A L I
Grüblerisch sah ich Hunter von der Seite an.
Er würde mir jede Frage beantworten.
Egal welche.
Doch eigentlich gab es da bloß eine Sache, die mich brennend interessierte.
„Was hat es mit dem Tattoo auf sich?"
Hunter sah mich nicht an.
Er hatte die Arme hinter dem Kopf verschränkt und starrte an meine Zimmerdecke.
Kurz befürchtete ich, er wäre eingeschlafen, doch dann sagte er:,,Ich hab's mir mit sechzehn stechen lassen. Der Onkel von nem Kumpel von mir ist Tätowierer."
Hunter drehte sich wieder mit dem Gesicht zu mir.
„Ich hab es mir eigentlich nur stechen lassen, um meiner Mom etwas zu beweisen." gab er zu.
„Darf ich," Ich stoppte kurz, „Darf ich es sehen?"
Ich bildete mir ein, ein kleines Lächeln auf Hunter's Gesicht gesehen zu haben, als er nickte und seine Hose auszog und sich die Decke von den Beinen zog.
„Du weißt ja, wo es ist." scherzte er, doch machte keine Anstalten sich zu bewegen.
Also kletterte ich tatsächlich etwas weiter an Hunter herunter, und zog ihm die Boxershorts an der Stelle etwas herunter.
Fuck it.
Leicht fuhr ich die beiden Wörter nach, welche in einer Art Schreibmaschinenschrift tätowiert wurden.
„Wieso?" fragte ich ihn, als ich wieder hoch zu ihm kam.
„Wieso was?"
„Wieso hast du dir ‚Fuck it' auf's Becken stechen lassen?"
Ich musste es einfach erfahren.
Es war wie ein Drang, der sich nicht unterdrücken ließ.
„Ich weiß nicht."
Er legte sich noch etwas näher zu mir.
„Ich schätze, es war einfach das erste, was mir in den Kopf gekommen ist. Ich war betrunken, außerdem war ich sechzehn und rebellierte gegen meine Mutter. Da ist man nicht besonders kreativ." antwortete er und brachte mich damit erneut zum Lachen.
„Aber wieso auf das Becken?" Ich sah ihn mit großen Augen an.
„Ich schätze, damit meine Mutter es nicht sofort entdeckt. Immerhin kennt sie es ja bis heute nicht einmal."
Hunter sah mich für einen Moment an, widmete seine Aufmerksamkeit dann aber wieder ganz dem Kissen vor ihm.
„Aber die Stelle hat fucking wehgetan." lachte er.
Er senkte wieder seinen Blick, doch ich hob sein Kinn an.
Ich konnte die leichten Bartstoppeln an meiner Hand fühlen und blickte in seine eisblauen Augen.
Ich sollte eigentlich längst meine Hand von seinem Gesicht entfernen, doch ich konnte nicht.
Ich war wie gebannt von Hunter.
Ich kam ihm immer näher, und als ich meine Lippen auf seine legte, entfachte es das allzu bekannte Feuer in mir.
Dennoch, war dieser Kuss voller Gefühle.
Wie zwei ertrinkende klammerten wir uns aneinander fest.
Hunter war im Moment die Luft, die ich zum Atmen benötigte.
Dass seine Haare noch halb nass waren, war mir im Moment egal, ebenso wie die Tatsache, dass wir womöglich Leo geweckt haben könnten.
Und mir war definitiv egal, dass ich womöglich etwas mit River am laufen hatte.
In diesem Moment war mir alles egal.
Hunter hielt sich mit seiner rechten Hand in meiner Hüfte fest und zog mich auf sich.
Doch ich wusste, dass er heute nicht weiter gehen würde.
Er wollte es mir beweisen.
Und diese Chance wollte ich ihm geben.
Dennoch, seine Haare fühlten sich so Unglaublich weich an, dass ich schon fast an ihnen zog.
Atemlos löste Hunter sich von mir, und sofort vermisste ich seine Wärme.
„Bist du noch Betrunken?" fragte ich Hunter. Ich lag immer noch auf ihm, seine Arme hatte er um mich geschlungen.
Ich konnte seinen schnellen Herzschlag hören, und jeden seiner Atemzüge mitverfolgen.
„Vermutlich, Ja." lachte Hunter und ich konnte die Vibration seines Brustkorbes unter mir spüren.
Wir schwiegen eine ganze Weile.
Doch das war auch gut so.
Ich genoss es im Moment einfach, Hunter bei mir zu haben.
Auch wenn ich selbst nicht sagen konnte, was das bedeuten sollte.
Immerhin hatte ich Hunter bis vor ein paar Stunden noch gehasst.
Das hatte ich doch, oder?
Ich war mir da inzwischen nicht mehr ganz so sicher.
Ich war ratlos.
Hatte Hunter etwa Gefühle für mich? Geschweige denn, empfand ich denn überhaupt welche für ihn?
Ich konnte nicht leugnen, dass eine gewisse Verbundenheit zwischen Hunter und mir bestand, doch diese musste nicht bedeuten, dass ich ihn auf diese Art mochte.
Ich vernahm ein leises Schnarchen unter mir, und als ich aufblickte merkte ich, dass Hunter eingeschlafen war.
Sein Atem ging langsam, und sein Mund stand leicht offen.
Er sah so unschuldig aus.
Als würde ihn nichts und niemand jemals aus der Ruhe bringen können.
Ich kuschelte mich an ihn und versuchte, irgendwie einzuschlafen.
Doch als ich einschlief, schwirrten mir bestimmt noch eintausend Gedanken durch meinen Kopf.
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Stay away from Drugs
أدب المراهقين„Heroin." Perplex sah er mich an, während er mir durch meine Haare streichelte. „Du bist wie Heroin. Du zerstörst mich innerlich, machst mich kaputt. Dennoch bin ich süchtig nach dir und kann einfach nicht ohne dich Leben." Dann küsste ich ihn...
