A L I
Zu meinem Glück nickte Hunter.
Er zog mich in einen leeren Kellereingang im Treppenhaus, wo wir erstmal für eine Weile ungestört bleiben würden.
„Worüber willst du reden?"
Seine Stimme klang ruhig. Er stand mit verschränkten Armen vor mir und musterte mich prüfend mit seinen Augen.
„Ich hätte River fast geküsst. Also, noch einmal."
Ich war wirklich schlecht darin, anderen Menschen meine Liebe zu gestehen.
Hunter blickte mich nur verwirrt an.
„Also wenn du mir von deinem tollen Date erzählen willst dann..." Er war im Begriff zu gehen, doch ich hielt ihn am Ärmel seiner Jacke fest.
„Warte, ich..."
Hunter sah mich abwartend an.
„Was ich eigentlich damit sagen wollte, war dass ich nie mit River zusammen war. Also, du dachtest es zwar und ich hab dir auch nicht widersprochen, aber es ist nicht wahr."
Hunter sah mich einige Sekunden an.
Man, das lief echt anders als geplant.
Eigentlich sollte ich ihm jetzt schon meine Gefühle gestanden haben, und nicht über meinen Nicht-Freund mit ihm sprechen.
„Warum?"
Jetzt war ich es, die Hunter verwirrt ansah.
„Warum erzählst du mir das?"
„Weil... Na ganz einfach, weil..." mein Selbstbewusstsein verließ mich mit jedem Wort mehr.
„Ach, Keine Ahnung."
Ich gab auf.
Dann würde ich eben allein sterben.
Ich wollte mich an Hunter vorbei drängen, doch er hielt mich am Arm fest.
Sein Gesicht war meinem unglaublich nahe, und ich konnte den leichten Geruch von Zigaretten riechen.
„Ali, jetzt rede gefälligst mit mir." zischte er.
„Hunter, lass mich los." forderte ich mit leiser Stimme.
„Erst, wenn du mit mir geredet hast."
Sein Blick bohrte sich in meinen.
„Verflucht nochmal, ich hab's dir erzählt weil..." ich geriet ein weiteres mal ins Stocken.
„Ja?" setzte Hunter mich immer mehr unter Druck.
Bekanntlich explodiert alles unter Druck irgendwann.
Und mein Moment war jetzt gekommen.
Ich explodierte.
„Man, Hunter! Weil ich mich in dich verliebt habe! Bist du jetzt zufrieden? Und stell mich gefälligst niemals wieder so unter Druck, weil sonst werde ich, und das schwöre ich bei Gott, ich werde..."
Ich wurde von Hunters Lippen unterbrochen.
Etwas überrumpelt erwiderte ich den stürmischen Kuss und Hunter lief mit mir einige Schritte rückwärts, ehe ich gegen die Wand stieß.
Ich konnte endlich wieder diesen Geschmack von Zigaretten und seiner ganz eigenen, speziellen Note schmecken. Ich fühlte endlich wieder dieses Unglaubliche Feuer.
Es fühlte sich an, als hätte ich es Jahrelang nicht mehr gespürt.
Doch viel zu schnell löste Hunter sich wieder von mir.
Seine Haare hingen im Zerzaust auf der Stirn und sein Atem ging schnell.
Genau wie meiner.
„Rede."
„Was?"
„Bring deinen Satz zu ende."
Er funkelte mich mit seinen Augen an.
„Hunter Bone, stell mich gefälligst nie wieder so unter Druck, weil ich sonst nämlich nachts in dein Zimmer komme und dir eigenhändig deine Eier abschneide."
Hunter sah mich einige Sekunden an, ehe er anfing zu lachen.
Sein Lachen war einfach ansteckend.
„Ali?"
Hunter wurde wieder ernst.
Sofort hob ich meinen Kopf wieder und blickte in seine Augen.
„Ich hab dasselbe Problem wie du."
Er hauchte mir einen kleinen Kuss auf die Lippen.
Ich wusste überhaupt nicht, wie mir geschah.
Hunter hatte mir gerade eben gestanden, dass er dasselbe fühlte wie ich.
Andere Mädchen würden dafür töten, diesen Satz aus seinem Mund je hören zu dürfen.
„Erwarte jetzt aber nicht, dass ich dich zu meiner Freundin nehme oder so'n Scheiß." wisperte Hunter, ehe er leichte Küsse auf meinen Hals verteile.
Etwas Enttäuscht zog ich an seinen Haaren.
Wenn ich nicht seine Freundin sein konnte, was dann?
„Hunter." Ich zog seinen Kopf wieder hoch zu mir, und küsste ihn für ein paar Sekunden.
„Ich will aber nicht ohne das Leben."
Dann küsste ich ihn erneut.
„Verdammt."
Hunter war mir so nah, nicht mal ein Blatt hätte zwischen uns gepasst.
„Ich auch nicht."
„Was machen wir jetzt?"
Hunter schien einige Sekunden wirklich zu überlegen, bis er mir wieder in die Augen sah.
„Ein Ding."
Verwirrt sah ich Hunter an.
Was zur Hölle?
„Wir machen ein Ding."
„Du meinst, wie eine Freundschaft Plus?" skeptisch sah ich ihn an.
Ich hab noch nie viel von solchen Sachen gehalten, und jetzt selbst mit so etwas zu starten würde mir im Traum nicht einfallen.
„Nein, eher so was wie ne Halb-Beziehung."
Jetzt knallte er völlig durch.
„Pass auf." er legte beide Hände um mein Gesicht, als ich ihn immer noch zögernd ansah.
„Wir können uns all das geben," er zeigte zwischen uns hin und her, „Die Gefühle, all das. Nur mit ein paar Grenzen."
Das konnte doch nicht sein Ernst sein.
„Hunter, ich will nicht nur deine Fick-Freundin sein." sagte ich etwas lauter.
„Nein, also...Fuck." er fuhr sich mit der Hand durch die Haare.
„Du wärst viel mehr als das. Glaube mir, aber ich kann im Moment keine Freundin haben."
„Was meinst du mit Grenzen?"
Hunter zögerte lange mit seiner Antwort.
Er hatte sich die Frage wohl selbst noch nicht so ganz beantworten können.
„Bitte, vertrau mir einfach okay?"
Ich konnte immer noch nicht so ganz warm mit der ganzen Sache werden.
„Komm schon." flüsterte er und machte sich wieder an meinem Hals zu schaffen.
„Du kannst doch auch nicht auf das hier verzichten."
Schließlich seufzte ich auf.
Hatte ich denn eine andere Wahl?
„Na schön."
Ich konnte deutlich Hunters Lächeln an meinem Hals spüren.
„Danke, Baby. Glaub mir, du wirst es nicht bereuen!"
Er küsste mich noch einmal innig, als es zur letzten Stunde klingelte.
„Bis später."
Dann schenkte er mir noch ein verdammt verführerisches Lächeln, und lief zu seiner nächsten Stunde.
Hatte ich die Falsche Entscheidung getroffen?
Ich meine, dieses „Ding" war schon ziemlich verwirrend.
Jedoch immer noch besser als die Alternative.
Nämlich Hunter gar nicht zu haben.
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Stay away from Drugs
Teen Fiction„Heroin." Perplex sah er mich an, während er mir durch meine Haare streichelte. „Du bist wie Heroin. Du zerstörst mich innerlich, machst mich kaputt. Dennoch bin ich süchtig nach dir und kann einfach nicht ohne dich Leben." Dann küsste ich ihn...
