uns stand. Allerdings befanden wir uns schon in der fünften Reihe und hatten einen perfekten Blick auf die Bühne, die in allen Farben leuchtete. Es spielte bereits die zweite Vorband, was meine Nervosität noch mehr in den Himmel stiegen ließ. Werden sie mich entdecken?
Kimberley konnte es vor Nervosität kaum aushalten. "Ganz ruhig", versuchte ich sie irgendwie zu beruhigen, "Die Jungs wersen gleich schon anfangen." "Das ist es nicht! Zu mindestens zum Teil", ihr Kopf befand sich ganz nah an meinem, "Wir werden die Jungs treffen persönlich!" "Ich weiß", hauchte ich. Ich Freude mich diesen verrückten Haufen wieder zu sehen, nach einer endlosen Woche. Eine wohlige Wärme durchfuhr meinen Körper, während die Erinnerung an Mikes warmen Berührungen in mir hoch kam. Kimberley würde mich dafür töten, wenn sie es wusste. "Was guckst du so schelmisch?", fragend legte sie den Kopf schief, "Denk dran Mike gehört Mir!" Ich rollte genervt mit den Augen.

Abrupt gingen die Lichter aus und Anspannung honc in der Luft, bevor die ersten Gitarren- Riffs aus den Boxen dröhnten. Die Menge war nicht mehr zu halten.

"Why does it feel like right today? Something in here's not right today", sprang Mike auf die Bühne und ein Farbenspiel begann, "Why am I so uptight today? Paranoi's all I got left." Linkin Park- Papercut
"Hallo L.A.", schrie Chester ins Mikrophone, "Es ist verdammt schön wieder hier zu sein. Ich hoffe es geht euch gut!", wir brüllten zur Antwort, "Na dann habt Spaß!"
Chester liebte die Musik, dass merkte man mehr als deutlich er fesselte jeden an seine Lippen. Ich bewunderte Mike, der ein Allround Talent war. Mal spielte er Gitarre, bei einem anderem Lied stand er wieder am Keyboard oder er rappte und sang, was mich dort hin schmelzen ließ. Mein Herz klopfte wie wild, meine blauen Augen starr auf den perfekt gestylten Rapper gerichtet. Er sah gut aus, verdammt gut! Mike stand hinter seinem Keyboard, wo vor eine Flagge der USA hing, die ein Fan mitgebracht hatte. Langsam fing er an zu spielen und die Melodie erfüllte die Nacht, nur er stand im hellblauen Licht des Scheinwerfers.

"Take me down to the river bend Take me down to the fighting end Wash the poison from off my skin Show me how to be whole again."

Castle of glass eins meiner absoluten Lieblings Lieder. Ich bin glücklich und frei gewesen auch wenn es nur für einen Wimpernschlag war. Das atemberaubende Konzert endete viel zu schnell, die letzten Töne von Faint verklangen. "Danke für das geile Konzert!", rief Chester auseratem und Oberkörperfrei, "Ich hoffe wir sehen uns bald wieder!" Winkend und völlig verschwitzt verließ der Tätowierte die monströse Bühne. "Euch allen eine gute Heimreise und eine angenehme Nacht", flüchtete Mike von der Bühne. Sehnsüchtig blickte ich ihm hinterher in den dunklen Gang, links neben der Bühne, die warm weiß leuchtete. "Jetzt müssen wir warten bis alle das Parkett verlassen haben", holte mich Kimberley in die Realität zurück. Na super, dass kann ja noch ewig dauern. Wieder blickte ich in die Richtung in die die Jungs verschwunden waren. "Denk dran!", mahnte sie mich, "Finger weg von Mike! Er gehört mir, schon immer! Hast du es verstanden!" Ich nickte nur eingeschüchtert.
Mein Drache befand sich ganz nah unter der Oberfläche, hatte er nun endgültig die Schnauze voll auf den Besitzanspruch von Kimberly auf Mike. Er war eine eigenständige Person mit eigenen Wünschen und kein Sklave. Nein Drache hätte sie am liebsten zerfleischt, doch zu viele mögliche Zeugen standen herum.

Invisible (Linkin Park- Fanfiction)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt