>>Wir kennen das Leben nicht, wie sollen wir den Tod kennen?<< Konfuzius
"Sie war eine starke Frau, und hätte noch lange leben können. Aber wir wollen uns nicht mit dem Schlechten befassen, sondern durch Glücksmomente der Vergangenheit die Trauer schöner und erträglicher werden lassen."
Meine Augen brannten höllisch, und ich hatte das unangenehme Gefühl, nichts machen zu können.
Eine Rede in dieser Form würde auch bei meiner Beerdigung gehalten werden, und es machte mich krank, in so einem emotionalen Moment an mich zu denken. Eigentlich sollte ich meiner Mutter wohl jetzt die 'letzte Ehre' erweisen, und das einzige, das ich tat, war still vor mich her zu vegetieren.
Es ging schon seit einer halben Stunde so: wir (der Rest meiner Familie, ich, und die alten Freundinnen meiner Mutter) saßen hier in der Kirche. Ich hatte mich ganz hinten niedergelassen, und dachte nach. Also nicht wirklich das, was man auf einer Beerdigung - noch dazu der der Mutter - tun sollte.
Am schlimmsten fand ich aber die Tatsache, dass Simon, mein Bruder, es nicht hergeschafft hatte. Er wohnte in Köln, und hatte sicher zu tun, aber...
"Ich bitte den Ehemann Christian Swan zum Podest", unterbrach mich der Pfarrer nun. Ich war mor nicht mal sicher, ob es ein solcher war, aber es interessierte mich gerade herzlich wenig, denn all meine Aufmerksamkeit zog mein Vater auf sich.
Er erhob sich langsam, und schritt zum Altar.
Überdeutlich erkannte ich seine Trauer, als der Blick meines Vaters durch die Kirche streifte, scheinbar auf der Suche nach etwas oder jemandem.
Als seine Augen einen Moment bei mir hängen blieben, konnte ich kurz Hass in ihnen aufblitzen sehen, aber dieser verschwand, als mein Vater zu bemerken schien, dass ich zu ihm gestarrt hatte.
"Heute möchten wir alle meine Ehefrau Kathrin Swan verabschieden, und ich bin dankbar, dass so viele Menschen gekommen sind, um ihr ihre letzte Ehre zu erweisen, so wie sie es selbst auch gewesen wäre."
Es folgte eine lange Rede meines Vaters, die mich aber nicht sonderlich mitriss. Eigentlich wollte ich nur noch mein Handy aus meiner Jackentasche zu nehmen, und irgendein Spiel zu spielen, brachte es aber nicht fertig, so etwas Respektloses zu tun.
Während ich tatsächlich ziemlich versunken in Gedanken war, hörte ich meinen Namen.
"Anna, unsere einzige Tochter würde nun auch gerne etwas sagen, von ganzem Herzen", hatte mein Vater gesagt.
Ich spürte, wie alle - oder zumindest viele - Blicke interessiert zu mir wanderten, und erhob mich von der Krichbank.
Ruhig bleiben. Ich sollte tatsächlich nicht hyperventilieren.
Langsam und darauf bedacht, in den meterhohen High-Heels nicht umzuknicken, machte ich mich auf den Weg zum Altar.
Neben mir sah ich aus demn Augenwinkel den Sarg, und war kurz dazu bewegt, auf den Holzkasten zu stürzen, und meine Mum zu umarmen. Sie wüsste, was jetzt zu tun ist.
Doch noch ehe ich ein Wort sagen konnte, öffnete sich die schwere Eichentür der Kirche, und ein angestrengt aussehender Simon erschien im Rahmen.
A|N Ich bin nicht ganz so zufrieden, aber nun ja... - apropos, im nächsten Kapitel kommt dann Unge wirklich richtig vor, und mit ihm auch Dner *.*
Und noch was :D Ich habe vor, das hier überraschend enden zu lassen. <3
> Schreibt mal in die Kommentare, was ihr als Ende erwartet :)
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Surrounded by Idiots | Dner
FanfictionWas würdest du tun, wenn du wüsstest, dass dein Leben zu einen unbestimmten Zeitpunkt einfach vorbei ist? - Nicht, weil ein Auto dich umfahren wird. Nicht, weil du vergewaltigt wirst. Nicht, weil du zu alt bist. Nein. Sondern weil du Leukämie hast.
